„Die Zölle werden bleiben“

Trump verteidigt Zollpolitik – Börsen-Beben wie „Medizin“

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Wegen Donald Trumps Zollpolitik herrscht Chaos an den Börsen. Teils sind historische Einbrüche ersichtlich. Trump hält trotzdem an den Zöllen fest.

Washington, DC – US-Präsident Donald Trump hat mit der Ankündigung umfassender Strafzölle für fast 200 Länder die weltweiten Märkte erschüttert. Die Aktienmärkte weltweit gerieten ins Wanken. Während Kritiker dies als Anlass für Trump sehen, die Zollpolitik zu überdenken, gibt es aus dem Lager der Trump-Fans Unterstützung für das Projekt. Trump selbst ist der Meinung, dass die USA diese turbulente Phase überstehen müssen, um anschließend neuen Wohlstand zu erlangen.

Trump-Zölle verursachen Chaos an den Börsen – erste Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten

Am Montag (7. April) setzte sich die Panik an den Märkten fort. Die Angst vor einem eskalierenden Handelskrieg führte zu einem massiven Ausverkauf von Aktien weltweit. Bereits in der Woche ab dem 1. April hatte China auf Trumps Zollpolitik mit einer Erhöhung der Zölle um 34 Prozent reagiert. Europa, Kanada, Mexiko und andere Handelspartner, die von Trump ebenfalls mit höheren Zöllen belegt werden sollen, hatten bereits vor Monaten mit Gegenmaßnahmen gedroht. Nun besteht die Befürchtung, dass betroffene Länder mit ähnlichen Zöllen antworten könnten.

Bildmontage aus Donald Trump und einer Börsenkurs-Kurve (Symbolfoto). Wegen Donald Trumps Zollpolitik herrscht Chaos an den Börsen. Teils sind historische Einbrüche ersichtlich. Trump hält trotzdem an den Zöllen fest.

Die Sorge vor einem globalen Handelskrieg breitet sich aus. In Asien zeigte sich der Handel am Montagmorgen „extrem volatil“, wie die BBC berichtete. Besonders betroffen waren die Märkte in Hongkong, wo die Aktien um zwölf Prozent einbrachen, und in Taiwan mit einem Minus von zehn Prozent. In Festlandchina kam es zu einem Rückgang der Börsen um acht Prozent.

Der deutsche DAX verzeichnete am Montagmorgen einen Rückgang um zehn Prozent. Auch Südkorea war betroffen, mit einem Indexverlust von fünf Prozent, ebenso wie Australien mit einem Minus von mehr als vier Prozent. In Japan führte ein Einbruch des Nikkei um mehr als sieben Prozent zu einem vorübergehenden Handelsstopp.

Börsen im freien Fall – teilweise historische Verluste

Die Panik an den Aktienmärkten hat auch den Kryptomarkt erfasst. Am Sonntagabend (6. April) fiel der Bitcoin unter die Marke von 80.000 Dollar und verlor damit einen Teil seines zuvor durch Trumps Pro-Krypto-Kurs erzielten Vorsprungs. Durch die Einbrüche am 3. und 4. April büßte der Leitindex S&P 500 etwa 5,4 Billionen US-Dollar an Marktwert ein. Anleger befürchten nun eine weltweite Rezession als Folge eines globalen Handelskriegs.

Der US-Nachrichtensender CNBC empfahl in einer Sondersitzung den Verkauf von Anlagen. Das Handelsblatt zitierte den TV-Trader Jim Cramer mit den Worten: „Wenn Sie ihr investiertes Geld im kommenden Jahr brauchen, dann sollten sie vermutlich verkaufen.“

Die Verluste an den US-Börsen sind bereits jetzt historisch. Der Dow-Jones-Index soll erstmals in seiner Geschichte an zwei aufeinanderfolgenden Tagen einen Rückgang von über 1.500 Punkten verzeichnet haben, darunter ein Verlust von 2.231 Punkten am Freitag, dem 4. April. CNBC berichtete, dass die Performance des S&P 500 an diesem Tag so schlecht war wie seit dem Ausbruch der Pandemie im März 2020 nicht mehr. Am frühen Montag sanken die US-Aktienfutures weiter, da das Weiße Haus seine Position beibehielt.

Strafzölle als „Medizin“ – Trump verteidigt Zoll-Politik trotz Börsen-Chaos

Donald Trump verteidigte am Sonntag (6. April) seine Zollpolitik. Trotz der erheblichen Schockwellen, die seine Entscheidungen auf den globalen Märkten auslösten, erklärte er: „Manchmal musst du Medizin nehmen, um etwas zu reparieren.“ An Bord der Air Force One betonte Trump gegenüber Journalisten, dass Arbeitsplätze und Investitionen in die USA zurückkehren würden, um das Land „reich wie nie zuvor“ zu machen.

Er fügte hinzu, dass er nicht wolle, dass die Aktienmärkte einbrechen, dies jedoch ein notwendiger Prozess sei, den er nicht unterbrechen werde. „Wir haben ein Billionen-Dollar-Handelsdefizit mit China. Hunderte von Milliarden Dollar, die wir jedes Jahr an China verlieren. Und solange wir das Problem nicht lösen, mache ich keinen Deal.“

Laut dem Observatory of Economic Complexity exportierten die USA im Jahr 2023 Waren im Wert von 154 Milliarden US-Dollar nach China, während China Waren im Wert von 436 Milliarden US-Dollar in die USA lieferte. CNBC zitierte den US-Handelsminister Howard Lutnick mit den Worten: „Die Zölle kommen und werden definitiv für Tage und Wochen bleiben.“

Rubriklistenbild: © IMAGO / Westlight & IMAGO / MediaPunch

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