Unter Druck: US-Präsident Donald Trump setzt die Schweiz mit Zolldrohungen unter Druck – Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter betreibt aktuell Schadensbegrenzung.
Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter brachte Donald Trump mit ihren Erklärungen auf – jetzt leidet die Schweizer Wirtschaft darunter.
Update, 7. August 2025, 7.22 Uhr: Die Schweizer Mission nach Washington ist gescheitert. Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter und Wirtschaftsminister Guy Parmelin kehrten am Donnerstagmorgen mit leeren Händen aus den USA zurück, nachdem sie notfallmäßig versucht hatten, die angekündigten 39-Prozent-Zölle auf Schweizer Exporte abzuwenden. Zwar kam es zu einem Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio, doch ein direkter Kontakt zu Präsident Donald Trump blieb aus. Pünktlich um Mitternacht amerikanischer Zeit trat der Zollhammer in Kraft, was für Schweizer Hersteller bei Exporten in die USA nun Abgaben von 39 Prozent bedeutet.
Der Bundesrat will sich am Donnerstagnachmittag zu einer außerordentlichen Sitzung treffen und anschließend die Öffentlichkeit informieren. Bereits vor der Washington-Reise hatte er angedeutet, dass die Verhandlungen auch nach Ablauf der Frist fortgeführt werden sollen. Trump hatte bereits vor dem Inkrafttreten auf Truth Social gepostet: „Es ist Mitternacht!!! Milliarden von Dollars fließen nun in die Vereinigten Staaten von Amerika!“ Das hat auch die EU kalt erwischt – dort gelten die Trump-Zölle ab sofort.
Update, 13.17 Uhr: Der Bundesrat hat in den Verhandlungen mit den USA das Ziel eines Zoll-Deals spektakulär verfehlt, nachdem US-Präsident Donald Trump der Schweiz einen 39-Prozent-Zoll auferlegt hat. Jetzt sucht die Landesregierung nach Lösungen für ein „noch attraktiveres Angebot“. Während im ursprünglich gescheiterten Vorschlag nur Produkte wie amerikanische Orangen, Meeresfrüchte oder Nüsse von Zollsenkungen profitieren sollten - Bereiche, wo die Schweiz ohnehin importiert -, rückt nun die heikle Frage nach US-Rindfleischimporten in den Fokus.
SVP-Nationalrat und Landwirt Martin Haab warnt im Schweizer Blick vor den Konsequenzen für die Schweizer Landwirtschaft und erklärt: „Bundesrat Parmelin und das Staatssekretariat für Wirtschaft haben uns zugesichert, dass das Fleisch bei einem möglichen Deal mit den USA nicht angerührt wird.“ Bereits das Mercosur-Abkommen sieht ein Kontingent von 3000 Tonnen Importfleisch vor, was Haab als verkraftbar bezeichnet: „Das können wir Bauern aushalten und gehen nicht gleich auf die Barrikaden. Wenn dann aber auch bei den USA das Fleisch in den Fokus rückt, wird es happig.“
Name:
Karin Keller-Sutter
Amt:
Schweizer Bundespräsidentin
Sprachliche Ausbildung:
Ausgebildete Dolmetscherin, hat Sprachen studiert und unterrichtet
Politische Laufbahn:
Gemeinderätin, Kantonsrätin, Regierungsrätin, Ständerätin und ist jetzt Bundesrätin der FDP.
Finanzpolitische Haltung:
Sie warnt vor der hohen Verschuldung in Europa und den USA als Risiko für die Finanzstabilität.
Begegnung mit Trump:
Sie traf Trump persönlich im Vatikan, bevor das fatale Telefonat stattfand.
Trump über Keller-Sutter: „Die Frau war nett, aber sie wollte nicht zuhören“
Update, 9.33 Uhr: Heute um 16.15 Uhr deutscher Zeit findet ein erstes Treffen zwischen der Schweiz und den USA statt, bei dem Keller-Sutter auf US-Außenminister Marco Rubio trifft. Das Gespräch steht im öffentlichen Terminkalender des US-Außenministers und wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten. Ein Treffen mit US-Präsident Trump ist nach Angaben eines US-Regierungsvertreters gegenüber der Nachrichtenagentur AFP „derzeit“ nicht vorgesehen. Das bilaterale Gespräch markiert den ersten offiziellen Kontakt zwischen den beiden Ländern auf dieser Ebene.
Update, 6. August, 8.36 Uhr: Die Schweiz steht vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen durch die von US-Präsident Donald Trump angeordneten 39-prozentigen Zölle auf Schweizer Importe. Der Industrieverband Swissmem warnt vor einer Gefährdung des „Wohlstands aller“ und befürchtet den Verlust zehntausender Arbeitsplätze, wie Direktor Stefan Brupbacher erklärte. Auch Economiesuisse sieht Firmenpleiten als Folge der Zollpolitik. Obwohl die Zölle von US-Importeuren und letztendlich von amerikanischen Verbrauchern getragen werden müssten, könnten Schweizer Produkte so teuer werden, dass die Nachfrage drastisch einbricht. Die USA sind nach Deutschland der zweitwichtigste Exportmarkt der Schweiz mit einem Anteil von fast 19 Prozent am Gesamtexport.
Zoll-Schock trifft Schweiz: Trump verrät Details aus Telefonat mit Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter
Update, 21.42 Uhr: Die Schweiz sieht sich ab Donnerstag mit einem der höchsten Zollsätze konfrontiert, die Donald Trump im Rahmen seines Zollkonflikts zahlreichen Handelspartnern auferlegt. Die Zölle würden das Land „im Vergleich zu anderen Handelspartnern mit ähnlichem Wirtschaftsprofil deutlich benachteiligen“, hatte die Schweizer Regierung unter Verweis auf niedrigere Zölle für EU-Mitgliedstaaten, Großbritannien und Japan erklärt. Die Schweiz wolle jedoch an den „dynamischen Wirtschaftsbeziehungen mit den USA festhalten“.
Mit ihrem neuen Angebot wolle die Schweiz „den Bedenken der USA Rechnung tragen“, hieß es in der Erklärung vom Dienstag. Einzelheiten wurden aber nicht genannt. Derweil echauffierte Trump sich in einem Interview mit dem US-Sender CNBC darüber, dass die Schweiz einen Zollsatz von einem Prozent gefordert habe. Trump habe Karin Keller-Sutter in ihrem letzten Gespräch entgegnet, man werde an den Plänen festhalten. „Die Frau war nett, aber sie wollte nicht zuhören“, so der US-Präsident weiter.
Trumps Schweiz-Zölle: Bundespräsidentin auf dem Weg in die USA
Update, 15.17 Uhr: Nach dem Schock über die 39-prozentigen US-Zölle haben Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter und Wirtschaftsminister Guy Parmelin am Dienstag persönlich die Reise nach Washington angetreten.
Besuche im Weißen Haus: Trumps legendäre Momente im Oval Office
Ziel der heiklen Mission ist es, den USA „ein noch attraktiveres Angebot“ zu unterbreiten und die Zollhöhe zu verringern. Was genau der Bundesrat Trump anbieten kann, bleibt aus „verhandlungstaktischen Gründen“ geheim – diskutiert werden höhere Schweizer Investitionen in den USA, Verhandlungen über Medikamentenpreise, der Kauf fossiler Energie oder Zollsenkungen für landwirtschaftliche Produkte. Ob es einen direkten Kontakt zu Trump geben wird und mit welchen US-Stellen verhandelt wird, blieb am Dienstag unklar, schreibt der Schweizer Blick. Der Bundesrat hatte bereits angekündigt, die Gespräche notfalls auch nach dem 7. August fortzusetzen, wenn die Zölle in Kraft treten.
Zoll-Hammer gegen die Schweiz: „Größtes Fiasko“ für Bundespräsidentin – Eklat in Trump-Telefonat
Update vom 5. August, 10.09 Uhr: Die Schweizer Regierung bemüht sich nach der Verhängung von 39-prozentigen US-Strafzöllen durch Donald Trump um neue Verhandlungen. Nach einer Dringlichkeitssitzung am Montag erklärte Bern, man sei bereit, den USA „ein noch attraktiveres Angebot“ zu unterbreiten, das „die Bedenken der USA berücksichtigen“ und „die derzeitige Zollsituation entschärfen“ werde. Die Zölle sollen ab Donnerstag in Kraft treten.
Gleichzeitig wächst die Kritik an Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter. Die Schweizer Medien üben scharfe Kritik an der Bundespräsidentin: Die SonntagsZeitung bewertete die gescheiterten Verhandlungen als ihr „größtes Fiasko“. Noch drastischer formulierte es die Boulevardzeitung Blick, die das Ergebnis als die größte Niederlage der Schweiz seit 1515 einstufte – dem Jahr, in dem das Land eine Schlacht gegen Frankreich verlor.
Was als diplomatischer Triumph geplant war, endete als Eklat. Am 31. Juli um 20 Uhr wollte Bundespräsidentin Keller-Sutter in einem Last-Minute-Telefonat mit Donald Trump die drohenden Trump-Zölle noch abwenden. Doch das 35-minütige Gespräch eskalierte offenbar völlig – zum Nachteil der Eidgenossen.
Trump-Zölle treffen die Schweiz: Keller-Sutter verursacht diplomatischen GAU
Wie der Schweizer Tagesanzeiger unter Berufung auf US-Kreise berichtet, ließ Trump die Bundespräsidentin zunächst zehn Minuten warten. Nach höflichem Geplänkel über den Schweizer Nationalfeiertag und die Geschichte seit 1291 kam ein „eher schlecht gelaunter Trump“ zur Sache. Bei einem Handelsdefizit von 39 Milliarden Dollar seien zehn Prozent Zölle „völlig unzulänglich“, machte er klar.
Was dann folgte, wurde zum diplomatischen GAU. Keller-Sutter versuchte Trump beharrlich zu erklären, wie das Handelsdefizit zwischen beiden Ländern zustande komme. Der US-Präsident reagierte zunehmend ungehalten auf diese Belehrungen, die er als „oberlehrerhaft“ empfand. „Ein 40 Milliarden Dollar Defizit, ein großes Problem“, zitiert der Tagesanzeiger Trump aus dem Gespräch. Anstatt einzulenken, redete Keller-Sutter weiter auf Trump ein. Eine Quelle aus dem Umfeld der Bundespräsidentin berichtet dem Schweizer Blick zudem, dass Keller-Sutter davon ausgegangen sei, die Verhandlungen mit Trump würden auf Basis der seit Jahresbeginn geltenden Vereinbarung über zehnprozentige Zölle geführt.
Trumps Umfeld schickt dringende SMS-Warnung: „Beendet das Gespräch!“
Die Situation eskalierte derart, dass um 20.38 Uhr eine Person aus Trumps Umfeld eine Notfall-SMS an eine Schweizer Staatssekretärin schickte: „Beendet das Gespräch!“ – sonst werde alles nur noch schlimmer.
Keller-Sutter verkündete kurz darauf das Desaster selbst auf X: „Es konnte keine Einigung über die zwischen der Schweiz und den USA verhandelte Absichtserklärung gefunden werden“, schrieb die 61-Jährige. Zwei Stunden später kam die Quittung aus Washington: 39 Prozent Zoll für die Schweiz – eine willkürlich wirkende Zahl, die Trumps Verärgerung widerspiegelte.
Zehntausende Arbeitsplätze in der Schweiz in Gefahr – Notfall-Bundesratssitzung wegen der Trump-Zölle einberufen
Die Auswirkungen sind gravierend. Für Schweizer Firmen sind die USA der wichtigste Handelspartner. 2024 machten US-Exporte über 70 Milliarden Euro aus – 17 Prozent aller Schweizer Ausfuhren. Wirtschaftsexperten warnen vor Zehntausenden gefährdeter Arbeitsplätze. Der Wirtschaftsverband Economiesuisse sprach von „ungerechtfertigten Zöllen“, die „eine sehr ernsthafte Belastung für die Schweizer Wirtschaft“ seien. Konjunkturexperten prognostizieren einen BIP-Rückgang von mindestens 0,7 Prozent.
Der Bundesrat traf sich bereits am Montag zu einer außerordentlichen Krisensitzung. Man will den USA „ein noch attraktiveres Angebot“ unterbreiten, bevor die Zölle am Donnerstag in Kraft treten. Swatch-Chef Nick Hayek forderte Keller-Sutter zu einem raschen Treffen mit Trump auf: „Sie sollte das Flugzeug nehmen und nach Washington fliegen. Das würde die Chancen auf eine Einigung enorm erhöhen.“
Doch die Zeit wird knapp – und das Vertrauen in Keller-Sutters Verhandlungsgeschick ist erschüttert. Dabei hatte sie vor wenigen Wochen der Schweizer Tageszeitung Blick noch stolz erklärt: „Irgendwie habe ich den Zugang zu Trump gefunden.“ Ein Irrtum, wie es scheint.