Friedenspflicht endet

Bahn bestätigt: Verhandlungen mit GDL erneut gescheitert – neue Streiks drohen

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Noch vor Ablauf der Friedenspflicht wurden die Tarifverhandlungen der Deutschen Bahn und GDL abgebrochen. Ab 4. März drohen wieder Bahnstreiks.

Berlin – Nach dem fünftägigen Bahnstreik Ende Januar, war wochenlang nichts von den Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL zu hören. Doch noch bevor die Friedenspflicht am Sonntagabend (3. März) endet, wurden die Tarifverhandlungen abermals für gescheitert erklärt. Das teilte der DB-Konzern am Donnerstag (29. Februar) mit. Damit ist die Wahrscheinlichkeit für erneute Bahnstreiks ab 4. März rasant gestiegen.

Verhandlungen scheiterten trotz Moderatoren – Deutsche Bahn und GDL kritisieren sich gegenseitig

Bei einem Bahnstreik der GDL dürften wieder etliche ICE-Züge stehen bleiben.

Seit dem 5. Februar hatten die Tarifverhandlungen zwischen Bahn und GDL komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Dabei agierten Thomas de Maizière und Daniel Günther (beide CDU-Politiker) als Moderatoren. Laut Bahn-Auskünften hatten sie dabei auch Kompromissvorschläge zur wöchentlichen Arbeitszeit gemacht, die aber von der GDL abgelehnt worden seien. „Wir waren bereit, Schritte bei der Arbeitszeitverkürzung zu gehen, die weit über unser letztes Angebot hinausgehen. [...] In den letzten vier Wochen hat sich die Lokführergewerkschaft keinen einzigen Millimeter bewegt“, sagt der verhandelne DB-Personalvorstand Martin Seiler.

Die GDL äußerte sich derweil vorerst zurückhaltend. Der Grund: beide Verhandlungsparteien hatten eigentlich vereinbart, bis Montag (4. März) nichts über die Tarifverhandlungen öffentlich zu kommunizieren. Mit der Mitteilung vom Donnerstag hat die Bahn das jedoch gebrochen – sehr zum Ärger der GDL. „Wenn die Deutsche Bahn in gewohnter Manier irgendeine Meldung in der Bild durchsticht, dann ist dies kein Grund für die GDL, ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht einzuhalten“, teilte die Lokführergewerkschaft mit. Dementsprechend gab die GDL keine inhaltliche Stellungnahme ab, bezeichnet den entsprechenden Erstbericht der Bild aber als „tendenziös und schuldzuweisend“.

GDL will sich am Montag äußern – neue Bahnstreiks wahrscheinlich

Die GDL will sich nun erst nach Ende der Friedenspflicht genauer zu den gescheiterten Verhandlungen äußern. Konkret ist für kommenden Montag (4. März) um 11 Uhr eine Pressekonferenz in der GDL-Geschäftsstelle in Berlin geplant. Da die Tarifverhandlungen erneut gescheitert sind, kann aber bereits jetzt mit neuen Bahnstreiks gerechnet werden. Die Deutsche Bahn selbst ließ das in der Mitteilung von Donnerstag durchblicken. Wann und wie lange, ist aktuell noch unklar. (os)

Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/imago

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