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Lkw-Bauer Daimler Truck hat ein Effizienzprogramm ausgerufen, das auch mit einem Personalabbau einhergeht. Die Betriebsräte fordern sozial verträgliche Lösungen.
Stuttgart - Der Nutzfahrzeug-Weltmarktführer Daimler Truck hat bereits ein Effizienzprogramm ausgerufen, mit dem bis 2026 mindestens eine Milliarde Euro an Kosten eingespart werden sollen. In einem Interview bestätigte Konzernchefin Karin Rådström, dass dieses Ziel nicht ohne einen Arbeitsplatzabbau zu erreichen sei. Obwohl die schwedische Managerin an derselben Stelle auch betriebsbedingte Kündigungen strikt ausgeschlossen hat – bei Daimler Truck sind solche durch die Zukunftssicherung (ZuSi) bis Ende 2029 ausgeschlossen – hat die Ankündigung in der Belegschaft gewisse Sorgen ausgelöst.
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In der aktuellen Ausgabe des Informationsblatts TRUX (März 2025) der IG Metall-Betriebsräte der Daimler Truck-Zentrale in Stuttgart – der Konzern hat seinen Sitz in der Landeshauptstadt und die Hauptverwaltung im nahen Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) – wird kritisiert, dass die konkrete Gestaltung des Sparprogramms bislang weitgehend offengelassen wurde. Die Betriebsräte verstehen zwar die Notwendigkeit, stemmen sich aber gezielt gegen eine Strategie „Rendite gegen Köpfe“. Auch die Mercedes-Betriebsräte verstehen die Notwendigkeit des Sparprogramms, kritisieren aber das Vorgehen.
Daimler Truck-Betriebsräte fordern sozial verträgliche Lösungen - keine „Rendite gegen Köpfe“-Strategie
In dem eingangs erwähnten Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (faz), hatte Daimler Truck-Chefin Karin Rådström zwar einen Stellenabbau bestätigt, konnte aber noch keine Angaben zum Umfang machen, da die Gespräche mit dem Betriebsrat ihren Angaben nach erst begonnen hatten. Laut der Betriebsratsvorsitzenden Carmen-Klitsch Müller und ihrem Stellvertreter, Bernd Öhrler, wird die Daimler Truck-Zentrale aber im Mittelpunkt der Maßnahmen stehen. „Unsere Position ist klar: Eine salopp formulierte Strategie ‚Rendite gegen Köpfe‘ lehnen wir strikt ab“, machen sie in dem Informationsblatt deutlich.
| Name | Daimler Truck Holding AG |
|---|---|
| Gründung | 12. April 2021 (nach Aufspaltung der Daimler AG) |
| Sitz | Stuttgart/Leinfelden-Echterdingen, Baden-Württemberg |
| Branche | Nutzfahrzeuge, Busse |
| Mitarbeiter | 104.416 (2023) |
| Umsatz | 55,9 Milliarden Euro (2023) |
Alle Maßnahmen zur Kostenreduktion, die das Personal des Nutzfahrzeugbauers betreffen, müssten sozial verträglich ausgestaltet werden, fordern die Betriebsräte. Das sei auch ein wesentlicher Teil der Unternehmenskultur gewesen, als sich die Daimler Truck AG vor drei Jahren vom damaligen Daimler-Konzern abspaltete und seitdem wirtschaftlich unabhängig ist. Die Forderungen haben die IG Metall-Betriebsräte eigenen Angaben zufolge auch bereits bei einer vorgezogenen Betriebsversammlung Anfang Februar „sehr laut und deutlich“ dem Vorstand mitgeteilt.
Daimler Truck: Zukunftssicherung schließt betriebsbedingte Kündigungen vorerst aus
Konkret fordern die Arbeitnehmervertreter also, dass die Kosteneinsparung von mindestens einer Milliarde Euro bei Daimler Truck nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werden soll. Wie erwähnt besteht seit bereits zehn Jahren für die deutschen Standorte des Konzerns aber ohnehin die Zukunftssicherung, die betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2029 ausschließt. Autobauer Mercedes-Benz hat die „ZuSi“ jüngst bis Ende 2035 verlängert, was Gesamtbetriebsratschef Ergun Lümali bereits seit einiger Zeit fordert.
Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

