VonJulian Baumannschließen
Bei Porsche sieht die Lage eigentlich nicht wirklich schlecht aus, sparen müssen die Stuttgarter dennoch. Das könnte einem Bericht zufolge auch eine hohe Zahl an Arbeitsplätzen betreffen.
Stuttgart - Im vergangenen Jahr haben viele große Konzerne durch die vielfältigen Herausforderungen deutliche Absatz- und auch Umsatzeinbußen verzeichnet. Auch der Stuttgarter Autobauer Porsche hat 2024 weniger Autos verkauft, wenngleich es im Vergleich zu anderen Herstellern nicht ganz so düster aussieht. Konkret konnte das Unternehmen aus Stuttgart-Zuffenhausen auf nahezu allen Weltmärkten sogar noch zulegen; bis auf den wichtigsten in China, wo sich die Kaufzurückhaltung gerade im Premiumbereich deutlich bemerkbar macht. Deshalb wurde bereits darüber spekuliert, ob es auch bei Porsche zu einem Stellenabbau kommen könnte.
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Laut den Informationen der Automobilwoche hat die schwäbische VW-Tochter tatsächlich ein Sparprogramm festgelegt, mit dem Finanzchef Lutz Meschke Porsche in einem schwierigen Marktumfeld für die kommenden Jahre starkmachen will. Konkret muss dabei zum einen auf die angesprochene Kaufzurückhaltung in China und zum anderen auf die massiv schwächelnde Elektromobilität in Europa und den USA reagiert werden. Porsche hatte im vergangenen Jahr mit dem Macan das zweite vollelektrische Modell auf den Markt gebracht, kämpft zugleich aber mit Absatzproblemen beim Sportwagen Taycan.
Porsche setzt offenbar Sparprogramm an – Stellenabbau und Rückkehr von Verbrenner-Modellen?
Porsche hatte im vergangenen Jahr insgesamt 310.718 Fahrzeuge ausgeliefert, was ein Minus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Der Anteil an vollelektrischen Fahrzeugen ist von 22 auf 27 Prozent gestiegen; die E-Auto-Offensive – die mit den Modellen Cayman und Boxster fortgesetzt werden soll – könnte aufgrund der aktuellen Skepsis im Markt aber eben auch zur großen Hürde werden. Der Automobilwoche zufolge gibt es sogar Überlegungen, neue Verbrenner-Modelle auf den Markt zu bringen, was hohe Investitionen bedeuten würde. Porsche-Finanzchef Meschke hatte bereits betont, dass das Verbrenner-Aus Deutschland „zum Armenhaus Europas“ machen würde.
| Name | Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG |
|---|---|
| Gründung | 1931 |
| Sitz | Stuttgart-Zuffenhausen, Baden-Württemberg |
| Branche | Automobilindustrie |
| Leitung | Oliver Blume (Vorstandsvorsitzender), Lutz Meschke (stellvertretender Vorstandsvorsitzender/Finanzvorstand) |
| Mitarbeiter | 42.140 (2023) |
| Umsatz | 40,5 Milliarden Euro (2023) |
Um diesen Komplikationen entgegenzuwirken, plant der Vorstand des Stuttgarter Weltunternehmens dem Bericht zufolge bestimmte Maßnahmen, die als Sparprogramm zusammengefasst werden sollen. Lutz Meschke soll bereits erklärt haben, das Kostenniveau auf 250.000 verkaufte Fahrzeuge anzupassen, um Fixkosten zu senken und das Produktportfolio flexibler zu gestalten. Dabei soll auch ein Stellenabbau im vierstelligen Bereich Teil der Überlegung sein, der jedoch vollständig sozialverträglich abgewickelt werden soll. Porsche selbst hat sich nicht zu dem Sparprogramm geäußert.
Vorstand betonte bereits, dass Porsche 2025 „stärker denn je“ gefordert sein wird
Dass selbst Porsche, ein Unternehmen, das bislang erfolgreich durch alle Krisen manövriert werden konnte, gewisse Stellschrauben drehen muss, zeigte bereits der Ausblick auf 2025 bei der Vorstellung der Jahresbilanz. „Mit der jüngsten Produktpalette in der Unternehmensgeschichte sind wir für unsere Kundinnen und Kunden hochattraktiv“, erklärte Vertriebsvorstand Detlef von Platen. „Gleichzeitig wissen wir natürlich, dass die wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen uns in 2025 stärker denn je fordern werden.“ Deshalb müssen die Zuffenhausener wohl ihre Strategie anpassen.
Wie eingangs erwähnt konnte Porsche trotz des leichten Absatzrückgangs, der vor allem durch die Lage in China zustande kommt, auf den anderen Weltmärkten sogar noch wachsen. In Europa – Deutschland ausgenommen – hatte der Autobauer 2024 acht Prozent, auf dem deutschen Heimmarkt sogar 11 Prozent mehr Autos verkauft. Deutlich mehr zu kämpfen haben die drei großen deutschen Autokonzerne Mercedes-Benz, BMW und VW, deren Absatz im vergangenen Jahr massiv zurückgegangen ist.
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