Netzentgelte

Entlastung bei Energiepreisen: So stark sinken die Stromkosten für Haushalte

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Die Bundesregierung will die Bürger von den hohen Energiekosten entlasten. Eine Maßnahme ist die Entlastung der Netzentgelte. So wirkt es sich auf Haushalte aus.

Berlin – Stromzahler in Deutschland können sich auf deutliche Entlastungen bei den Energiepreisen freuen. Die Senkung der Übertragungsnetzentgelte soll langfristig die Strompreise stabilisieren. Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW werden die Netzentgelte ab 2026 um mehr als die Hälfte senken. Wie viel Haushalte einsparen können.

Entlastung bei Stromkosten: Netzentgelte sollen um mehr als die Hälfte gesenkt werden

Die Senkung wird durch einen Zuschuss aus dem Klima- und Transformationsfonds ermöglicht. Nach Angaben der vier Betreiberfirmen wird das Übertragungsnetzentgelt durch den Zuschuss von derzeit 6,65 Cent pro Kilowattstunde auf 2,86 Cent pro Kilowattstunde sinken.

Die Bundesregierung will die Bürger von den hohen Energiekosten entlasten.

Berechnungen des Vergleichsportals Verivox zufolge würden die Pläne die Haushaltsstrompreise im Schnitt um 1,52 Cent je Kilowattstunde senken. Beim aktuellen durchschnittlichen Strompreis von 34,63 Cent je Kilowattstunde (kWh) entspreche dies einer Preissenkung von rund vier Prozent, teilte das Portal mit. Ein konkretes Beispiel: Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden kann Verivox-Berechnung zufolge mit einer Entlastung von rund 61 Euro rechnen. Bei einem Verbrauch von 2.800 kWh liegt die Entlastung bei knapp 43 Euro, bei 1.500 kWh sind es rund 23 Euro.

Die Bundesregierung plant für 2026 einen Zuschuss in Höhe von 6,5 Milliarden Euro und hat dafür ein Gesetz auf den Weg gebraucht, welches noch verabschiedet werden muss. Das Übertragungsnetz besteht aus Höchstspannungsleitungen und ist für den Stromtransport über weite Strecken zuständig. Die Netzebenen darunter bilden das sogenannte Verteilnetz, über das die allermeisten Stromkunden ihren Strom beziehen.

Kunden zahlen in Deutschland die fünfthöchsten Strompreise

Aus der Wirtschaft kommen immer wieder Forderungen, die hohen Energiekosten in Deutschland zu drücken. Hierzulande zahlen die Bürger den fünfthöchsten Strompreis weltweit, dieser beträgt 38 Cent pro Kilowattstunde. Im ersten Halbjahr zahlten Verbraucher im Schnitt 39,92 Cent je Kilowattstunde – 3,1 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2024 und 2,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Verglichen mit dem Niveau vor dem Ukraine-Krieg lagen die Preise aber immer noch gut ein Fünftel (21,4 Prozent) höher. 

Staatliche Kosten sind ein Treiber der Stromkosten. Die Belastung durch Steuern, Umlagen und Abgaben für private Gaskunden stieg laut dem Statistischen Bundesamt um 5,8 Prozent gemessen am zweiten Halbjahr 2024. Grund waren die ab Januar erhöhte Gasspeicherumlage und die CO₂-Steuer. Die Kosten für Energie und Vertrieb für Privathaushalte sanken dagegen um 9,2 Prozent zum Vorhalbjahr.

Beim Strom wuchs die Belastung durch Steuern, Umlagen und Abgaben für Haushalte um 7,2 Prozent gemessen am Vorhalbjahr. Allerdings zahlten privaten Stromkunde für Energie und Vertrieb im ersten Halbjahr durchschnittlich fast zehn Prozent weniger, was zu einem niedrigeren Gesamtpreis für Strom führte.

Wirtschaft fordert Entlastungen für Stromkunden

Ein groß diskutierter Vorschlag zur Entlastung ist die Strompreissenkung für alle. Doch bislang gab die Merz-Regierung eine Strompreissenkung für lediglich die Industrie sowie für die Land- und Forstwirtschaft. Dafür führte die Bundesregierung die Senkung der Netzentgelte und die Abschaffung der Gasspeicherumlage ein.

Für Unternehmen werden Forderungen lauter, einen Industriestrompreis einzuführen. Für Unternehmen und Behörden sind die Energiekosten deutlich niedriger als für Privathaushalte, so die Statistik. Sie zahlten im ersten Halbjahr für Erdgas ohne Mehrwertsteuer und andere abzugsfähige Steuern im Schnitt 6,75 Cent je Kilowattstunde und für Strom 19,33 Cent – da ist nur rund halb so viel wie private Verbraucher. (Verwendete Quellen: dpa, IWR) (bohy)

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