Handelskonflikt mit den USA

Trump-Zölle treffen Schweiz: Börsenkurse auf Talfahrt – Bundesrat erörtert Not-Deal

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Trumps geplante Zölle drücken die Börsen der Schweiz ins Minus. Unternehmen machen Druck auf die Regierung. Kommt es doch noch zur Einigung?

Update 22.23 Uhr: Die Schweizer Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter hat in einem diplomatischen Telefonat mit Donald Trump am 31. Juli offenbar einen diplomatischen Eklat verursacht, der zu den drastischen 39-Prozent-Strafzöllen für die Schweiz führte. Das 35-minütige Gespräch, das ursprünglich die drohenden Zölle abwenden sollte, eskalierte, als Keller-Sutter Trump „oberlehrerhaft“ über das Handelsdefizit zwischen beiden Ländern belehren wollte. Trump reagierte zunehmend ungehalten auf diese Erklärungen, und eine Person aus seinem Umfeld schickte sogar eine Notfall-SMS mit der Warnung „Beendet das Gespräch!“ an eine Schweizer Staatssekretärin.

Streit um Trump-Zölle: „Die Schweiz ist in Geiselhaft der Pharmaindustrie“

Update 19.25 Uhr: Trumps Zollankündigungen führen zu Spannungen zwischen verschiedenen Schweizer Industriezweigen, wobei die Pharmaindustrie eine zentrale Rolle spielt. Die großen Medikamentenhersteller sind hauptverantwortlich für den Handelsüberschuss mit den USA, da etwa 60 Prozent ihrer Exporte dorthin gehen, sind aber aktuell von den Tarifen ausgenommen. Breitling-Geschäftsführer Georges Kern kritisierte gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung diese Situation scharf: „Die Schweiz ist in Geiselhaft der Pharmaindustrie“ und „Zynischerweise ist die Pharma, welcher wir die Situation zu verdanken haben, von den hohen Zöllen vorerst ausgenommen.“ Doch auch die Pharmaunternehmen könnten bald von Zöllen betroffen sein, nachdem Trump am Wochenende Briefe an Pharmakonzerne verschickt und deutliche Preissenkungen gefordert hat.

News zu Trump-Zöllen: Aktienkurse in der Schweiz auf Talfahrt – Unternehmen machen Druck

Update 18.30 Uhr: Trumps Zolldrohungen haben bereits deutliche Auswirkungen auf die Schweizer Börsen: Am Montag fielen die Aktienwerte auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Monaten, der Schweizer Leitindex SMI um 0,8 Prozent. Die zehn größten Verlierer im europäischen Index STOXX 600 waren Schweizer Unternehmen, darunter die Luxusunternehmen Richemont und Swatch sowie die Pharmakonzerne Novartis und Roche.

Swatch-Chef Nick Hayek forderte Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter zu einem raschen Treffen mit Trump auf: „Sie sollte das Flugzeug nehmen und nach Washington fliegen. Das würde die Chancen auf eine Einigung enorm erhöhen.“ Die Schweizer Regierung setzt auf schnelle Nachverhandlungen und will das Schweizer Angebot an die USA überarbeiten, bevor die Zölle am Donnerstag in Kraft treten. Konjunkturexperten prognostizieren, dass das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz um mindestens etwa 0,7 Prozent sinken würde, sollten die US-Zölle auch für Pharmakonzerne gelten. Hayek zeigte sich dennoch optimistisch: „Es ist nicht der Weltuntergang. Natürlich kann eine Einigung erzielt werden.“

Update 4. August, 18.19 Uhr: US-Präsident Donald Trump droht der Schweiz mit Einfuhrzöllen von 39 Prozent, die bereits am Donnerstag in Kraft treten sollen - deutlich höher als die für die EU angekündigten Zölle. Konjunkturexperten erwarten bei entsprechenden Zöllen auf Medikamente und Pharmaprodukte einen BIP-Rückgang von mindestens 0,7 Prozent. Der Schweizer Bundesrat traf sich am Montag zu einer Krisensitzung und will „den USA in dieser neuen Verhandlungsphase ein noch attraktiveres Angebot zu unterbreiten“. Laut Schweizer Medien denkt man dabei an zusätzliche Investitionen in den USA, Verhandlungen über Medikamentenpreise oder Zollsenkungen für Rindfleisch.

Als Reaktion auf die Zolldrohung bereitet sich der Molkereikonzern Emmi bereits auf den Ernstfall vor und erhöht die Preise für aus der Schweiz importierte Käsesorten mit geschützter Herkunftsbezeichnung wie Gruyère auf dem US-Markt. Dies betrifft besonders den für Gruyère wichtigsten internationalen Absatzmarkt, wo erst vor wenigen Wochen neue Rekordexporte gefeiert wurden. Die Boulevardzeitung Blick orakelte angesichts der Preiserhöhungen bereits: „Das dürfte amerikanischen Käseliebhabern gar nicht schmecken!“

Trumps Zollhammer trifft Schweiz unvermittelt – Experte skizziert gefährliches Szenario

Update, 14.26 Uhr: Nachdem US-Präsident Donald Trump die Schweiz mit Zöllen von 39 Prozent belegen will, sieht ein Experte ein gefährliches Szenario für das Land. Hans Gersbach, Co-Direktor der Schweizer Konjunkturforschungsstelle KOF schloss gegenüber dem Spiegel eine Rezession nicht aus. Wenn die Zölle auch für die Pharmabranche gelten, was der wichtigste Exportsektor sei, würde das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz um 0,7 Prozent sinken, sagte Gersbach.

Trump und die Schweiz: Der US-Präsident sprach mehrfach in Davos. (Archivbild)

Wenn die Zölle länger in Kraft blieben, könnte es sogar „noch schlimmer kommen“, so der Ökonom. Die Wirtschaft in der Schweiz könne um mehr als ein Prozent schrumpfen. „Es besteht die Gefahr einer Rezession. Es würden auch zahlreiche Arbeitsplätze verloren gehen“, schilderte Gersbach dem Spiegel.

Angesprochen darauf, was die Schweiz „falsch gemacht“ habe, dass Trump mit einem derartig hohen Zollsatz droht, stellt der Experte klar: „Wir haben nun mal eins der größten Handelsdefizite im Warenhandel mit den USA, das ist kein Geheimnis.“ Trump wolle jetzt „die maximale Drohkulisse aufbauen“, um Zugeständnisse von der Schweiz zu bekommen. Man habe sich eigentlich auf einem guten Weg gefühlt, es habe Gespräche über ein Abkommen gegeben. „Aber Trump will den Konflikt eskalieren und der Schweiz vor Augen führen, was es kostet, Zutritt zum amerikanischen Markt zu bekommen. Er will herausfinden, welchen Preis wir dafür zu zahlen bereit sind.“

Trump belegt Länder mit neuen Zöllen

Update, 13.35 Uhr: Auf Importe dieser Länder werden folgende Zölle erhoben (Auswahl):

Europäische Union15 Prozent
Großbritannien10 Prozent
Schweiz39 Prozent
Israel15 Prozent
Indien25 Prozent
Brasilien50 Prozent

Update, 9.34 Uhr: Die Schweiz zeigt sich erschüttert über die drastischen Zollmaßnahmen aus den USA. Sie findet sich auf der neuen US-Liste mit 39 Prozent Abgaben auf Schweizer Exporte in die USA wieder. Das übersteigt die schlimmsten Erwartungen. Im April hatte US-Präsident Trump noch 31 Prozent für die Schweiz angesetzt.

Die Regierung nehme dies mit großem Bedauern zur Kenntnis, teilte sie mit. Die erhoffte Einigung auf einen niedrigeren Satz blieb aus, wie Bundespräsidentin Karin Keller-Suter auf der Plattform X schrieb .Für die EU gilt ein Zollsatz von 15 Prozent. Alles soll nach derzeitigem Stand am 7. August in Kraft treten.

Erstmeldung: Washington/Mar-a-Lago – Die Erleichterung dürfte nur von kurzer Dauer sein: US-Präsident Donald Trump hat das Inkrafttreten seiner angekündigten Mega-Zölle um eine Woche verschoben. Statt am 1. August 2025 treten die neuen Strafzölle erst am 7. August in Kraft. Ein US-Berufungsgericht prüft derzeit noch die Rechtmäßigkeit der Zölle.

Trump-Zölle News: Schweiz mit 39 Prozent belegt – schwere Zeiten brechen an

Und auch die neuen Zollsätze haben es in sich: Kanada wird mit 35 Prozent Strafzöllen belegt, die Schweiz sogar mit 39 Prozent. Trump begründete die harten Maßnahmen gegen Kanada damit, dass das Land bei der Bekämpfung des Fentanyl-Schmuggels nicht kooperiert habe. Brasilien trifft es mit 50 Prozent am härtesten, während für die EU 15 Prozent gelten sollen. Trump begründet die Verzögerung damit, dass den Grenz- und Zollbehörden Zeit gegeben werden soll, das neue System umzusetzen.

Experten warnen vor Folgen der Trump-Zölle – auch für die USA

Ökonomen warnen bereits vor den verheerenden Folgen für Verbraucher und Unternehmen. Viele Experten erwarten, dass US-Verbraucher und Firmen mindestens einen Teil der enormen Kosten tragen werden, die durch die neuen Zölle entstehen. Die Preise für importierte Waren dürften drastisch steigen – von Elektronik über Kleidung bis hin zu Lebensmitteln. Für Amerikaner werden Pakete teurer – wen Trumps Zoll-Entscheidung besonders trifft.

Zeitlinie: So hat Trump den Zoll-Krieg vom Zaun gebrochen

Am 20. Januar legt Donald Trump den Amtseid ab und wird als US-Präsident vereidigt.
Am 20. Januar legt Donald Trump den Amtseid ab und wird als US-Präsident vereidigt. In seiner Rede spricht er davon, andere Länder mit Zöllen zu belegen, um die US-Bürger zu bereichern. Noch am ersten Tag als Präsident verkündet Trump, die US-Nachbarländer Kanada und Mexiko mit Zöllen in Höhe von 25 Prozent zu belegen. Diese sollen ab dem 1. Februar in Kraft treten. © IMAGO/CNP/AdMedia
ines der ersten Länder, das am eigenen Leib erfahren musste, dass Trump nicht nur leere Drohungen ausspricht, war Kolumbien.
Eines der ersten Länder, das am eigenen Leib erfahren musste, dass Trump nicht nur leere Drohungen ausspricht, war Kolumbien. Am 26. Januar schickte Trump zwei US-Militärflugzeuge mit Migranten in das Land und forderte von Präsident Gustavo Petro, diese wieder aufzunehmen. Petro widersetzte sich zunächst, da die Passagiere seiner Ansicht nach nicht würdevoll behandelt worden seien. Daraufhin kündigte Trump Zölle in Höhe von 25 Prozent gegen Kolumbien an. Auch Petro drohte mit Gegenzöllen auf US-Importe – ruderte später jedoch zurück und erlaubte die Landung der Maschinen. © IMAGO/Sebastian Barros
US Trump Tariffs
Schon früh nahm Trump die beiden Nachbarländer Kanada und Mexiko, sowie China ins Visier. Am 1. Februar kündigte er offiziell Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe aus beiden Ländern an, in China sind es erstmal nur 10 Prozent. Ziel sei es, den Handel mit dem Opioid Fentanyl sowie die illegale Einwanderung in die USA einzudämmen – Probleme, die Trump zufolge von den Nachbarn zu sehr vernachlässigt würden. Kanadische Energieexporte sollten dabei lediglich mit zehn Prozent besteuert werden. Nur zwei Tage später, am 3. Februar, verschob Trump die geplanten Maßnahmen für Kanada und Mexiko jedoch um einen Monat. Die Zölle auf China bleiben in Kraft. © IMAGO/Stringer
2025 Liberal Leadership Election Results Announcement In Ottawa
Nach dem Aufschub im Februar setzt Trump die 25-prozentigen Zölle gegen Kanada schließlich am 4. März in Kraft. Kanada reagiert zunächst unter Premierminister Justin Trudeau mit Gegenzöllen in gleicher Höhe auf US-Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar – darunter Produkte wie Orangensaft und Kaffee. Zudem bereitet Kanada weitere Zölle auf US-Exporte wie Autos und Stahl im Wert von rund 90 Milliarden Dollar vor. Trump reagiert erneut: Am 5. März werden die Zölle auf kanadische Autoimporte ausgesetzt, am 6. März folgen weitere Sektoren. Kanada zeigt sich daraufhin vorerst zurückhaltend. Am 10. März übernimmt Mark Carney das Amt des Premierministers und kündigt an, sich Trumps Handelspolitik entschieden entgegenzustellen. Nach einem weiteren Schlagabtausch – Kanada droht mit einem Stromlieferstopp, Trump kontert mit der Verdopplung der Zölle – beruhigt sich die Lage vorübergehend. Doch am 9. April führt Kanada schließlich Gegenzölle in Höhe von 25 Prozent auf Autoimporte ein, sofern diese nicht den USMCA-Richtlinien entsprechen. © IMAGO/Artur Widak
Auch Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum nimmt die US-Zölle nicht einfach hin.
Auch Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum nimmt die US-Zölle nicht einfach hin. Nach Trumps Ankündigung, ab Februar Strafzölle gegen Mexiko zu erheben, reagiert ihre Regierung mit der Androhung von Gegenzöllen. Noch bevor konkrete Maßnahmen folgen können, setzt Trump – wie bereits im Fall Kanadas – die Zölle zunächst aus. Später werden sie nur selektiv in wenigen Sektoren umgesetzt. © IMAGO/Gerardo Vieyra
Die 10-prozentigen Zölle auf China sind nur der Anfang eines eskalierenden Handelsstreits zwischen China und den USA.
Die 10-prozentigen Zölle auf China sind nur der Anfang eines eskalierenden Handelsstreits zwischen den beiden Ländern. Nachdem die Zölle am 4. Februar in Kraft treten, reagiert China mit ersten Gegenmaßnahmen. Das Land leitet eine Kartelluntersuchung gegen Google ein und erhebt 15-prozentige Zölle auf Kohle und Flüssigerdgasprodukte sowie 10 Prozent auf Rohöl und Maschinen. Anfang März erhöht Trump die US-Zölle auf chinesische Einfuhren auf 20 Prozent. Daraufhin kündigt China 15-prozentige Zölle auf US-Agrarprodukte wie Hühnerfleisch, Weizen und Baumwolle an. Etwas reduzierte Zölle von zehn Prozent gelten für Produkte wie Schweinefleisch, Hirse und Sojabohnen. © Mikhail Klimentyev/Kremlin Pool via www.imago-images.de
Am 26. März folgt schließlich die Ankündigung von Zöllen auf Autoimporte in die USA: Fertigfahrzeuge sollen ab dem 3. April mit 25 Prozent besteuert werden, Autoteile ab dem 3. Mai.
Doch nicht nur einzelne Länder trifft Trump mit seinen Zöllen. Am 10. Februar kündigt er erstmals an, Zölle auf Aluminium und Stahl zu erheben – die am 12. März global in Kraft traten. Weitere Durchführungsverordnungen des Republikaners befassen sich mit möglichen Importzöllen auf Kupfer und Holz, da diese für Verteidigung, Infrastruktur und Technologie als essenziell gelten und somit die nationale Sicherheit betreffen. Konkrete Maßnahmen dazu stehen noch aus. Am 26. März folgt schließlich die Ankündigung von Zöllen auf Autoimporte in die USA: Fertigfahrzeuge sollen ab dem 3. April mit 25 Prozent besteuert werden, Autoteile ab dem 3. Mai. © IMAGO/Dwi Anoraganingrum
Mit der Zollerhebung auf importierten Stahl und Aluminium wird auch die Europäische Union aktiv.
Mit der Zollerhebung auf importierten Stahl und Aluminium wird auch die Europäische Union aktiv. Am 12. März kündigt die EU Vergeltungsmaßnahmen auf US-Waren im Wert von rund 26 Milliarden Euro an, die gestaffelt in Kraft treten sollen – darunter Textilien, Agrarprodukte, Motorräder sowie ebenfalls Stahl und Aluminium. Trump reagiert empört und droht mit Strafzöllen von 200 Prozent auf europäischen Wein, Champagner und Spirituosen, sollte die EU an einem 50-prozentigen Zoll auf amerikanischen Whiskey festhalten. Die EU verschiebt ihre Maßnahmen daraufhin zunächst auf Mitte April. © IMAGO/Bert Van Den Broucke
Am 24. März gerät auch Venezuela ins Visier von Trump.
Am 24. März gerät auch Venezuela ins Visier von Trump. Er verkündet, ab dem 2. April alle Länder mit einem 25-prozentigen Zoll zu bestrafen, die Öl oder Gas aus Venezuela kaufen. Er begründet diese Entscheidung damit, dass das Land Kriminelle in die USA schicke und sich feindselig gegenüber den USA verhalte. Den gleichen Zoll werde er auch über Venezuela selbst verhängen, verkündete er. © IMAGO/Markus Matzel
Trump Annouinces New Tariffs at a Make America Wealthy Again Event
Nachdem Trump Konzepte für reziproke bzw. „gegenseitige“ Zölle mit seinem Amtseintritt in Auftrag gibt, wird er am 13. Februar zum ersten Mal konkreter. Er warnt davor, bald US-Zölle zu erheben, die „aus Gründen der Fairness“ auf das Niveau der Einfuhrzölle anderer Länder angepasst werden. Konkret wird Trump am 2. April, den von ihm deklarierten „Tag der Befreiung“.  © IMAGO/CNP/AdMedia
Trump nennt die genauen Details seiner „gegenseitigen“ Zölle
Am 2. April ist es dann tatsächlich so weit, und Trump nennt die genauen Details seiner „gegenseitigen“ Zölle. Zunächst erfolgt am 5. April ein allgemeiner Importzoll auf alle Waren von 10 Prozent, und am 9. April treten dann die länderspezifischen Gegenzölle in Kraft. Für China bedeutet das nochmals 34 Prozent, und die EU trifft es mit 20 Prozent. Außerdem spricht sich Trump dafür aus, Waren aus Kanada und Mexiko, die dem USMCA-Handelsabkommen entsprechen, zollfrei zu halten. Alle anderen Importzölle sollen auf 12 Prozent sinken, sollten die beiden Nachbarländer Trumps Forderungen nachkommen. Am Ende werden die zehnprozentigen Zölle umgesetzt, doch die reziproken Zölle werden kurz nach Mitternacht am 9. April um 90 Tage ausgesetzt. Ausgeblieben von der Regelung bleibt ein Land: China. © IMAGO/Stringer
Hauptsächlich beladen mit Containern aus China fährt ein Containerschiff elbaufwärts in den Hamburger Hafen.
Die 10-prozentigen Zölle auf China sind erst der Anfang eines eskalierenden Handelstreits zwischen den beiden Ländern. Nach dem die Zölle gegen CHina am 4. Februar in Kraft treten, verhängt CHina erste Gegenmaßnahmen. Das Land zettelt eine Karteluntersuchung gegen Google and, erhebt 15-prozentige Zölle auf Kohle und Flüssigerdgasprdoukte, sowie 10 Prozent auf Rohöl und Maschinen. Anfang März erhöht Trump den US-Zoll auf chinesische Einfuhren auf 20 Prozent. Daraufhin kündigt China 15 Prozent auf US_Agrarprodukte an, darunter Hühnergleisch, Weizen und Baumwolle. Etwas reduziertere Zölle von zehn Prozent givt es auf Produkte wie Schweinefleisch Hirse der Sojabohnen.  © Imago/Winfried Rothermel
Apple produziert seine IPhones hauptsächlich in China. Sie sind von dem Zoll ausgenommen.
Im Zollstreit mit China rudert Trump wieder etwas zurück. Am 13. April verkündete er, dass rückwirkend zum 5. April alle Smartphones, Computer und andere Elektronikprodukte aus China von den Zöllen befreit seien. Auch die 10-prozentigen Basiszölle seien davon ausgenommen. Kurz darauf korrigierte er seine Aussage auf der Social-Media-Plattform Truth Social teilweise. Es handle sich dabei gar nicht um eine „Ausnahme“, sondern die Produkte würden in einem anderen „Zolleimer“ landen. Sie unterlägen zudem den 20-prozentigen Anfangszöllen. Weiterhin wolle Trump im Laufe der neuen Woche, ab dem 14. April, die Höhe der Zölle für importierte Halbleiter bekannt geben. © IMAGO/CFOTO
Vehicles Export in Nanjing Port
Weitere Ausnahmen macht Trump bei importierten Autoteilen aus China: Sie sollen den allgemeinen Autozöllen unterliegen, die Anfang Mai in Kraft treten, jedoch nicht von den hohen allgemeinen China-Zöllen betroffen sein. Zu weiteren Kompromissen gegenüber China zeigt sich Trump momentan nicht bereit. In einer Pressekonferenz an Bord der Air Force One erklärte Trump, er werde die hohen Zölle nicht fallen lassen, „es sei denn, sie geben uns etwas [...], das substanziell ist.“ Zudem ergänzte er: „Es wird alles klappen. Diese Dinge funktionieren immer.“ © IMAGO/CFOTO
U.S.-China trade talks
Nach den eskalierenden Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China haben sich beide Länder bei Verhandlungen in Genf auf eine 90-tägige Zollpause geeinigt. Sowohl die USA als auch China senken ihre Zölle um 115 Prozentpunkte und erheben in diesem Zeitraum nur noch 30 bzw. 10 Prozent auf die Einfuhr von Waren. Spezielle Sonderzölle sind von der Pause ausgenommen. Weitere Verhandlungen finden in der Zwischenzeit statt, wie das Handelsministerium in Peking mitteilt. Hier im Bild: US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) und US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer bei der Pressekonferenz in Genf am 12. Mai. © IMAGO/ Kyodo News
Kananaskis, Alberta, Kanada, 16.06.2025: Mountain Lodge: G7-Gipfel 2025: US-Präsident Donald Trump und der deutsche Bund
Ende Mai kündigte Trump erneut Zölle gegen die EU an. Er drohte mit einem Zollsatz von 50 Prozent, der ab dem 1. Juni gelten sollte. Als Grund nannte er das Handelsdefizit. „Unsere Gespräche mit ihnen führen zu nichts“, sagte er im Zusammenhang mit den Verhandlungen. Wenige Tage nach der Ankündigung gewährte Trump auf Bitte der EU jedoch eine Verschiebung auf den 9. Juli, um mehr Zeit für Verhandlungen zu schaffen. CDU-Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte in diesem Zusammenhang das Vorgehen der EU und bezeichnete es am Tag der Industrie in Berlin am Montag, 23. Juni, als „viel zu kompliziert“. Er forderte, die Verhandlungen auf vier bis fünf große Branchen zu konzentrieren, darunter die Automobilindustrie, Chemie, Pharma und Maschinenbau. Hier im Bild: Donald Trump und Friedrich Merz beim G7-Treffen in Kanada Mitte Juni.  © IMAGO/Bergmann, Guido/BPA/dts Nachrichtenagentur
NATO Summit In The Hague
Am 29. Mai entschied das Gericht für internationalen Handel, dass Trumps Zölle nicht rechtswidrig sind. Denn laut dem Richter darf Trump sich nicht auf das Notstandsgesetz berufen. Eine mehrtägige Frist wurde verhängt, um die Zölle auszusetzen. Daraufhin legte die amerikanische Regierung jedoch Berufung ein, wodurch das Urteil vorerst ausgesetzt wurde. Das Berufungsgericht will den Fall nun eingehender prüfen. Am Ende steht der Supreme Court, der überwiegend mit Republikanern besetzt ist. Weitere Verfahren laufen derzeit vor dem Bezirksgericht in Washington und im Bundesstaat Kalifornien. Ein kurzfristiges Urteil ist vorerst jedoch nicht zu erwarten. © IMAGO/Jakub Porzycki
Waschmaschine, Kuehlschrank Copyright: xZoonar.com/LutzxWallrothx 829120
Die US-Regierung unter Trump erhöhte ab dem 4. Juni die Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium von zuvor 25 Prozent auf 50 Prozent, um die heimische Industrie weiter zu schützen. Außerdem wurden ab dem 23. Juni die Zölle auf bestimmte Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Gefrierschränke, Geschirrspüler und Herde ausgeweitet, da diese oft stahlhaltige Komponenten enthalten. Von den erhöhten Zöllen sind britische Waren ausgenommen. © IMAGO/Zoonar.com/Lutz Wallroth
Brazil BRICS Summit
Als Reaktion auf ein Treffen der BRICS-Staaten in Rio de Janeiro verkündete Trump, jedes Land mit zusätzlichen Zöllen von 10 Prozent zu belegen, das erwäge, dem Verbund beizutreten. Diese Warnung veröffentlichte er am Sonntag, dem 6. Juli, in einem Beitrag auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social – kurz nachdem die Staatengruppe in einer Erklärung betont hatte, dass Trumps Zölle eine Bedrohung für den Welthandel darstellten. Hier im Bild: Russlands Außenminister Sergej Lawrow beim Treffen in Brasilien. © IMAGO/Kirill Zykov
U.S.-WASHINGTON, D.C.-WHITE HOUSE-PRESS BRIEFING-TARIFFS
Trumps aufgeschobene, sogenannte gegenseitige Zölle sollten eigentlich am 9. Juli in Kraft treten. Doch kurz vor Ablauf der Frist verkündete die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt (im Bild: mit Trumps Brief an Südkorea), eine erneute Verschiebung – nun auf den 1. August. Als Begründung nannte sie den Wunsch, zusätzlichen Raum für Verhandlungen zu schaffen. Eine wichtige Ausnahme bildet die Volksrepublik China: Trump bezieht das Land nicht in den Fristaufschub ein, doch beide Seiten hatten sich zuvor in Gesprächen auf ein Handelsabkommen verständigt. Gleichzeitig setzt Trump ein deutliches Signal an andere Staaten: Er verschickt insgesamt 14 Briefe an verschiedene Länder, in denen neue Zollsätze angekündigt werden – mit Wirkung zum 1. August. Die ersten beiden Schreiben gehen an Japan und Südkorea. Laut den Briefen soll für beide Länder ein Zollsatz von 25 Prozent gelten. Die Maßnahmen sind nicht sektorspezifisch und gelten daher unabhängig von bestehenden Zöllen etwa auf Stahl oder Aluminium. In dem Schreiben warnt Trump zudem vor möglichen Gegenreaktionen: Sollten betroffene Länder mit eigenen Maßnahmen antworten, behalte sich die US-Regierung vor, die Zölle weiter zu erhöhen. © IMAGO/Hu Yousong
Japan PM comments on trade deal with U.S.
Im Zuge der Handelsstreitigkeiten mit den USA einigen sich US-Präsident Trump und der japanische Premierminister Shigeru Ishiba auf ein Handelsabkommen. Das am 23. Juli verkündete Abkommen soll die Zolllast für Japan verringern, die in einem zuvor versandten Brief von Trump noch bei 25 Prozent liegen sollte. Nun haben sich beide Seiten auf einen Zollsatz von 15 Prozent geeinigt. Im Gegenzug verspricht Japan, verstärkt in die USA zu investieren. Laut japanischen Medienberichten soll die 50-prozentige Abgabe auf Stahl- und Aluminiumgüter jedoch unverändert bleiben. Trump selbst bezeichnete das Abkommen als das „vielleicht größte, das jemals geschlossen wurde“. © IMAGO
Ursula von der Leyen für Handelsgespräche mit den USA offen
Nachdem Trump bereits Anfang Juli 14 Briefe an verschiedene Länder verschickt hatte, in denen er sie über geplante Zollerhöhungen informierte, folgte Mitte des Monats ein weiterer Brief an die EU. Demnach drohen Zölle in Höhe von 30 Prozent, die ab dem 1. August in Kraft treten sollen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen reagierte umgehend und warnte vor den wirtschaftlichen Folgen solcher Maßnahmen. Die EU zeigt sich laut Diplomaten in einem Bericht der Financial Times weiterhin verhandlungsbereit und wäre demnach bereit, einem Zollsatz von 15 Prozent zuzustimmen. Auch Abgaben auf bestimmte Produkte, etwa medizinische Geräte oder Flugzeuge, könnten entfallen. Eine endgültige Einigung steht jedoch noch aus. Von der Leyen warnte zudem, dass bei einem Scheitern der Gespräche Gegenmaßnahmen folgen könnten. © IMAGO/Matrix Images

Besonders hart trifft es Unternehmen, die auf Importe angewiesen sind. Trump hatte bereits im April 2025 wegen des hohen Handelsdefizits erste Zölle eingeführt. Die jetzige Verschärfung bringt viele Firmen an den Rand der Verzweiflung.

Wie hoch sind die Zölle von Amerika nach Deutschland?

Statt der ursprünglich geplanten 20 Prozent Strafzölle gelten für Deutschland als EU-Mitglied ab dem 7. August nur 15 Prozent Zölle auf Waren, die in die USA exportiert werden. Vor kurzem konnte die EU eine Einigung mit Trump erzielen. Im Gegenzug verpflichtete sich die Europäische Union zum Kauf amerikanischen Flüssiggases und Militärtechnik im Wert von mehreren hundert Milliarden Dollar. Damit kommt Deutschland glimpflicher davon als andere Länder. Doch Nach „größtem Zoll-Deal von allen“ droht das Abkommen noch zu kippen.

Wichtige Handelspartner haben noch Fristverlängerungen für weitere Verhandlungen erhalten. Pakistan, Thailand und Kambodscha sollen sich kurz vor Fristende auf Handelsabkommen verständigt haben – Details zu den beschlossenen Zollsätzen sind jedoch noch nicht bekannt.

Die einwöchige Verschiebung gibt Unternehmen noch Zeit für letzte Vorbereitungen. Importeure sollten ihre Lieferketten überprüfen und alternative Beschaffungswege prüfen. Der 7. August wird zum Stichtag für eine neue Ära im Welthandel.

Rubriklistenbild: © Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

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