Korruptionsvorwürfe

Trump im Kryptofieber: Vermögen des US-Präsidenten in einem Jahr verdoppelt

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Der US-Präsident litt vor seiner zweiten Amtsperiode unter finanzieller Not. Doch Donald Trump konnte sein Vermögen innerhalb eines Jahres verdoppeln. Das Kryptogeschäft machte diesen Erfolg möglich.

Washington – Für Donald Trump sah es vor seiner Wiederwahl finanziell nicht gut aus. Die Schulden des Republikaners erreichten im vergangenen Jahr knapp zwei Milliarden US-Dollar. Doch im Zuge seiner zweiten Amtszeit schaffte es der 47. Präsident der Vereinigten Staaten sein Vermögen zu verdoppelt, wie verschiedene US-Medien berichten. Korruptionsexperten schlagen Alarm: Das Ausmaß, in dem sich der Republikaner als Amtsträger persönlich bereichere, sei historisch.

Trump in der Kreide: Schulden in Milliardenhöhe

Vor seiner Wiederwahl ragte der Schuldenberg von Donald Trump infolge von Verurteilungen und schwach laufenden Immobiliengeschäften immer weiter in den Himmel. Ein New Yorker Gericht verurteilte den Republikaner wegen Betrugs zu Zahlungen von etwa 454 Millionen US-Dollar. Ein weiteres Urteil, welches den US-Präsidenten wegen Verleumdung, Körperverletzung und Vergewaltigung schuldig gesprochen hatte, kostete Trump etwa 92 Millionen US-Dollar. 

Die Immobiliengeschäfte des Republikaners liefen zudem schlecht. Das Geschäftsgebäude 40 Wall Street in New York konnte der US-Präsident seit der Pandemie nur schlecht vermieten. 118 Millionen Dollar Schulden habe er laut Berichten durch den Bau des Gebäudes gemacht. Weitere Immobilienprojekte in New York, San Francisco und Florida lassen den Betrag stetig anwachsen. Forbes-Berechnungen zufolge beliefen sich seine Schulden im vergangenen Jahr insgesamt auf 1,8 Milliarden US-Dollar. Seine Barreserven auf der andren Seite sind wesentlich geringer: Schätzungswiese soll Trump über etwa 410 Millionen Dollar verfügen.

Vermögensverdopplung: Trump-Familie steigt in die Kryptowelt ein

Doch mit Amtseinführung und seinem Machtausbau in der US-Regierung wendete sich das Blatt. Das Vermögen des Republikaners und seiner Familie hat sich innerhalb eines Jahres Berichten zufolge auf 5,1 Milliarden US-Dollar verdoppelt. Zu verdanken sei dies besonders seinem Einstieg ins Kryptogeschäft. Schätzungen der Non-Profit Organisation State Democracy Defenders Action gehen davon aus, dass allein der Krypto-Besitz des US-Präsidenten mit 2,9 Milliarden Dollar rund 40 Prozent seines Nettovermögens ausmacht.

Die Familie Trump profitiert laut US-Medien erheblich von dem Einstieg ins Kryptogeschäft.

Zum einen bildet sich dieses Vermögen aus den Meme Coins $TRUMP und $MELANIA. Zum anderen sind da noch Beteiligungen an der umstrittenen dezentralen oder „DeFi“-Kryptowährungsbörse World Liberty Financial, in die zahlreiche anonyme Investoren bereits 550 Millionen angelegt haben sollen. Das Kryptogeschäft der Familie Trump hat Unterstützer auf der ganzen Welt.

Berichte von CBS News legen nahe, dass eine Firma aus Abu Dhabi Investitionen in Milliardenhöhe in ein Stablecoin-Produkt „USD1“ tätigen werde, das mit der Trump-Familie in Verbindung steht. Saudi-Arabien soll für das Coin ganze zwei Milliarden Dollar gezahlt haben. Zudem soll die Trump-Familie mehrere Namenslizenzen in das Land Katar vergeben haben. Doch nicht nur der Nahe Osten legt in die Trump-Börse an, auch Investoren in Israel und Hongkong seien unter den Geldgebern, so Berichte der Times.

Korruptionsexperten besorgt: Historisches Ausmaß an politischer Einflussnahme

Das Kryptogeschäft macht die Trump-Familie offenbar reicher – gleichzeitig plagen Experten Korruptionssorgen. Der Vorwurf der politischen Einflussnahme auf persönliche Bereicherung steht im Raum. „Unterm Strich sieht es so aus, als ob er von seinem öffentlichen Amt profitiert“, sagte Virginia Canter, Chefberaterin für Ethik und Korruptionsbekämpfung bei State Democracy Defenders und ehemals leitende Beraterin für ethische Fragen im US-Finanzministerium US-Medien.

Laut CBS News soll bei Amtsantritt Trumps die Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission, SEC) die Ermittlungen gegen ein Dutzend Kryptounternehmen eingestellt haben. Zudem leitete der Republikaner etliche Schritte ein, um das Geschäft in den USA zu stärken: ein Dekret zur Förderung von Kryptowährungen, die Schaffung strategischer Kryptoreserven durch das Finanzamt oder die Begnadigung der BitMEX-Gründer, die wegen Missachtung von Geldwäscherichtlinien im Gefängnis saßen. Kritiker sehen in den Tätigkeiten des US-Präsidenten Interessenkonflikte historischen Ausmaßes, da besonders die Börse World Liberty direkt von den Handlungen Trumps profitiere.

Trump weist Vorwürfe von Interessenkonflikten zurück

Fünf Demokraten im Senatsausschuss für Banken, Wohnungswesen und städtische Angelegenheiten brachten ihre Sorge bereits in einem Brief zum Ausdruck: „Präsident Trumps Beteiligung an diesem Unternehmen, während er die Finanzaufsichtsbehörden ihrer Unabhängigkeit beraubt, stellt einen außergewöhnlichen Interessenkonflikt dar, der beispiellose Risiken für unser Finanzsystem schaffen könnte“, heißt es in einem Schreiben an die Zentralbank Federal Reserve und die Finanzbehörde Office of the Comptroller of the Currency.

US-Präsident Donald Trump selbst betonte allerdings bereits, dass die Gesetze über Interessenkonflikte nicht auf ihn anwendbar seien und dass er für offizielle Handlungen, die er als Präsident vornimmt, weitgehende Immunität genieße. Eine Sprecherin wies zudem darauf hin, dass sein „Vermögen in einem Treuhandfonds liegt, der von seinen Kindern verwaltet wird“, von dem Trump jedoch trotzdem profitiere, wie die New York Times schreibt.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Jemal Countess

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