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Die Piloten der Lufthansa-Tochter Discover wurden für Samstag zum Streik aufgerufen. Über Stunden sind alle Abflüge in Deutschland betroffen.
Frankfurt am Main/München – Kurz vor Weihnachten könnten die Reisepläne einiger Menschen in Deutschland doch nochmal durchquert werden. Denn die Vereinigung Cockpit (VC) hat für Samstag (23. Dezember) alle ihre Mitglieder bei Discover Airlines zum Warnstreik aufgerufen. Mehrere Stunden sollen die Starts der Lufthansa-Tochter in Deutschland lahmgelegt werden, heißt es in einer Mitteilung am Freitag (22. Dezember). Anlass sind die festgefahrenen Verhandlungen um den ersten Tarifvertrag bei der noch jungen Konzerntochter.
Wie lange der Streik bei Lufthansa-Tochter Discover dauert – und welche Flüge betroffen sind
Der Warnstreik bei der jüngst umbenannten Discover Airlines, startet am Samstagmorgen um 8:00 Uhr und endet wenige Stunden später um 13:00 Uhr. Betroffen sind laut der Pilotengewerkschaft VC „alle Flüge der Airbus 320 und 330 Flotte, die in Deutschland im Zeitraum von 8:00 Uhr bis 13:00 starten“. Da die Lufthansa-Tochter Discover nur solche Flugzeuge im Aufgebot hat, könnten theoretisch also alle möglichen Abflüge von deutschen Flughäfen betroffen sein.
Insgesamt verfügt der 2021 gegründete Ferienflieger 24 Airbus-Flugzeuge, die aktuell vom Flughafen Frankfurt und Airport München über 50 Zielen weltweit ansteuern. Neben Kurz- und Mittelstreckenzielen bedient die Lufthansa-Tochter auch weit entferntere Ziele wie in Amerika und Afrika.
Vom Flughafen Frankfurt und München: Diese Discover-Flüge könnten durch den Streik ausfallen
- Flüge vom Flughafen Frankfurt: Zwischen 8 und 13 Uhr sind insgesamt 11 Abflüge aus Frankfurt geplant. In der Kurz- und Mittelstrecke mehrere auf spanische Urlaubsinseln wie Mallorca oder Teneriffa. Auf der Langstrecke, aber auch Reisen in die USA oder Dominikanische Republik.
- Flüge vom Flughafen München: Wie viele Flüge genau betroffen sind, ist aktuell noch unklar. Discover fliegt von München mit einer Lufthansa-Flugnummer.
- Hinweis: Stand vom 22. Dezember (10:35 Uhr) – alle Angaben ohne Gewähr
Welche Flüge von Discover Airlines tatsächlich ausfallen, wird wohl erst kurzfristig feststehen. Man arbeite mit Hochdruck daran, mit einem Ersatzflugplan die Folgen für die Gäste so gering wie möglich zu halten, sagte eine Sprecherin der Lufthansa-Tochter zur Deutschen-Presse-Agentur. Reisenden wird empfohlen, regelmäßig den aktuellen Flugstatus online zu checken.
Warum die Vereinigung Cockpit zum Warnstreik bei Discover Airlines aufruft
Laut der Vereinigung Cockpit (VC) hätte es zuletzt einen Stillstand bei den Verhandlungen um den ersten Tarifvertrag für Piloten von Discover Airlines gegeben. Arbeitgeber und Gewerkschaft seien zwischenzeitlich auf einem guten Weg gewesen, zumindest eine Teileinigung erzielen zu können, hatte die Pilotengewerkschaft noch am Donnerstag (21. Dezember) erklärt. Die Arbeitgeber hätten aber bis zuletzt „eine Hinhaltetaktik angewandt, indem sie Zugeständnisse wieder vom Tisch zogen und gleichzeitig neue Bedingungen für eine Tarifierung forderten“, kritisierte die VC. Man brauche sichere Rahmenbedingungen für das Cockpit-Personal.
Das Unternehmen sprach am Freitag hingegen von „sehr guten, fortgeschrittenen Gesprächen“. Man sei auf der Zielgeraden zum Abschluss eines Tarifvertrages. „Es lagen bereits Teileinigungen vor und die klare Intention, zeitnah im Januar weiterzuverhandeln und rasch zum Abschluss zu kommen“, so eine Sprecherin von Discover Airlines. Lösungen könnten nur am Verhandlungstisch gefunden werden und man sei jederzeit zur Fortsetzung der gemeinsamen Gespräche bereit. (os mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Hinweis: Dieser Text wurde am 22. Dezember um 10:35 Uhr inhaltlich aktualisier. Neuerung: Details zu betroffenen Flügen und Tarifverhandlungen ergänzt
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