Positioniert gegen BMW, Mercedes und Audi

Schwache Verkäufe: Steht Premium-Automarke vor dem Aus?

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Laut Medienberichten könnte die Premiummarke künftig sogar nur noch als Ausstattungslinie fungieren. Das Unternehmen selbst dementiert die Gerüchte vehement.

Amsterdam/Paris – Seit geraumer Zeit wird über die Zukunft von DS Automobiles spekuliert. Wie Insider der Automobilwoche berichten, denkt Antonio Filosa, seit Juni Chef des kriselnden Autobauers Stellantis, darüber nach, die französische Premiummarke wieder stärker an Citroën zu binden. In Zukunft könnte sie nur noch als reine Ausstattungslinie existieren.

Gerüchte um Aus von DS Automobiles als Marke: Ehrgeizige Pläne wurden nicht verwirklicht

Damit würde sich ein Kreis schließen. DS ging nämlich 2014 aus Citroën hervor, das damals noch Teil von PSA war. Die Marke sollte die französische Kunst des Reisens verkörpern und deutschen Premiumherstellern wie BMW, Mercedes oder Audi Paroli bieten.

Die Pläne waren ehrgeizig. So ging man beispielsweise in China von hohen Verkaufszahlen aus, die sich allerdings als unrealistisch erwiesen. Noch im Oktober 2021, wenige Monate nach der Gründung von Stellantis, teilte DS mit, dass man trotz enttäuschender Verkaufszahlen in China bleiben wolle. Davon ist jedoch nichts mehr übrig geblieben. Auf der DS-Homepage ist eine Bestellung ihrer Modelle in China nicht mehr möglich.

N°8 ist das neue Elektro-Flaggschiff von DS Automobiles.

Gerüchte um Aus von DS Automobiles als Marke: Verkaufszahlen in Europa gehen zurück

Als Grund für eine mögliche stärkere Anbindung von DS an Citroën nennt die Automobilwoche eine strategische Neuausrichtung der Premium- und Luxusmarken im Stellantis-Reich. Neben DS sind das Alfa Romeo, Lancia und Maserati. Zudem gebe es einen hohen Investitionsbedarf, um DS weiterhin als eigenständige Premiummarke zu positionieren, auch gegenüber neuer Konkurrenten wie Cupra oder Polestar.

Gleichzeitig hätten sich die Absatzzahlen schwach entwickelt. Laut der Automobilwoche gingen die Verkäufe in Europa im ersten Halbjahr 2025 um rund 22 Prozent auf 16.044 Einheiten zurück. Im wichtigen französischen Markt soll der Absatz sogar um 25 Prozent auf 7824 Neuzulassungen gefallen sein.

Ein anderes Bild bietet sich in Deutschland. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes stieg die Zahl der Neuzulassungen in den ersten sechs Monaten um 6,7 Prozent auf 1696 Fahrzeuge. Dennoch bleibt der Marktanteil damit äußerst gering.

Kaum zu sehen: Diese 10 Automarken sind echte Exoten in Deutschland

Lucid Air auf Kies
Platz 10 – Lucid (USA): Schick sieht er ja schon aus der Air. Und mit rund 800 Kilometern Reichweite ist das Elektroauto auch absolut langstreckentauglich. In Deutschland ist das Luxusmobil aber noch ein absoluter Geheimtipp © Lucid Motors
Luicid Air
Grade einmal 392 Neuzulassungen gab es 2024 in Deutschland. Das dürfte auch an dem Preis liegen. Der Lucid Air kostet in der Basisversion Pure bereits stolze 85.000 Euro. Wer den Luxus-Strom voll ausgestattet haben will, muss für den Air Sapphire sogar 250.000 Euro auf den Tisch legen. © Lucid Motors
Lotus Emeya
Platz 9 – Lotus (China): Hier trifft Tradition auf Moderne. Oder britisches Understatement auf chinesische Technologie. Denn wie MG gehört auch diese britische Ikone längst zu einem chinesischen Konzern. © Lotus Cars
Lotus Eltere
Doch anders als MG tut sich Lotus auf dem deutschen Markt noch schwer. Lediglich 365 Autos wurden 2024 verkauft. Das dürfte auch dem Wandel zur Elektromobilität geschuldet sein. © Lotus
Rolls-Royce Cullinan
Platz 8 – Rolls-Royce (Großbritannien): Wenn es um Luxusautos geht, führ kein Weg an Rolls-Royce vorbei. Die Briten stehen für Handarbeit, opulente Materialien und absolute Exklusivität. Ein echtes Statussymbol eben. © Rolls-Royce
Rolls-Royce Cullinan
Das hat natürlich seinen Preis und den können nur wenige zahlen. Wer Rolls-Royce fährt, gehört zu einem sehr exklusiven Kreis. Das zeigt sich auch bei den Neuzulassungen: Grade einmal 360 Fahrzeuge gingen 2024 an die gutbetuchte Kundschaft. © Rolls-Royce
Leapmotor T03
Platz 7 -Leapmotor (China): Ein weiterer Geheimtipp, der sich aber vermutlich nicht mehr lange auf dieser Liste finden dürfte. Denn Leapmotor gehört zum Stellantis-Konzern und greift mit dem günstigen T03 in Europa an. © Leapmotor
Leapmotor C10
Bisher sind die Zulassungszahlen aber noch sehr übersichtlich. 2024 wurde grade einmal 178 Autos bestellt. © Leapmotor
Cadillac Lyriq
Platz 5 – Cadillac (USA): Normal sind es die USA eher gewohnt, die Welt anzuführen. Oder wie Donald Trump sagen würde: America first! Im Falle von Cadillac klappt das jedoch nicht so wirklich gut. © Weigl/Cadillac
Cadillac Lyriq
2024 setzten die Amerikaner lediglich 175 Einheiten des Elektroautos Lyriq ab. Der E-SUV ist derzeit das einzige Modell das Cadillac hierzulande anbietet. © Simon Rainer/Cadillac
VinFast VF 6
Platz 5 – Vinfast (Vietnam): Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid. Das gilt auch für das Ranking der seltensten Automarken. Und so teilen sich Vinfast und Cadillac den fünften Rang. © Pond5 Images/Imago
Vinfast VF8
Denn auch Vinfast setzte im Jahr 2024 lediglich 175 Elektroautos in Deutschland ab. Das erste Auto wurde im Mai 2024 übergeben und das, obwohl man eigentlich schon 2022 auf den hiesigen Markt expandieren wollte. © Pond5 Images/Imago
Fisker Ocean
Platz 4 – Fisker (USA): Ein saubere Zukunft für alle. Das versprach Fisker. Möglich machen sollten das nachhaltige Materialien. Doch da Projekt scheiterte krachend. © Pond5 Images/Imago
Fisker Ocean
Statt sauberen Meeren gab es finanzielle Probleme. Die 134 Autos, die in Deutschland verkauft wurden, waren da nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Im Sommer 2024 meldete Fisker schließlich Insolvenz an. © Pond5 Images/Imago
Maxus EUNIQ 6
Platz 3 - Maxus (China): Die Strategie mit der Maxus nach Europa kam, unterscheidet sich von den zahlreichen anderen Marken aus Fernost. Neben Elektroautos hat Maxus auch Transporter im Angebot. © Maxus
Maxus e-Delivery
Trotzdem spielt die Marke in Deutschland keine wirkliche Rolle. Lediglich 70 Fahrzeuge wurden 2024 neuzugelassen. © Maxus
Lynk & Co. 02
Platz 2 – Lynk & Co. (China): Auch Lynk & Co. geht in Deutschland mit einem ungewöhnlichen Konzept an den Start. Die Autos gibt es lediglich im Abo, aber nicht zu kaufen. © Lynk & Co.
Lynk & Co. 01
Wirklich erfolgreich ist das Konzept in Deutschland aber nicht. Grade einmal 68 Abos wurde 2024 abgeschlossen. © Lynk & Co.
Zwei Autos von Aiways
Platz 1 – Aiways (China): Noch seltener erblickt man in Deutschland nur die Autos von Aiways. Und das obwohl der Hersteller bereits seit 2020 in Deutschland aktiv ist. © Aiways
Aiways U6 SUV-Coupé
Wirklich erfolgreich war man seitdem jedoch nicht. 2024 lief für den chinesischen Hersteller aber besonders schlecht. Nur 27 Autos wurden verkauft – das sind nicht einmal zwei pro Monat.  © Aiways

Gerüchte um Aus von DS Automobiles als Marke: Unternehmen dementiert Berichte

Die schwachen Absatzzahlen würden eine eigenständige Organisation mit ihrem Vertrieb nicht mehr rechtfertigen. Für eine Eingliederung spricht auch, dass DS-Modelle bereits Plattformen und Produktionslinien gemeinsam mit den Stellantis-Marken Citroën, Peugeot und Opel nutzen, das gilt auch für den Bereich der Elektroautos. Durch eine Rückführung zu Citroën könnten die Kosten gesenkt werden, sodass auch mit geringen Produktionszahlen rentabel gearbeitet werden könnte.

Das Unternehmen hat die Gerüchte über eine mögliche Rückstufung von DS scharf zurückgewiesen. Eine Sprecherin von DS sagte der Automobilwoche: „Es gibt absolut keinerlei Bestrebungen, die eigenständige Premiummarke DS Automobiles zu einem Teil von Citroën zu machen. Es handelt sich um reine Spekulationen.“ Auto Motor Sport zitiert die DS-Deutschland-Chefin Christine Schulze Tergeist mit einer ähnlichen Aussage: „Die Zukunft von DS Automobiles ist eigenständig, elektrisch und voller Ambition.“

Rubriklistenbild: © DS Automobiles/Stellantis/dpa-tmn

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