Desaströser Domino-Effekt

Tesla steuert auf den Konkurs zu und Musk auf den Bankrott - ein (gar nicht mal so unwahrscheinliches) Zukunftsbild

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Elon Musk ist zurzeit der Fokus der Medien und der Politik. Aber sein geschäftliches Konstrukt könnte bald zerfallen - mit sensationellen Folgen.

Washington D.C. - Es war beispiellos und potentiell illegal, aber vor allem ein Hilfeschrei von Elon Musk, als US-Präsident Donald Trump vergangene Woche vor dem Weißen Haus eine große Tesla-Verkaufsshow veranstaltete. Denn der derzeit noch reichste Mensch der Welt spürt, wie sein Firmenimperium immer mehr unter Druck gerät. Im schlimmsten Fall drohen ihm und seinem Flaggschiff Tesla der finanzielle Ruin. Und dieses Szenario ist nicht halb so abwegig, wie viele glauben.

Um zu verstehen, wie wackelig das Milliarden-Konstrukt des Elon Musk ist, muss man sich Tesla genauer ansehen. Denn Wohl und Wehe des Autobauers – und damit auch seines CEO – hängen einzig und allein an Glauben und Hoffnung, nicht an realen Verkaufszahlen oder Umsätzen.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels hat Tesla eine Marktkapitalisierung, also einen Marktwert, von insgesamt rund 716 Milliarden Euro, die Aktie steht bei knapp 230 Euro. Das ist einerseits eine gewaltige Summe, andererseits aber auch nur noch rund die Hälfte vom Höchststand Mitte Dezember 2024. Am 18.12.2024 notierte die Tesla-Aktie bei 463 Euro, was den Marktwert des Unternehmens auf schwindelerregende 1,48 Billionen Euro anschwellen ließ.

Tesla nur noch halb so viel wert – und trotzdem noch viel zu hoch bewertet

Aber selbst mit dieser Halbierung des Marktwertes ist Tesla eigentlich noch immer um ein Vielfaches zu hoch bewertet. Denn das operative Ergebnis, also der Gewinn, von Tesla in 2024 betrug lediglich rund sieben Milliarden Euro. Die Firma ist also ungefähr einhundert Mal so hoch bewertet wie ihr Jahresgewinn!

Wie lange hält die Illusion noch? Die Bewertung von Tesla ist nicht so kugelsicher, wie Elon Musk behauptet.

Wie ungewöhnlich eine solche Bewertung ist, zeigt der Blick auf die diversen Konkurrenten: Der kriselnde deutsche Autobauer VW beispielsweise machte in 2024 einen Gewinn von 19,1 Milliarden Euro bei einem Marktwert von aktuell knapp 60 Milliarden. BMW wird derzeit mit rund 52 Milliarden Euro bewertet und fuhr in 2024 einen Gewinn von 7,7 Milliarden Euro ein, also vergleichbar mit Tesla. Und der größte Autohersteller der Welt, Toyota, ist bei einem Jahresgewinn von etwa 43 Milliarden Euro derzeit rund 268 Milliarden Euro wert.

Teslas Wert ist eine hochriskante Wette auf die Zukunft

Anders als nahezu alle anderen Autobauer der Welt wird Tesla von den Aktionären derzeit nicht an seinem Gewinn gemessen, sondern an seinem Innovationspotenzial. Die Investoren setzen also nicht auf einen explosionsartigen Anstieg der aktuellen Fahrzeug-Verkaufszahlen, sondern auf zukünftige Innovationen, die Tesla in einem oder mehreren Marktsegmenten die Marktführerschaft sichern. Die Tesla-Aktie ist somit eine Wette auf die Zukunft. Und wenn diese Wette nicht aufgeht, bricht das gesamte Konstrukt in sich zusammen.

Aber worauf genau wetten die Anleger bei Tesla? Das sind vor allem zwei potentielle Innovationen, die Elon Musk immer wieder in höchsten Tönen anpreist: Die 4680-Batterie und das selbstfahrende Taxi. Beide Entwicklungen sollen disruptiv sein, also eine bestehende Branche umkrempeln und dadurch dann auch auf absehbare Zeit dominieren. Doch in beiden Fällen zeichnet sich ab, dass Tesla die Zeit davon läuft.

Eine überholte Batterie und ein Robotaxi, an das kaum jemand glaubt

Die 4680-Batterie verdankt ihrem Namen ihren Ausmaßen: 46 mm dick und 80 mm lang. Solche Batteriezellen sind in Teslas massenhaft verbaut und dafür verantwortlich, wie weit man mit einer Akkuladung kommt. Die neue Generation soll auf gleicher Fläche ein Vielfaches an Leistung bringen und damit die Reichweite der Fahrzeuge deutlich erhöhen. Allerdings hat die neue Generation trotz jahrelanger Forschung noch immer keine Serienreife, und mittlerweile haben Konkurrenten wie der Akkuhersteller EVE oder der chinesische Batterie-Marktführer CATL eigene Konkurrenzprodukte vorgestellt, die wohl sogar die angestrebte Leistung der Tesla-Batterien übertreffen. Und diese Batterien kommen künftig in Konkurrenz-Fahrzeugen von Tesla zum Einsatz. Der technische Vorsprung bleibt somit aus.

Das Tesla Cybercab ist noch immer weit von einer Markteinführung entfernt.

Und auch beim selbstfahrenden Taxi, dem sogenannten „Cybercab“, scheint Tesla noch meilenweit von einer Markteinführung entfernt zu sein. In US-Medien wird das Taxi teilweise sogar schon als „Vaporware” eingestuft, also ein Produkt, das zwar angekündigt und lange gehypt wird, aber schlussendlich nie erscheint. Und diese Vermutung ist gar nicht mal allzu abwegig, da Teslas sogenannter Autopilot tatsächlich noch immer nicht ansatzweise in der Lage ist, auf einen echten Fahrer zu verzichten. Das liegt unter anderem daran, dass Tesla ausschließlich mit Kameras und nicht zusätzlich mit Radar die Umgebung und den Verkehr erfassen will. Und mittlerweile gibt es zahlreiche Konkurrenten, die den ursprünglichen Entwicklungsvorsprung von Tesla längst aufgeholt haben und dabei sind, den einstigen Pionier abzuhängen.

Teslas größte Gefahr: Eine realistische Marktbewertung

Und das gilt natürlich auch für das Kerngeschäft, die Auto-Entwicklung. Tesla hat weiterhin ein sehr kleines Produktportfolio, das viel zu selten Updates erhält. Inzwischen haben die großen Verbrenner-Autobauer längst zu Tesla aufgeschlossen, bieten teilweise deutlich bessere und attraktivere Fahrzeuge. Hinzu kommen chinesische Hersteller, die immer mehr in den europäischen Markt drängen, während sich westliche Auto-Hersteller auf dem chinesischen Markt extrem schwer tun.

Wenn die Investoren infolge all dieser Faktoren das Vertrauen in die Innovation des Unternehmens verlieren sollten, droht Tesla ein gewaltiger Absturz. Denn dann wird der Konzern, genau wie all seine Mitbewerber, nur noch am Absatz der Autos gemessen. Bei klassischen Autobauern liegt das Verhältnis zwischen Jahresgewinn und Marktwert in der Regel bei sieben bis acht. Im Falle von Tesla bedeutet dies, dass der realistische Marktwert nur zwischen 49 und 56 Milliarden Euro liegen dürfte – und nicht bei mehr als 700 Milliarden oder gar knapp 1,5 Billionen Euro.

Tesla-Aktie demnächst nur noch ein Zehntel wert?

Ein Vertrauensverlust in Tesla würde also zu einem beispiellosen Absturz der Aktie führen. Und dass ein solcher Vertrauensverlust bereits eingesetzt hat, zeigt die Entwicklung der letzten Wochen und Monate, in denen sich der Aktienkurs bereits halbiert hat. Und seitdem sind zusätzlich auch noch die Tesla-Verkäufe in Europa um 45 Prozent eingebrochen, während der E-Auto-Markt in Europa gleichzeitig um 37 Prozent gewachsen ist. Die Branche ist also wieder massiv im Aufwind, aber ausgerechnet Tesla profitiert davon nicht nur nicht, sondern bricht gegen den Trend dramatisch ein.

Eine realistische Bewertung von Gewinn zu Marktwert im Verhältnis eins zu acht würde Tesla bei 56 Milliarden taxieren und damit einem Wertverlust von gut 92 Prozent entsprechen. Das wäre mit ziemlicher Sicherheit das Aus des Unternehmens, das sich einst anschickte, zum E-Auto-Monopolist zu werden. Aber der Zusammenbruch würde nicht nur den Untergang von Tesla bedeuten, sondern wohl auch dessen exzentrischen CEO Elon Musk mit sich reißen.

Wieso das Ende von Tesla auch das Ende von Elon Musk bedeuten würde

Um nachvollziehen zu können, warum das Ende von Tesla wohl auch Elon Musk in den Ruin treiben würde, muss man verstehen, wie Superreiche an Geld kommen. Zwar wird immer geschrieben, dass Elon Musk (aktuell) rund 300 Milliarden Dollar reich sei, doch das bedeutet natürlich keineswegs, dass er auch über diese Summe verfügen kann. Vielmehr besteht der überwiegende Teil seines Vermögens aus Aktienwerten, wie zum Beispiel seinen 12,8 Prozent Tesla-Anteilen. Die sind derzeit gut 91 Milliarden Dollar wert, aber auf dieses Geld hätte Musk nur Zugriff, wenn er seine Aktien verkaufen würde. Da er das selbstverständlich nicht will, verschaffen sich Superreiche wie er stattdessen bei Banken flüssiges Kapital.

Elon Musk: Erst US-Schattenpräsident – und jetzt Trump-Gegenspieler?

Geboren wurde Elon Musk 1971 in Pretoria in Südafrika.
Geboren wurde Elon Musk 1971 in Pretoria in Südafrika. Seine Mutter Maye Musk, hier gemeinsam mit ihrem Sohn in der TV-Show „Saturday Night Life“, stammt aus Kanada und arbeitete dort als Model. Elon Musk hat zwei jüngere Geschwister: seinen Bruder Kimbal Musk und Schwester Tosca Musk. © dpa
Errol Musk baute als Maschinenbau- und Elektroingenieur ein Vermögen auf.
Vater Errol Musk baute als Maschinenbau- und Elektroingenieur ein Vermögen auf. Die Familie wuchs in großem Wohlstand in Pretoria auf. 1979 scheiterte die Ehe der Eltern. Elon Musk zog daraufhin mit seiner Mutter und seinen Geschwistern für zwei Jahre nach Durban (Südafrika), ehe er zurück zu seinem Vater nach Pretoria kehrte. © GIANLUIGI GUERCIA/dpa
Mitte der 1990er Jahre begann der Aufstieg Elon Musks in den USA.
Mitte der 1990er Jahre begann der Aufstieg Elon Musks in den USA. Im März 1999 gründete er das Online-Bankunternehmen X.com. Ein Jahr später wurde nach Fusion mit einer Firma von Milliardär - und Unterstützer von Donald Trump - Peter Thiel daraus der Online-Bezahldienst Paypal. Den wiederum kaufte Ebay, was Musk einen satten Gewinn von 176 Millionen Dollar eingebracht haben soll. © Michael Reynolds/dpa
Im Jahr 2002 gründete Elon Musk das Unternehmen SpaceX.
Im Jahr 2002 gründete Elon Musk das Unternehmen SpaceX. Er investierte rund 100 Millionen US-Dollar seines Geldes zum Start in die Firma. Kurzfristiges Ziel war die Entwicklung einer eigenen Trägerrakete, um die Kosten für die zivile Raumfahrt zu senken. Langfristig sollte SpaceX Musk der Erfüllung seines großen Traums näher bringen: die Besiedlung des Mars. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelte sich SpaceX zu einem erfolgreichen Projekt. Das US-Verteidigungsministerium erteilte der Firma einen Auftrag in Höhe von 3,6 Milliarden US-Dollar zur Errichtung eines Netzwerks von Spioinagesatelliten. © Paul Buck/dpa
Sein geschäftlicher Erfolg in den Vereinigten Staaten brachte Elon Musk auch der US-Politik näher
Sein geschäftlicher Erfolg in den Vereinigten Staaten brachte Elon Musk auch der US-Politik näher. Im Jahr 2014 besuchte der frisch gebackene Milliardär gemeinsam mit seiner Ex-Frau Talulah Riley einen Empfang des damaligen Präsidenten Barack Obama. Musk heiratete Riley im Jahr 2010. Zwei Jahre später ließ sich das Paar aber wieder scheiden. © Andrew Harrer / Pool
Im Jahr 2004 übernahm Elon Musk die ein Jahr zuvor gegründete Automarke Tesla
Im Jahr 2004 übernahm Elon Musk die ein Jahr zuvor gegründete Automarke Tesla. Die Firma hatte zum Ziel, Elektro-Autos in allen Preisklassen zu entwickeln und weltweit zu verkaufen. Erstes Modell des Autobauers war der „Tesla Roadster“. Es folgten das „Model S“ und „Model X“. Neben dem Bau von Elektro-Autos investierte Tesla auch in den Ausbau von Ladestationen in den USA sowie in eigene Batteriefabriken. © Matt Sumner/dpa
Ein Meilenstein in der Erfolgsgeschichte von Tesla sollte der Cybertruck werden.
Ein Meilenstein in der Erfolgsgeschichte von Tesla sollte der Cybertruck werden. Elon Musk pries den Wagen 2023 in der Autostadt Detroit als nahezu unzerstörbar an. Dies wollte der Milliardär eigenhändig unter Beweis stellen und warf eine Stahlkugel auf die Fensterscheibe - mit unerwartetem Ergebnis. Die Scheibe splitterte unter den verdutzten Augen Musks. Der nahm es mit Humor. © IMAGO/Robert Hanashiro
Dennoch verkaufte sich Elon Musks Cybertruck - auch außerhalb der USA.
Dennoch verkaufte sich Elon Musks Cybertruck - auch außerhalb der USA. Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow gönnte sich ebenfalls einen der Tesla-SUVs. Der Vertraute von Russlands Präsident Wladimir Putin modizifierte seinen Cybertruck mit einem Maschinengewehr. © IMAGO/Handout/Kadyrov 95
Ein Jahr Tesla Gigafactory Berlin Brandenburg
Im Jahr 2022 eröffnete Tesla das erste Werk in Deutschland. Zur Eröffnung der Tesla-Fabrik in Brandenburg begrüßte Musk unter anderem Bundeskanzler Olaf Scholz. Bund und Land hatten den Bau des Autowerks mit Millionenbeträgen subventioniert. In der „Tesla Gigafactory“ sollten kurz darauf 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt werden. Kritik wurde aber auch an Musks Unternehmensführung laut. Er soll großen Leistungsdruck auf seine Angestellten ausüben und infolge von Wutanfällen ganze „Wogen“ von Entlassungen verteilt haben, berichtete die New York Times. © Patrick Pleul/dpa
Auch Umweltaktivisten engagierten sich gegen den Bau der Tesla-Fabrik in Brandenburg.
Auch Umweltaktivistinnen und -aktivisten engagierten sich gegen den Bau der Tesla-Fabrik in Brandenburg. An einer Demonstration gegen die Erweiterung des Werks am Bahnhof Fangschleuse im nahegelegenen Grünheide beteiligten sich laut Veranstalter mehr als 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Polizei sprach von etwa 1.000 Personen. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jadranko Marja
Demonstrationen gegen Elon Musks Tesla-Werk in Brandenburg
Ganz friedlich blieb es dabei nicht. Während der Demonstrationen gegen Elon Musks Tesla-Werk in Brandenburg kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern und der Polizei. Laut Informationen des RBB setzten die Sicherheitskräfte dabei auch Pfefferspray ein. Das Werksgelände musste zeitweise von einem Großaufgebot gesichert werden. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jadranko Marja
Weniger bekannt wie Elon Musks Ausflüge in die Weltraumwirtschaft und Elektromobilität ist sein Engagement in Hollywood
Weniger bekannt als Elon Musks Ausflüge in die Weltraumwirtschaft und Elektromobilität ist sein Engagement in Hollywood. 2005 war der Milliardär als Executive Producer an dem Film „Thank you for Smoking“ beteiligt. 2010 war Musk in derselben Funktion für den Film „Dumbstruck“ tätig. © Peter Foley/dpa
Von 2017 bis 2018 war Elon Musk mit der Schauspielerin Amber Heard liiert.
Von 2017 bis 2018 war Elon Musk mit der Schauspielerin Amber Heard liiert. © IMAGO/PacificCoastNews / Avalon
Einen weiteren Traum musste Elon Musk aber aufgeben: die menschliche Rohrpost.
Einen weiteren Traum musste Elon Musk aber aufgeben: die menschliche Rohrpost. Noch 2018 kündigte er in Begleitung seiner damaligen Freundin, der kanadischen Sängerin Grimes, den Hyperloop an. Ein Netz aus Vakuumröhren zwischen den Großstädten der USA sollte den öffentlichen Nahverkehr revolutionieren. 2022 wurde das Projekt eingestellt.  © Gene Blevins/dpa
Mit der Sängerin Grimes ging Elon Musk 2018 eine Beziehung ein.
Mit der Sängerin Grimes ging Elon Musk 2018 eine Beziehung ein. Zwei Jahre später bekam das Paar seinen ersten gemeinsamen Sohn. 2023 trennten sie sich. Seitdem streiten der Milliardär und die Sängerin vor Gericht um das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder. © IMAGO/RW
Neben den drei Kindern mit der Sängerin Grimes soll Musk fünf Kinder mit seiner ersten Ehefrau Justine Wilson haben.
Neben den drei Kindern mit der Sängerin Grimes soll Musk fünf Kinder mit seiner ersten Ehefrau Justine Wilson haben. Mit Shivon Zilis, Angestellte in Musks Firma Neuralink, hat er Zwillinge gezeugt. Insgesamt soll Musk zehn Kinder haben, die allesamt durch künstliche Befruchtung gezeugt wurden. © CHANDAN KHANNA/AFP
Eine wahre Erfolgsgeschichte unter den vielen Firmen, die Elon Musk betreibt, ist das Unternehmen SpaceX
Eine wahre Erfolgsgeschichte unter den vielen Firmen, die Elon Musk betreibt, wurde dagegen das Unternehmen SpaceX. Seit Jahren schickt die Firma hunderte Satelliten ins All und betreibt von dort „Starlink“, das schnellen Internetzugang überall auf der Welt bieten soll. © SPACEX via www.imago-images.de
Donald Trump beim Start einer Space X Rakete
Die Genauigkeit, mit der SpaceX in der Lage ist, Raketen ins All zu schießen, und wieder zu landen, begeisterte Donald Trump bereits in seiner ersten Amtszeit. Im Jahr 2020 besuchte der damalige US-Präsident gemeinsam mit seinem Vizepräsidenten Mike Pence den Start einer SpaceX-Rakete. © Linn/Eibner-Pressefoto via www.imago-images.de
Schwer aktiv war Elon Musk seit jeher in den sozialen Medien.
Schwer aktiv war Elon Musk seit jeher in den sozialen Medien. Besonders auf Twitter kommentierte der Milliardär immer wieder das politische Geschehen der USA. Musk kritisierte die Verbannung Donald Trumps vom Kurznachrichtendienst nach dem Kapitolsturm am 6. Januar 2021. Ein Jahr später kaufte der Milliardär Twitter auf. Er teilte daraufhin ein Video, in dem er ein Waschbecken (englisch: sink) in die Twitter-Zentrale trug - kommentiert mit den Worten "Let that sink in“ (lass das sacken). 2023 benannte er das Unternehmen um in „X“. Die von Musk durchgeführten Änderungen sorgten für eine Flut von Abwanderungen aus dem bis dato größten Kurznachrichtendienst. © AFP
Elon Musk im November 2023 in die Kritik
Wegen antisemitisch anmutender Kommentare auf Twitter geriet Elon Musk im November 2023 in die Kritik. Er versuchte, seine Aussagen zu relativieren, doch bediente sich dabei antismetischer Verschwörungstheorien. Kurz darauf reiste Musk medienwirksam nach Israel. Dort besuchte er in Begleitung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Kibbutz Kfar Aza, den die Hamas beim Terroranschlag am 7. Oktober attackiert hatte.  © IMAGO
In den Vorwahlen der Republikaner zur US-Wahl 2024 unterstützte Elon Musk zunächst Ron DeSantis
In den Vorwahlen der Republikaner zur US-Wahl 2024 unterstützte Elon Musk zunächst Ron DeSantis. Der Gouverneur des US-Bundesstaates Florida galt als aussichtsreichster Gegenkandidat zu Donald Trump. Mit einem Interview auf X wollte Musk DeSantis zu Aufmerksamkeit verhelfen. Technische Pannen machten den Versuch aber zu einem ähnlichen Fehlschlag wie die ganze Kampagne DeSantis‘.  © ANGELA WEISS CHENEY ORR / AFP
Nach dem Attentat auf Donald Trump stellte sich Elon Musk endgültig hinter den Kandidaten der Republikaner.
Nach dem Attentat auf Donald Trump stellte sich Elon Musk endgültig hinter den Kandidaten der Republikaner. Es folgten zahlreiche Wahlkampfauftritte des Südafrikaners, auch mit der kommenden First-Lady Melania Trump. Deren Ehemann versprach dem Milliardär daraufhin eine einflussreiche Rolle in der US-Regierung. Musk solle sich um den Abbau der US-Bürokratie kümmern und Milliardenbeträge einsparen. © IMAGO/Jen Golbeck / SOPA Images
Im Wahlkampf nahm Donald Trump seine halbe Familie mit zu Elon Musks Raketenstart.
Im Wahlkampf nahm Donald Trump seine halbe Familie mit zu Elon Musks Raketenstart. Nach seinem Sieg bei der US-Wahl nutzte der kommende US-Präsident seine Rede dazu, minutenlang über die Schönheit und Präzision der SpaceX-Raketen zu philosophieren. © BRANDON BELL/AFP
Den Sieg Donald Trumps bei der US-Wahl feierte selbstredend auch Elon Musk.
Den Sieg Donald Trumps bei der US-Wahl feierte selbstredend auch Elon Musk. Für den Milliardär war damit der Weg frei ins Weiße Haus. In den Wochen nach der US-Wahl wich Musk nicht von der Seite Trumps und wurde laut Einschätzung der US-Medien zum einflussreichsten Mann in Trumps Umfeld. Vor allem die Auswahl des Kabinetts durch den kommenden US-Präsidenten soll Musk maßgeblich beeinflusst haben. © JIM WATSON/AFP
Trump verabschiedet Musk auf gemeinsamer Pressekonferenz
Doch dann kam es zum Streit zwischen Musk und Trump. Anlass war das Haushalts- und Steuergesetz, mit dem der US-Präsident zentrale Wahlversprechen umsetzen will. Vor allem die drohenden Rekordschulden sind Musk ein Dorn im Auge. Trumps Pläne trieben „Amerika in den Bankrott“, so Musk. © Evan Vucci/dpa
Mittlerweile gilt Elon Musk als reichster Mensch der Welt.
Mittlerweile gilt Elon Musk als reichster Mensch der Welt. Sein Vermögen wird laut Süddeutscher Zeitung auf über 400 Milliarden US-Dollar geschätzt (Stand: Dezember 2024). Politisch positioniert sich Musk seit Jahren als rechtskonservativer Hardliner. Nach dem Wahlsieg Donald Trumps posierte er in dessen Anwesen in Mar-a-Lago mit Brexit-Papst und Parteichef der rechten „UK Reform“ Nigel Farage (r) und dem Schatzmeisters der Partei, Nick Candy (l) vor einem Porträt des jungen Trumps. © dpa

Sie nehmen teils gigantische Kredite zu meist lächerlich geringen Konditionen auf. Dabei geben sie ihre Aktienpakete als Sicherheit an. Für die Banken ist das ein sicheres Spiel: Angenommen, Elon Musk möchte sich 500 Millionen Dollar leihen, so deckt sein Aktienvermögen die Darlehenssumme um ein Vielfaches ab und dementsprechend erscheint der Bank das Kreditgeschäft extrem sicher, weshalb sie dem Kreditnehmer sehr geringe Zinssätze einräumt. Auf diese Weise hat sich Elon Musk beispielsweise die benötigten Milliarden geliehen, um Twitter zu kaufen.

Twitter-Kauf könnte für Musk zum desaströsen Bumerang werden

Und genau da beginnt das Problem im Falle eines Tesla-Absturzes: Mit einem Mal wären die Sicherheiten der Banken nicht mehr gegeben. Würde die Bewertung von Tesla auf 56 Milliarden sinken, wären Musks Tesla-Anteile nur noch 7,1 Milliarden Euro wert. Im schlimmsten Fall wären dann gewährte Kredite (wie für Twitter/X) mehr wert als die hinterlegten Sicherheiten. Diese Form der Kredite ermöglicht es den Banken allerdings, in so einem Fall die Kredite aufzukündigen und deren unmittelbare Begleichung zu fordern. Sollte das nicht möglich sein, so können sie die Liquidierung anderer Werte zur Begleichung der Schulden verlangen.

Die Folge für Musk wäre ein desaströser Domino-Effekt: Teslas Aktienkurs bricht zusammen, seine Kredite werden plötzlich mangels Sicherheit aufgekündigt und zur Begleichung der offenen Milliardensummen müsste er wiederum Anteile an SpaceX verkaufen, X (ehemals Twitter) wohl ebenso. Das Imperium Musk wäre mit einem Mal zusammengebrochen.

Es sind also fünf simple Schritte bis zum Ende von Elon Musk:

  • Die Tesla-Verkäufe sinken radikal.
  • Tesla beerdigt das Cybercab oder veröffentlicht ein enttäuschendes Cybercab, das die hohen Erwartungen nicht erfüllen kann.
  • Die Bewertung von Tesla sinkt in der Folge um rund 90 Prozent des aktuellen Marktwertes.
  • Musks über Tesla-Aktien abgesicherte Kredite werden plötzlich fällig.
  • Musk kann die Kredite nicht bedienen, kein privater Investor aus seiner Milliardärs-Bubble eilt ihm zur Hilfe. In der Folge liquidieren die Banken alle Vermögenswerte von Musk bei Tesla und SpaceX. Der einstmals reichste Mann der Welt ist so gut wie pleite.

Der erste Dominostein ist bereits gefallen: Der Absatz von Tesla-Autos ist weltweit dramatisch eingebrochen. Es bleibt abzuwarten, ob es Musk gelingt, den zweiten Dominostein aufzuhalten. Ansonsten kann es plötzlich ganz schnell gehen.

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