100 Fahrzeuge exportiert

Trotz Sanktionen: Luxusautos von BMW landen in Russland

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Der Handel mit Russland ist mit Sanktionen belegt. Doch Umgehungen scheinen nicht selten zu sein, wie der aktuelle Fall bei BMW zeigt.

München – Die EU hat wegen des Ukraine-Konflikts Sanktionen gegen Russland verhängt. Dazu gehören eine Reihe von Import- und Exportbeschränkungen. Das bedeutet, dass europäische Unternehmen bestimmte Produkte nicht nach Russland verkaufen dürfen und russische Unternehmen bestimmte Produkte nicht in die EU liefern dürfen.

Zu den Gütern, die auf der Sanktionsliste stehen, gehören neben Hochtechnologie oder Ausrüstung, Technologien und Dienstleistungen für den Energiesektor auch Luxusgüter. Dazu zählen Luxusautos im Wert von über 50.000 Euro. Dies hindert westliche Geschäftsleute jedoch nicht daran, sanktionierte Produkte nach Russland zu liefern.

Die BMW-Zentrale in München.

BMW-Mitarbeiter umgehen Sanktionen gegen Russland: Den Hauptverantwortlichen wurde gekündigt

Das haben offenbar auch Mitarbeiter von BMW getan. Wie der Münchner Autobauer mitteilte, wurden bei internen Kontrollen Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Autoexporten nach Russland festgestellt. Daraufhin habe das Unternehmen den weiteren Verkauf von Fahrzeugen gestoppt „Zudem hat sich die BMW Group entschieden, den hauptverantwortlichen Mitarbeitern zu kündigen“, heißt es in der Stellungnahme weiter. 

BMW bestätigt damit einen Bericht des Business Insider, wonach mehr als 100 hochwertige Fahrzeuge vom Standort Hannover an russische Kunden geliefert worden sein sollen.

BMW-Mitarbeiter umgehen Sanktionen gegen Russland: Bruch des Embargos ist kein Einzelfall

Nach Angaben von BMW sind Unternehmen verschiedener Branchen davon betroffen, dass Produkte der jeweiligen Unternehmen trotz eigener Einhaltung der Sanktionen in Russland im Handel erhältlich sind oder in Russland angeboten werden. Dies geschehe in der Regel durch sogenannte Graumarktimporte. Die BMW Group versucht mit verschiedenen Maßnahmen, diese schwer kontrollierbaren Importe zu unterbinden.

So lange ist das her? Diese 15 Autos feiern 2025 ein rundes Jubiläum

Die vierte Generation des BMW 5er
30 Jahre BMW 5er (E39): Mit einer Neuauflage des BMW 5ers (vierte Generation) konterte der Münchner Autobauer ab 1995 die gleichzeitig erneuerte Mercedes E-Klasse (W210). Die Touring-Version folgte im März 1997, das Sportmodell M5 im Herbst 1998. © BMW
Ein Toyota RAV4
30 Jahre Toyota RAV4: Mit dem Japaner feiert ein früher Vertreter des Kompakt-SUV Jubiläum. Zunächst wurde der RAV4 nur als Dreitürer angeboten – die fünftürige Version mit deutlich besserem Platzangebot wurde jedoch bald nachgeschoben. © Heritage Images/Imago
Ein Toyota MR2
40 Jahre Toyota MR2: Noch ein Japaner feiert Geburtstag. Der keilförmige Mittelmotorsportwagen mit Klappscheinwerfern wurde in Frankreich nur als MR bezeichnet. Weil sich „MR2“ dort ausgesprochen nach einem Fäkalwort anhört. © Toyota
Ein VW Polo der ersten Generation
50 Jahre Volkswagen Polo: Noch vor Ford Fiesta und Opel Corsa brachte der erste Polo den modernen deutschen Kleinwagen in Fahrt – dies allerdings als Parallelmodell zum Audi 50. © VW
Fahraufnahme eines Porsche 924
50 Jahre Porsche 924: Nachfolger des VW-Porsche 914 und Auftakt zu einer Serie erfolgreicher Sportwagen in Transaxle-Bauweise. Wegen seiner vom Volkswagen-Konzern stammenden Teile wurde er oftmals nicht als vollwertiger Porsche angesehen. Spötter bezeichneten das Modell auch als „Hausfrauenporsche“. © Porsche
Ein AMC Pacer
50 Jahre AMC Pacer: Das Design des kompakten Dreitürers darf vorsichtig wohl als „eigenwillig“ bezeichnet werden. Wegen der großen Glasflächen bekam er auch den Spitznamen „rollendes Aquarium“. Ein filmisches Denkmal wurde dem Wagen durch seine Rolle in der Komödie „Wayne‘s World“ (1992) gesetzt. © Dreamstime/Imago
Ein Mercedes W123
50 Jahre Mercedes 200 D bis 280 E (W123): Ein Bestseller mit dem Ruf fast unzerstörbarer Robustheit. Bis zum Januar 1986 liefen fast 2,7 Millionen Fahrzeuge der Baureihe vom Band. © Mercedes
EIn Opel Manta B
50 Jahre Opel Manta B: Nach nur fünf Jahren Bauzeit des Opel Manta A kam 1975 der Opel Manta B auf den Markt. Der hatte einen längeren Radstand und große Rechteck-Scheinwerfer. Das Foto zeigt ein Exemplar aus dem Jahr 1985. Kult-Status erlangte der Opel Manta B durch den Film „Manta, Manta“ (1991) mit Til Schweiger und Tina Ruland in den Hauptrollen. © Sebastian Geisler/Imago
Ein Rallye-Opel-Ascona-B
50 Jahre Opel Ascona B: Und noch ein Opel feiert 2025 einen runden Geburtstag. Rallyechampion Walter Röhrl gewann mit der Mittelklasse-Limousine Opel Ascona B 1982 sogar die Fahrer-Weltmeisterschaft. © Opel
Ein BMW 3er der ersten Generation
50 Jahre BMW 3er (E21): Die kompakte Sportlimousine ersetzte ab 1975 die BMW 02-Typen und avancierte zur bis heute erfolgreichsten Modellreihe des Münchner Autobauers. Das Sportmodell M3 kommt aber erst 1986 mit der nächsten 3er-Generation (E30) auf den Markt. © BMW
Toyota Corolla der 3. Generation
50 Jahre Toyota Corolla (3. Generation): Im März 1975 kam die dritte Corolla-Generation in Deutschland auf den Markt. Mit dem 1,2-Liter-Motor (55 PS) kostete der Corolla damals ab 8.490 D-Mark. © Depositphotos/Imago
Ein Peugeot 403
70 Jahre Peugeot 403: Im Jahr 1955 wurde der Peugeot 403 erstmals in Paris der Öffentlichkeit vorgestellt. Es war das erste Modell der Franzosen, dass sich mehr als eine Million mal verkaufte. Bekannt wurde die Cabrio-Version des 403 vor allem durch die 1970er-Jahre-Serie Columbo, in der der Hauptdarsteller (Peter Falk) einen solchen Wagen fuhr.  © Pond5 Images/Imago
Ein Fiat 600
70 Jahre Fiat 600: Auf dem Genfer Autosalon 1955 feiert der Fiat „Seicento“ Premiere – noch im selben Jahr startete die Prodktion. Die ersten Modelle – im Gegensatz zum Fahrzeug auf dem Foto – hatten noch sogenannte Selbstmördertüren, die hinten angeschlagen waren. © Depositphotos/Imago
Eine BMW Isetta
70 Jahre BMW Isetta: Im Jahr 1955 startete das Rollermobil BMW Isetta. Das ungewöhnliche Konzept mit der Fronttür ist heute Kult – und findet mit dem elektrischen Microlino sogar eine Art Neuauflage.  © Imagebroker/Imago
Ein Citroën DS
70 Jahre Citroën DS: Auf dem Pariser Salon 1955 feierte die futuristische Limousine ihre Weltpremiere – mit gigantischem Erfolg. Angeblich wurden am ersten Abend nach der Präsentation 12.000 Bestellungen aufgenommen, bis Messeende 80.000 Kaufverträge abgeschlossen. Der Spitzname des damals technisch herausragenden und außergewöhnlich designten Fahrzeugs lautete in Deutschland „die Göttin“. © DS

Der aktuelle Fall bei BMW ist kein Einzelfall. Findige Händler finden immer wieder Schlupflöcher, um die Sanktionen zu umgehen. So haben Recherchen des ZDF-Magazins Frontal Anfang des Jahres ergeben, dass Luxusautos deutscher Hersteller in das Reich von Präsident Wladimir Putin gelangt sind. Belarus, gegen das nur abgeschwächte Sanktionen verhängt wurden, spielt dabei als Zwischenstation auf dem Weg nach Russland eine wichtige Mittlerrolle.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel / dpa

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