Neue Liquidität

Überraschende Wende bei Münchner Solar-Hersteller Sono Motors

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Von der Autoproduktion hat sich Sono Motors verabschiedet. Stattdessen steht die Entwicklung von Solarmodulen im Vordergrund.
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Die Idee eines solarbetriebenen Elektroautos ist bei Sono Motors gescheitert. Jedoch hat das Unternehmen aus München einen neuen Investor an Bord - und ambitionierte Pläne.

München - Das zum 1. September eröffnete Insolvenzverfahren ist im Gange und das Ende schien nah. Doch der Traum eines funktionierenden Geschäftsmodells ist bei Sono Motors weiterhin am Leben: Das Solarunternehmen hat offenbar einen Kapitalgeber gefunden, mit dem das wirtschaftliche Überleben der kommenden Monate gesichert scheint.

Yorkville, ein New Yorker Hedgefonds, möchte den Münchnern demnach so viel Geld geben, dass es mindestens bis Ende nächsten Jahres weitermachen kann, erklärt Sono in einer Pressemitteilung. Demnach könnte das laufende Insolvenzverfahren im Januar 2024 aufgehoben werden, wenn das Geld wie erwartet fließe. Die mit ihren Autoplänen gescheiterte Firma versucht nun, die per Ende Oktober gekündigte Belegschaft zurückzuholen.

Sono Motors mit neuem Geschäftsmodell und Investor: Solarmodule statt E-Auto

Vom Bau eines eigenen solarbetriebenen Elektroautos hat sich Sono Motors verabschiedet. Stattdessen fokussiert man sich auf das Geschäftsmodell Sonnenkraft: Der Plan beinhaltet, Nutzfahrzeuge wie Busse, Lieferwagen oder Wohnmobile zusätzlich mit Solarzellen auszurüsten, um Spritkosten zu sparen. Der angekündigte Investor Yorkville hatte vor wenigen Wochen bereits mit einer Vereinbarung zum möglichen Einstieg beim vietnamesischen E-Auto-Hersteller Vinfast für Schlagzeilen gesorgt.

Bei Sono wurden indes die verbliebenen Mitarbeiter entlassen, weil trotz laufender Gespräche mit Investoren kurzfristig kein Vertragsabschluss zu erwarten sei, schilderte das Unternehmen im Oktober. Um weitere Mittelabflüsse zulasten der Gläubiger zu vermeiden, sollten die Verträge mit der restlichen Belegschaft spätestens zum Februar des kommenden Jahres vorsorglich gekündigt werden.

Sono Motors: Statt Sion liegt der Fokus auf Solarmodule für Busse und Lkw

Mit den Plänen für ein solarbetriebenes Auto hatte Sono Motors nicht genügend Vorbesteller gefunden, um für das Projekt eine Vorserie zu realisieren. Schließlich fehlte dann auch Geld für die Rückgabe der getätigten Anzahlungen. Ursprünglich wollte man den Sono Sion für rund 30.000 Euro anbieten, in dessen Karosserie Solarmodule zur Reichweitensteigerung integriert sind. Im November 2021 wurde in der amerikanischen Ostküsten-Metropole sogar der Börsengang vollzogen.

Auf das abrupte Scheitern folgt laut 24Auto.de nun jedoch die Kehrtwende: Den Angaben zufolge habe ein Großteil der Belegschaft das Angebot zum Weiterbetrieb angenommen. Im Fokus steht nun die Markteinführung des „Solar Bus Kits“, einer Solarnachrüstung für Diesel- und Elektrobusse. (PF mit Material von Reuters)

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