Lkw-Marktführer

Daimler-Betriebsräte wehren sich gegen Sparmaßnahmen - „Rendite gegen Köpfe lehnen wir strikt ab“

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Lkw-Bauer Daimler Truck hat ein Effizienzprogramm ausgerufen, das auch mit einem Personalabbau einhergeht. Die Betriebsräte fordern sozial verträgliche Lösungen.

Stuttgart - Der Nutzfahrzeug-Weltmarktführer Daimler Truck hat bereits ein Effizienzprogramm ausgerufen, mit dem bis 2026 mindestens eine Milliarde Euro an Kosten eingespart werden sollen. In einem Interview bestätigte Konzernchefin Karin Rådström, dass dieses Ziel nicht ohne einen Arbeitsplatzabbau zu erreichen sei. Obwohl die schwedische Managerin an derselben Stelle auch betriebsbedingte Kündigungen strikt ausgeschlossen hat – bei Daimler Truck sind solche durch die Zukunftssicherung (ZuSi) bis Ende 2029 ausgeschlossen – hat die Ankündigung in der Belegschaft gewisse Sorgen ausgelöst.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

In der aktuellen Ausgabe des Informationsblatts TRUX (März 2025) der IG Metall-Betriebsräte der Daimler Truck-Zentrale in Stuttgart – der Konzern hat seinen Sitz in der Landeshauptstadt und die Hauptverwaltung im nahen Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) – wird kritisiert, dass die konkrete Gestaltung des Sparprogramms bislang weitgehend offengelassen wurde. Die Betriebsräte verstehen zwar die Notwendigkeit, stemmen sich aber gezielt gegen eine Strategie „Rendite gegen Köpfe“. Auch die Mercedes-Betriebsräte verstehen die Notwendigkeit des Sparprogramms, kritisieren aber das Vorgehen.

Daimler Truck-Betriebsräte fordern sozial verträgliche Lösungen - keine „Rendite gegen Köpfe“-Strategie

In dem eingangs erwähnten Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (faz), hatte Daimler Truck-Chefin Karin Rådström zwar einen Stellenabbau bestätigt, konnte aber noch keine Angaben zum Umfang machen, da die Gespräche mit dem Betriebsrat ihren Angaben nach erst begonnen hatten. Laut der Betriebsratsvorsitzenden Carmen-Klitsch Müller und ihrem Stellvertreter, Bernd Öhrler, wird die Daimler Truck-Zentrale aber im Mittelpunkt der Maßnahmen stehen. „Unsere Position ist klar: Eine salopp formulierte Strategie ‚Rendite gegen Köpfe‘ lehnen wir strikt ab“, machen sie in dem Informationsblatt deutlich.

Name Daimler Truck Holding AG
Gründung 12. April 2021 (nach Aufspaltung der Daimler AG)
SitzStuttgart/Leinfelden-Echterdingen, Baden-Württemberg
Branche Nutzfahrzeuge, Busse
Mitarbeiter 104.416 (2023)
Umsatz 55,9 Milliarden Euro (2023)

Alle Maßnahmen zur Kostenreduktion, die das Personal des Nutzfahrzeugbauers betreffen, müssten sozial verträglich ausgestaltet werden, fordern die Betriebsräte. Das sei auch ein wesentlicher Teil der Unternehmenskultur gewesen, als sich die Daimler Truck AG vor drei Jahren vom damaligen Daimler-Konzern abspaltete und seitdem wirtschaftlich unabhängig ist. Die Forderungen haben die IG Metall-Betriebsräte eigenen Angaben zufolge auch bereits bei einer vorgezogenen Betriebsversammlung Anfang Februar „sehr laut und deutlich“ dem Vorstand mitgeteilt.

Die Betriebsräte der Daimler Truck-Zentrale fordern, die Sparmaßnahmen für die Mitarbeiter sozial verträglich zu gestalten.

Daimler Truck: Zukunftssicherung schließt betriebsbedingte Kündigungen vorerst aus

Konkret fordern die Arbeitnehmervertreter also, dass die Kosteneinsparung von mindestens einer Milliarde Euro bei Daimler Truck nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werden soll. Wie erwähnt besteht seit bereits zehn Jahren für die deutschen Standorte des Konzerns aber ohnehin die Zukunftssicherung, die betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2029 ausschließt. Autobauer Mercedes-Benz hat die „ZuSi“ jüngst bis Ende 2035 verlängert, was Gesamtbetriebsratschef Ergun Lümali bereits seit einiger Zeit fordert.

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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