Ende 2026

Weltmarktführer schließt zwei deutsche Standorte - 650 Mitarbeiter betroffen

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Der Hartmetallhersteller Ceratizit will im kommenden Jahr zwei deutsche Standorte schließen. Davon sind zusammengenommen 650 Mitarbeiter betroffen.

Besigheim/Empfingen - In der aktuellen Wirtschaftslage sind neben massiven personellen Sparmaßnahmen auch Standortschließungen nicht mehr ausgeschlossen. Autobauer Audi hat beispielsweise jüngst endgültig das Ende seines Werks in Brüssel (Belgien) besiegelt, der luxemburgische Hartmetallhersteller Ceratizit will dagegen Ende kommenden Jahres zwei deutsche Standorte schließen. Dabei handelt es sich um die Werke in Besigheim und Empfingen (beide Baden-Württemberg), wie das Unternehmen am 5. März in einer Pressemitteilung erklärte.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Die Ceratizit Group mit Hauptsitz in Mamer in Luxemburg ist einer der größten Hartmetallhersteller der Welt und gilt als Weltmarktführer auf dem Gebiet der Industrieanwendungen Verschleiß, Holz- und Gesteinsbearbeitung. In der Mitteilung wird der Schritt, die beiden Standorte in Baden-Württemberg zum 31. Dezember 2026 zu schließen, mit einer Neuausrichtung des internationalen Produktionsnetzwerks begründet. Die Produktion soll demnach an andere Standorte der Gruppe verlagert werden.

Ceratizit will zwei Standorte in Baden-Württemberg schließen - insgesamt 650 Mitarbeiter betroffen

Laut dem Unternehmen stehen die beiden Standorte aufgrund der hohen Abhängigkeit vom Automotive-Geschäft besonders im Fokus. „Sie kämpfen nicht nur mit der aktuell perspektivisch schwachen Auftragslage, sondern auch mit einer international schwierigen Wettbewerbssituation“, heißt es in der Mitteilung. „Mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe wurde daher die Entscheidung getroffen, die Standorte Besigheim und Empfingen im Laufe des Jahres 2026 zu schließen.“ Für die von der Schließung betroffenen Mitarbeiter soll es einen Sozialplan und einen Interessenausgleich geben, über die zeitnah verhandelt werden soll.

Name Ceratizit S.A. (Ceratizit Group)
Gründung 2002
Sitz Mamer, Luxemburg
Branche Hartmetall
Mitarbeiter 7.200

Laut der Bietigheimer Zeitung sind am Ceratizit-Standort Besigheim im Landkreis Ludwigsburg rund 350 Mitarbeiter beschäftigt. Sie wurden am Mittwoch (5. März) von Geschäftsführer Thomas Reindl und Personalleiterin Janette Vuono über die Schließung des Standortes Ende 2026 informiert. Der SWR berichtet, dass in Empfingen im Landkreis Freudenstadt rund 300 Mitarbeiter angestellt sind. Demnach betreffen die Schließungen der beiden deutschen Standorte insgesamt rund 650 Menschen. Der deutsche Autozulieferer Hella wird dagegen einen Standort in Baden-Württemberg bereits Ende dieses Monats schließen.

Ceratizit mit Hauptsitz im luxemburgischen Mamer (im Bild) will im kommenden Jahr zwei deutsche Standorte schließen.

IG Metall will Konzepte für die beiden Cerazitit-Standorte erarbeiten

Da die Ankündigung mit einer relativ langen Vorlaufzeit kommt, wollen die Arbeitnehmervertreter das Ruder noch umreißen. Die IG Metall Freudenstadt sagte dem SWR, dass zunächst die Zahlen geprüft werden müssten und man im zweiten Schritt Konzepte erarbeiten wolle, um die Produktion und die Arbeitsplätze am Standort Empfingen zu erhalten. Für den Standort Besigheim gibt es demnach ähnliche Überlegungen. Neben den beiden genannten Standorten hat Ceratizit ein weiteres Werk in Balzheim (Baden-Württemberg) sowie in Kempten (Bayern) und Garbsen (Niedersachsen).

Rubriklistenbild: © Ceratizit S.A.

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