Steiler Anstieg: Defizitärer China-Hersteller legt plötzlich Rekord hin
VonPatrick Freiwah
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Ein China-Hersteller beeindruckt im ersten Quartal 2025 mit einer Absatzexplosion. Eine günstige Mittelklasse treibt das Wachstum – und bringt die schwarze Null näher.
Guangzhou/München - Ein Start nach Maß: Xpeng hat seine Geschäftszahlen für das erste Quartal 2025 veröffentlicht – und die zeigen eindrucksvoll, wie dynamisch sich der chinesische E-Auto-Hersteller entwickelt.
Der Absatz schnellte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sagenhafte 330,8 Prozent auf 94.008 Einheiten nach oben. Getrieben wurde dieser Boom laut Electrive.net vor allem vom neuen Volumenmodell Mona M03, einer preiswerten Mittelklasse-Limousine, die in China gut ankommt.
China-Hersteller Xpeng profitiert von Mittelklasse-Modell: Mehr Absatz, mehr Umsatz
Trotz der enormen Stückzahlen stieg der Umsatz „nur“ um 145,5 Prozent auf 15,81 Milliarden Yuan (ca. 1,94 Mrd. Euro). Der Grund: Der Mona M03 ist deutlich günstiger als größere Premiummodelle wie der Xpeng P7 oder G9.
Dennoch ist auch das Umsatzplus ein starkes Signal: 14,37 Mrd. Yuan stammen direkt aus dem Fahrzeugverkauf – die Autosparte bleibt damit das unangefochtene Kerngeschäft, in dem sich der Anbieter stetig steigern kann.
Xpeng kann Verlust halbieren – schwarze Null in Sichtweite
Auch auf dem Weg zur Profitabilität macht China-Hersteller Xpeng also deutliche Fortschritte. Zwar steht in der Bilanz aktuell noch ein Nettoverlust von 0,66 Milliarden Yuan (etwa 81 Millionen Euro), doch das ist laut des veröffentlichten Quartalsberichts weniger als halb so viel wie vor einem Jahr.
Im ersten Quartal 2024 hatte das Unternehmen noch 1,37 Milliarden Yuan Miese gemacht. Selbst im Schlussquartal 2024 lag der Verlust mit 1,33 Milliarden Yuan deutlich höher, das liegt jedoch mitunter an saisonalen Effekten.
China-Hersteller profitiert von Infrastruktur mit eigenen Ladesäulen
Neben innovativen elektrischen Fahrzeugen setzt Xpeng auch auf die Erweiterung der Infrastruktur – und das zahlt sich aus. Laut Electrive.net betreibt das Unternehmen bereits 2115 eigene Ladestationen in China, darunter über 1000 Schnelllader mit eigener Technologie.
Diese Investitionen dürften nicht nur zusätzliche Einnahmen generieren, sondern auch das Ladenetz für künftige Kunden in der Volksrepublik attraktiver machen.
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E-Mobilität, autonomes Fahren und VW-Partnerschaft treiben Xpeng nach oben
Technologisch bleibt Xpeng ambitioniert: Laut einem Bericht des Portals CNBC plant der Hersteller, noch 2025 mit der Serienproduktion von Fahrzeugen mit Level-3-Autonomie zu beginnen. Damit will sich Xpeng im Wettbewerb mit Tesla, BYD und Co. eine technologische Spitzenposition sichern.
Zusätzlich stärkt Xpeng seine Position durch eine strategische Allianz mit Volkswagen: Beide Unternehmen entwickeln gemeinsam neue E-Modelle für den chinesischen Markt. Für Xpeng bedeutet das nicht nur einen Vertrauensbeweis durch einen der größten Autokonzerne der Welt, sondern auch einen potenziellen Zugang zu neuen Kundenkreisen und technischem Know-how im globalen Maßstab.
Xpeng-Aktie zieht Anleger in den Bann – Börse feiert die Zahlen
Auch die Finanzwelt zeigt sich aufgrund der besseren Performance des China-Herstellers begeistert: Die Xpeng-Aktie stieg nach Veröffentlichung der Quartalszahlen um zehn Prozent. Seit Jahresbeginn liegt das Papier sogar rund 80 Prozent im Plus.
Die starke Absatzentwicklung, der sinkende Verlust und optimistische Prognosen für das zweite Quartal geben Investoren offenkundig Vertrauen. Derweil gelingt Chinas größtem Autobauer bei den Verkaufszahlen in Europa ein Novum.(PF)