Die IG Metall war im vergangenen Jahr davon ausgegangen, dass Carl Zeiss Vision die produzierte Menge an Brillengläsern in Aalen mehr als halbieren werde und dementsprechend auch der Stellenabbau gravierend ausfallen könne. In einer nun veröffentlichten Pressemitteilung erklärt das Unternehmen, mit einer Investition von 25 Millionen Euro die Brillenfertigung im Ostalbkreis zu stärken, im Gegenzug aber eben auch massiv Personal abbauen zu wollen. Kürzlich hatte Zeiss wegen „geopolitischen Turbulenzen“ den Bau eines weiteren Standorts in Aalen auf Eis gelegt.
Carl Zeiss Vision baut in Aalen rund 250 Vollzeitstellen ab – und schließt auch Kündigungen nicht aus
In der Mitteilung erklärt die Tochter des Technologiekonzerns, mit der Investition von bis zu 25 Millionen Euro den Brillengläser-Produktionsstandort Aalen modernisieren und neu aufstellen zu wollen. Künftig sollen von den 430 Vollzeitkräften aber nur noch 182 beschäftigt werden, was den Abbau von 248 Vollzeitstellen bedeutet. Bei dem bereits im vergangenen Jahr angekündigten Stellenabbau hat sich die Carl Zeiss Vision GmbH offenbar einen strengen Zeitplan auferlegt, da er bereits im Oktober 2026 abgeschlossen sein soll.
Name
Carl Zeiss AG
Gründung
17. November 1846 in Jena, Thüringen
Sitz
Oberkochen, Baden-Württemberg
Branchen
Optische Industrie, Medizintechnik, Messtechnik und weitere
Mitarbeiter
46.485 (2024)
Umsatz
10,9 Milliarden Euro (2023/2024)
Standorte Deutschland
Oberkochen, Baden-Württemberg (Konzernhauptsitz)
Aalen, Baden-Württemberg
Karlsruhe, Baden-Württemberg
Bochingen, Baden-Württemberg
Neuenstein, Baden-Württemberg
München, Bayern
Neubeuern, Bayern
Roßdorf, Hessen
Wetzlar, Hessen
Jena, Thüringen (Gründungsort)
Dresden, Sachsen
Berlin, Berlin
Göttingen, Niedersachsen
Braunschweig, Niedersachsen
Leipzig, Sachsen
Görlitz, Sachsen
Die Sparmaßnahme ist das Ergebnis von langen Verhandlungen zwischen der Carl Zeiss Vision GmbH und den Arbeitnehmervertretern. „Die Personalmaßnahmen werden verantwortungsvoll, in Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung und so verträglich wie möglich für die betroffenen Mitarbeitenden umgesetzt“, erklärt das Unternehmen. Dabei soll vorrangig auf Maßnahmen wie Vorruhestand, interne Wechsel oder auch den freiwilligen Abschied mit Abfindungszahlung gesetzt werden. Auf betriebsbedingte Kündigungen will Zeiss nach Möglichkeit verzichten, sie können aktuell aber „nicht ausgeschlossen“ werden.
Carl Zeiss Vision will trotz reduzierter Kapazität „größter Brillenglas-Produzent in Deutschland“ bleiben
Obwohl die Fertigungskapazität bis Oktober 2026 mit dem Stellenabbau deutlich reduziert wird, will Zeiss in Aalen jährlich bis zu einer Million Brillengläser fertigen und laut Mitteilung damit „der bei weitem größte Brillenglas-Produzent in Deutschland“ bleiben. Gerade in Deutschland bemerke der Technologiekonzern aber einen zunehmenden „strukturellen Kostennachteil“, was die Anpassungen an dem Produktionsstandort notwendig mache. Zu diesen gehören neben einem Personalabbau auch Maßnahmen wie die Reduzierung von Sachkosten oder das Auslaufen befristeter Verträge, die bereits angelaufen seien.