Dynamische Tarife

Schweizer Skigebiete ändern Preise mehrmals am Tag - keine Hoffnung auf Last-Minute-Angebote

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Viele Schweizer Skigebiete erhöhen bei schönem Wetter und hoher Nachfrage kurzfristig die Preise. Wer seine Liftkarte früh bucht, kommt günstig weg.

München - Bei schönem Wetter tummeln sich die Skifahrer auf den Pisten. Doch das Freizeitvergnügen ist teuer geworden. Nicht nur die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, sondern auch für das Skifahren selbst sind stark gestiegen. So kostet am Arlberg in Tirol eine Tageskarte für den Lift 75 Euro, das sind zwölf Prozent mehr als in der vergangenen Saison.

Schweizer Skigebiete ändern mehrmals täglich die Preise: Vormittags teurer als nachmittags

Auch in der Schweiz müssen Schneesportler für die Tageskarte tiefer in die Tasche greifen. Doch wie tief, lässt sich nicht mehr so einfach sagen. Denn wie die Sonntagszeitung berichtet, haben mehr als die Hälfte der großen Skigebiete in der Alpenrepublik so genannte dynamische Preise eingeführt.

Viele Schweizer Skigebiete ändern häufig ihre Preise.

Das heißt, die Skigebiete passen ihre Preise wöchentlich, täglich oder sogar mehrmals täglich an. So muss ein Skifahrer in Zermatt damit rechnen, dass sich der Preis für die Liftkarte alle paar Stunden ändert. Wer also heute eine Tageskarte für den nächsten Tag kauft, kann am Vormittag einen anderen Preis zahlen als am Nachmittag.

Dasselbe gilt für das Walliser Skigebiet Belalp. Hier variieren die Preise innerhalb eines Tages, wenn das Ticket drei oder mehr Tage vor dem Skifahren gekauft wird. Voraussetzung für eine Anpassung sei, dass die Nachfrage innerhalb weniger Stunden stark ansteige, sagte Mario Gertschen, Direktor der Belalp-Bahnen, gegenüber der Sonntagszeitung.

Schweizer Skigebiete ändern mehrmals täglich die Preise: Ausschlaggebend sind Nachfrage oder Wetter

Möglich macht die häufigen Preisänderungen eine Software, die mit künstlicher Intelligenz (KI) arbeitet. Anbieter sind unter anderem die Berner Firma Pricenow, die Skigebiete wie Engadin-St. Moritz, Laax, Verbier, Adelboden-Lenk, Engelberg-Titlis oder die Aletsch Arena zu ihren Kunden zählt, oder die Berliner Firma Smart Pricer, die Zermatt und Belalp mit ihrem Produkt beliefert.

Bei der dynamischen Preisgestaltung für Bergbahnbetreiber beeinflussen eine Vielzahl von Faktoren den Algorithmus. Dazu gehören die Nachfrage, das Wetter, die Umsätze der vergangenen Jahre oder die Bettenauslastung vor Ort. Aus diesen Daten erstellt die KI Verkaufsprognosen, die laufend angepasst werden. An einem Tag, an dem viele Skipässe verkauft werden, erhöht das System die Preise stärker als an schwächeren Tagen.

Schweizer Skigebiete ändern mehrmals täglich die Preise: Sinkende Preise sind tabu

Was Skifahrer nicht erwarten können, sind sinkende Preise, je näher die Ferien rücken oder wenn schlechtes Wetter angesagt ist. Die Bergbahnen versprechen, dass sich das Frühbuchen lohnt, da die Preise zum Urlaubsbeginn tendenziell steigen, aber nicht sinken.

Der Grund dafür ist, dass man die Skifahrer mit der Aussicht, dass die Preise nicht sinken, zum Frühbuchen animieren will. Das sichert Einnahmen, oft schon vor Saisonbeginn. Zudem will man diese Frühbucher mit Last-Minute-Angeboten nicht frustrieren.

Wintersport gibt es auch in Hessen: Die schönsten Bilder vom Feldberg bis Willingen

Wenn die Hänge des Großen Feldbergs im Taunus schneebedeckt sind und es friert, herrschen beste Bedingungen zum Rodeln, für Abfahrtski und Langlauf. Auch Wandertouren durch die weitläufigen Wälder des Taunus haben dann einen besonderen Reiz.
Wenn die Hänge des Großen Feldbergs im Taunus schneebedeckt sind und es friert, herrschen beste Bedingungen zum Rodeln, für Abfahrtski und Langlauf. Auch Wandertouren durch die weitläufigen Wälder des Taunus haben dann einen besonderen Reiz. © Jan Eifert/dpa
Bei winterlichen Wetterverhältnissen lädt der Skilift in Oberreifenberg zum Ski- und Snowboardfahren am Großen Feldberg im Taunus ein.
Bei winterlichen Wetterverhältnissen lädt der Skilift in Oberreifenberg zum Ski- und Snowboardfahren am Feldberg im Taunus ein. © IMAGO/Jan Eifert
Auch Rodelfans kommen am Feldberg auf ihre Kosten.
Auch Rodelfans kommen am Feldberg auf ihre Kosten. © Andreas Arnold/dpa
Wintersportler drängen sich am Kinderlift und der Skischule auf der 950 Meter hohen Wasserkuppe. Der Berg in der Rhön ist die höchste Erhebung Hessens und lädt im Winter zu allerlei Schneeaktivitäten ein.
Wintersportler drängen sich am Kinderlift und der Skischule auf der 950 Meter hohen Wasserkuppe. Der Berg in der Rhön ist die höchste Erhebung Hessens. © Frank Rumpenhorst/dpa
Eine Schülerin aus Alzenau steht am Nachmittag mit ihrer nagelneuen Skibrille auf dem Weg zum Gipfel der Wasserkuppe, nachdem es in der Nacht und am Vormittag stark geschneit hatte.
Eine Schülerin steht am Nachmittag mit ihrer nagelneuen Skibrille auf dem Weg zum Gipfel der Wasserkuppe, nachdem es in der Nacht und am Vormittag stark geschneit hatte. © Frank Rumpenhorst/dpa
Zwei Skiwanderer sind unterhalb des Gipfels an der Wasserkuppe unterwegs. Im Hintergrund ist das lokale Wahrzeichen, die ehemalige Radarkuppel „Radom“, zu erkennen.
Zwei Skiwanderer sind unterhalb des Gipfels an der Wasserkuppe im Osten Hessens unterwegs. Im Hintergrund ist das lokale Wahrzeichen, die ehemalige Radarkuppel „Radom“, zu erkennen.  © Andreas Arnold/dpa
Im Nordwesten Hessens lädt die Gemeinde Willingen im Upland zum Wintersport machen und schauen ein.
Im Nordwesten Hessens lädt die Gemeinde Willingen im Upland zum Wintersport machen und schauen ein. © Swen Pförtner
Jedes Jahr rückt Willingen in den Mittelpunkt des Sportgeschehens, wenn die besten Skispringer der Welt beim FIS Skisprung Weltcup auf der Mühlenkopfschanze auf Weitenjagd gehen.
Jedes Jahr rückt Willingen in den Mittelpunkt des Sportgeschehens, wenn die besten Skispringer der Welt beim FIS Skisprung Weltcup auf der Mühlenkopfschanze auf Weitenjagd gehen. © Swen Pförtner/dpa
Skifahrer sind bei Sonnenschein am Ritzhagen-Hang unterwegs. Willingen liegt im nordöstlichen Teil des Rothaargebirges.
Skifahrer sind bei Sonnenschein am Ritzhagen-Hang unterwegs. Willingen liegt im nordöstlichen Teil des Rothaargebirges. © Uwe Zucchi/dpa
Ski gut, Rodeln eingeschränkt: Skilift Hohes Gras
In den Hügeln des Naturpark Habichtswald gelegen, bietet der Skilift Hohes Gras alpinen Ski- und Rodelspass in der unmittelbaren Nähe zu Kassel. Der Lift befindet sich nicht weit vom Wahrzeichen der Stadt Kassel, der Herkules-Statue, entfernt. Der Lift wird diesen Winter allerdings saniert. © Rühlmann
Starten gleich ihre Rodelfahrt am Schloß Wilhelmshöhe (v.l.):Roland Weißing, Thomas Nickisch, Amy Visser (8 Jahre), Laura Bender (9 Jahre) und Talia Bender (7 Jahre).
Schlittenfahren im Kasseler Bergpark kann man unterhalb des Schlosses Wilhelmshöhe. Dort erstreckt sich eine Wiese über eine lange Fläche – die verwandelt sich im Winter in eine äußerst beliebte Strecke zum Schlittenfahren.  © Pia Malmus
Hoher Meißner Winter Februar 2010 Schnee Loipe Skifahrer Lift
Auch am Hohen Meißner in Nordhessen gibt es einen großen Skilift.  © Carl-Heinz Greim
Auch Snowboarder können sich am Eisenberg im Schnee vergnügen.
Der Eisenberg ist mit 636 Metern nicht nur der höchste Berg des Knüllgebirges, sondern auch die höchste Erhebung im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Weithin sichtbar ist der Eisenberg insbesondere durch den 115 Meter hohen Fernsehturm. Der Berg ist nicht nur wegen des Wintersports ein lohnendes Ausflugsziel.  © Wenzel
Skipiste auf dem Hoherodskopf im Vogelsberg
Auch mitten in Hessen besteht es die Möglichkeit, Wintersport zu treiben: In der Ski- und Rodelarena Hoherodskopf im Vogelsberg gibt es Pisten zum Carven, Boarden und Rodeln. © Wiegand Erlebnistage
Eine Langläuferin ist im Sonnenschein auf einem schneebedeckten Feld oberhalb von Michelstadt im Odenwald unterwegs. Mit dem Skilift Beerenfeld gibt es im Süden Hessens auch eine aktive Skipiste. Der Pistenbetrieb am Mount Mackenheim wurde kürzlich eingestellt.
Eine Langläuferin ist im Sonnenschein auf einem schneebedeckten Feld oberhalb von Michelstadt im Odenwald unterwegs. Mit dem Skilift Beerenfeld gibt es im Süden Hessens auch eine aktive Skipiste. Der Pistenbetrieb am Mount Mackenheim wurde kürzlich eingestellt. © Frank Rumpenhorst/dpa

Schweizer Skigebiete ändern mehrmals täglich die Preise: Verbraucherschützer üben Kritik

Konsumentenschützer halten allerdings nicht viel von dynamischen Preisen. „Solche Modelle sind sehr intransparent. Familien können nicht mehr richtig budgetieren, wie viel ein Skitag kostet, und müssen teilweise das Anderthalb- bis Zweifache bezahlen“, kritisiert Sara Stalder, Geschäftsführerin Stiftung für Konsumentenschutz, bereits in der vergangenen Saison im Schweizer Medienportal Blick. Dieses Modell kaschiere zudem Preiserhöhungen.

Ein Allheilmittel scheinen die ständig wechselnden Preise aber nicht zu sein. So hat Andermatt-Sedrun-Disentis im März 2020 die dynamischen Preise nur eine Saison nach ihrer Einführung bereits wieder abgeschafft. Zur Begründung hieß es, trotz höherer Preise kämen die meisten Skifahrer am Wochenende. Unter der Woche waren die Pisten hingegen fast leer.

In Großbritannien hat ein Pubbetreiber ein dynamisches Preismodell eingeführt. Doch die Gäste sind davon keineswegs begeistert.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Fleig / Eibner-Pressefoto

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