Negative Stimmung um Land

Führt Trump die US-Wirtschaft in die Rezession? Fünf Anzeichen lassen Alarmglocken schrillen

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Donald Trump will den USA zu altem Glanz verhelfen. Stattdessen nehmen die Befürchtungen einer Rezession zu. Einige Indikatoren sind schon jetzt alarmierend.

Washington – Die USA sollen wieder großartig werden. Dieses Ziel hat sich Donald Trump nun zum zweiten Mal auf die Fahnen geschrieben. Und viele der „MAGA“-Anhänger vertrauen dem US-Präsidenten dabei wie schon in dessen erster Amtszeit blind, himmeln ihn beinahe an, als wäre er ein Gottgesandter. Bislang lässt sich jedoch festhalten, dass sich das Land in den ersten Wochen nach Trumps Rückkehr ins Weiße Haus noch schwer damit tut, sich der anvisierten Großartigkeit anzunähern.

Nicht nur das. Aktuell wird sogar eher darüber diskutiert, ob der 78-Jährige die Wirtschaft erst einmal in eine Rezession führen wird. Trump selbst sagte dazu in einem Fox-Interview: „Ich hasse es, so etwas zu prognostizieren.“ Seine Erklärung für die Startschwierigkeiten: „Wir befinden uns in einer Phase des Übergangs, weil das, was wir vorhaben, sehr groß ist. Wir bringen den Wohlstand zurück nach Amerika. Das ist eine große Sache (…) und die braucht ein bisschen Zeit, aber ich denke, es wird großartig für uns werden.“

Trump, die US-Wirtschaft und die Rezession: Experte sieht schlimme Folgen der Zoll-Politik

Es ist also Geduld gefragt. Eine Forderung, die Trump unter Politikern alles andere als exklusiv hat. Sein Handelsminister sorgte derweil schon einmal vor. In einem CBS-Interview betonte Howard Lutnick, als langjähriger Finanzmanager gestählt, die Trump-Politik sei „das Wichtigste, das Amerika je hatte“, weshalb sie es sogar „wert“ sei, dafür eine Rezession in Kauf zu nehmen. Wer großartig werden will, muss also auch Opfer bringen.

Sein neuestes Werk: US-Präsident Donald Trump hat das Dekret für Zölle auf Fahrzeug-Importe unterschrieben.

Ganz so bereitwillig würde sich Mark Zandi nicht auf eine Wirtschaftskrise einlassen. Angesichts der jüngst verhängten Zölle warnte der Chef-Ökonom des Finanzdienstleisters Moody’s Analytics gegenüber CNN: „Man kann sich auch selbst in eine Rezession hineinreden, aber das fühlt sich an, als würden wir in eine Rezession hineingedrängt.“

Gerade erst hat Trump nach langem Hin und Her bezüglich angedrohter Zölle auf Einfuhren aus den Nachbarländern Kanada und Mexiko sowie aus Europa die Kfz-Branche mit den zusätzlichen Gebühren belegt. Überlegt er sich nicht doch wieder anders, werden ab 3. April 25 Prozent auf entsprechende US-Importe erhoben.

Rutschen die USA in eine Rezession? Vertrauen der Verbraucher ist besonders wichtig

Von diesem Vorgehen verspricht sich Trump eine Stärkung der eigenen Wirtschaft, zudem sollen so ausländische Unternehmen ins Land gelockt werden, um weitere Arbeitsplätze zu schaffen. Dagegen befürchten Experten vielmehr einen Handelskrieg, den am Ende die Verbraucher ausbaden müssen, weil die Preise steigen.

Überhebt sich Trump also mit seiner Zoll-Taktik und schadet seinem Land? Zuletzt wurde bereits die Wortkreation „Trumpcession“ aus der Taufe gehoben. Das US-Portal Newsweek hat in Zusammenarbeit mit Ökonomen die fünf Schlüsselindikatoren unter die Lupe genommen, anhand derer Experten die Wahrscheinlichkeit einer Rezession einschätzen. Dabei handelt es sich um das Vertrauen der Verbraucher, verspätete Kreditkartenzahlungen und Ausfallraten, Unsicherheiten in der Geschäftswelt, den Index der handelspolitischen Unsicherheit und Inflationserwartungen.

Die Ausgaben der Verbraucher, die mit dem Optimismus hinsichtlich der Wirtschaftslage und der persönlichen Finanzen zusammenhängen, machen demnach schätzungsweise mehr als zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Hier sind die Aussichten alles andere als rosig, wie einige angeführte Zahlen offenbaren.

Lässt seinen Worten Taten folgen: US-Präsident Donald Trump bittet Konzerne für die Einfuhr von Fahrzeugen zur Kasse.

USA unter Trump: Index liefert Hinweis auf bevorstehende Rezession

Als Beispiel wird der Consumer Confidence Index vom Think Tank The Conference Board genannt, der im März um 7,2 Punkte absank. Damit liegt er nun bei 92,9 Punkten – dem niedrigsten Wert seit Januar 2021, als sich auch die USA mitten in der Corona-Krise befanden. Der Expectations Index, der sich auf die kurzfristigen Aussichten für die Einkommens-, Geschäfts- und Arbeitsmarktlage fokussiert, befindet sich sogar auf dem niedrigsten Level seit zwölf Jahren. Er sank um 9,6 auf 65,2 Punkte. Schon ein Wert von 80 wird als Hinweis auf eine bevorstehende Rezession angesehen.

Ebenfalls negativ ist die Tendenz beim Consumer Sentiment Index der University of Michigan. Der Erhebung zufolge verschlechterten sich die Stimmung der Verbraucher, die aktuelle Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und die Zukunftserwartungen der Verbraucher im März im Vergleich zum Februar sowie zum Vorjahresmonat teilweise deutlich. So sanken die Zukunftserwartungen binnen zwölf Monaten um 32 Prozent.

Donald Trumps Kabinett: Liste voller skandalöser Überraschungen

Donald Trump im Weißen Haus
Donald Trump ist am 20. Januar 2025 als neuer Präsident ins Weiße Haus zurückgekehrt. Die Posten in seinem Kabinett sind alle verteilt. Wir stellen vor, wer Trump in die Regierung folgt. © Evan Vucci/dpa
 J.D. Vance wird Donald Trump als Vizepräsident ins Weiße Haus folgen.
J.D. Vance ist Donald Trump als Vizepräsident ins Weiße Haus gefolgt. Der 40 Jahre alte ehemalige Senator aus Ohio ist einer der jüngsten US-Vizepräsidenten aller Zeiten. Nach Washington DC hat Vance seine Ehefrau Usha Vance begleitet. Die 38 Jahre alte Anwältin ist die erste „Second Lady“ der USA mit indischen Wurzeln. Das Paar hat die für den Vizepräsidenten vorgesehenen Räumlichkeiten im „United States Naval Observatory“ nahe dem Weißen Haus bezogen. © Alex Brandon/dpa
Marco Rubio soll laut US-Medien in der Regierung von Donald Trump das Amt des Außenministers übernehmen.
Marco Rubio hat in der Regierung von Donald Trump das Amt des Außenministers übernommen. Der 53 Jahre alte Senator aus Florida ist der erste US-Außenminister mit lateinamerikanischen Wurzeln. Rubio trat 2016 gegen Trump bei den Vorwahlen der Republikaner an und musste sich von dem späteren US-Präsidenten als „totaler Witz“ mit einem Schweißproblem beschimpfen lassen. Doch statt sich zu wehren, schluckte der langjährige Senator die Beleidigungen und präsentierte sich als loyaler Anhänger Trumps. In der US-Außenpolitik stellte sich Rubio in der Vergangenheit an die Seite der Ukraine. © IMAGO/Michael Brochstein / SOPA Images
Scott Bessent soll unter Donald Trump den Job des Finanzministers übernehmen
Donald Trumps Nominierung für den Posten des Finanzministers wirkte geradezu langweilig. Scott Bessent übernahm den Job – gegen den Wunsch Elon Musks. Der hatte sich mehrfach gegen die Ernennung des Wall-Street-Experten ausgesprochen. Bessent gilt als international erfahrener Finanzexperte und soll Donald Trump bereits 2016 mehrere Millionen Dollar für den Wahlkampf gespendet haben. In seiner neuen Funktion wird Bessent zahlreiche Wahlversprechen Trumps umsetzen müssen, darunter unter anderem Steuersenkungen, neue Zölle gegen China und die Finanzierung von Projekten wie den geplanten Massenabschiebungen. © DREW ANGERER/AFP
Pete Hegseth soll Verteidigungsminister werden
Eine überraschende Wahl Donald Trumps war die Personalie des Verteidigungsministers. Pete Hegseth war acht Jahre lang als Moderator für Fox News tätig. Als Soldat diente Hegseth im Irak und in Afghanistan. Erfahrung in Regierungsarbeit bringt er aber nicht mit. Doch Hegseth dürfte sich die Nominierung durch Trump mit seiner langjährigen Loyalität verdient haben: Der zweifache Familienvater hält schon seit 2016 zu Trump, als viele den Milliardär noch als politische Witzfigur belächelten. © TERRY WYATT(AFP
Pamela Jo Bondi, genannt Pam Bondi, den Job im Justizministerium bekommen
Statt dem ursprünglich von Trump nominierten Matt Gaetz hat Pamela Jo Bondi, genannt Pam Bondi, den Job im Justizministerium bekommen. Die 59 Jahre alte Juristin war in ähnlicher Funktion auf bundesstaatlicher Ebene bereits in Florida tätig. 2013 stellte sie dort in dieser Funktion einen Betrugsprozess gegen die Trump University ein. 2016 unterstützte sie Trump im Vorwahlkampf der Republikaner. Er holte die Juristin drei Jahre später in sein Anwaltsteam, das ihn im ersten Amtsenthebungsverfahren vertrat.  © MANDEL NGAN/AFP
Douglas James „Doug“ Burgum ist Mitglied der Republikaner
Douglas James „Doug“ Burgum ist Mitglied der Republikaner und hat im Kabinett von Donald Trump den Posten des Innenministers übernommen. Von 2016 an war der ehemalige Unternehmer Gouverneur des Bundesstaates North Dakota.  © IMAGO/Ricky Fitchett
Brooke Rollins soll im zweiten Kabinett Donald Trumps das Amt der Landwirtschaftsministerin übernehmen
Brooke Rollins hat im zweiten Kabinett Donald Trumps das Amt der Landwirtschaftsministerin übernommen. Die Anwältin stammt aus Texas und war bereits in der ersten Regierung Trumps tätig. Sie gilt als loyale Anhängerin des künftigen Präsidenten und als politische Vordenkerin konservativer Strategien. © MANDEL NGAN/AFP
Howard Lutnick, hier im Jahr 2010 mit seiner Ehefrau bei einer Gala
Howard Lutnick, hier im Jahr 2010 mit seiner Ehefrau bei einer Gala, ist Donald Trump als Handelsminister ins Weiße Haus gefolgt. Der Milliardär war stellvertretender Vorsitzender im Übergangsteam Trumps und regelmäßiger Gast in dessen Luxus-Resort Mar-a-Lago. Laut der New York Times war Lutnick lange Zeit als Mitglied der Demokraten registriert, lief nach der Machtübernahme Trumps im Jahr 2016 zu den Republikanern über. © IMAGO
Lori Chavez-DeRemer war Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus
Lori Chavez-DeRemer war Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus und ist unter Donald Trump Arbeitsministerin geworden. Die Personalie war innerhalb der Republikanischen Partei umstritten. Chavez-DeRemer unterhält enge Beziehungen zu mehreren Gewerkschaften in den USA und unterstützte während ihrer Amtszeit mehrere Gesetzentwürfe der Demokraten, darunter auch eine Amnestie für illegal Eingewanderte, die auf dem Arbeitsmarkt integriert sind. © IMAGO/Michael Brochstein
Robert F. Kennedy Jr., Neffe des einstigen Präsidenten John F. Kennedy
Robert F. Kennedy Jr., Neffe des einstigen Präsidenten John F. Kennedy, hat sich in den vergangenen Jahren vor allem als Impf-Leugner und Verschwörungstheoretiker hervorgetan. Bei der US-Wahl 2024 trat RFK zunächst als unabhängiger Kandidat an, zog sich dann aber aus dem Rennen zurück und unterstützte die Kampagne Donald Trumps. Der versprach dem 70 Jahre alten Kennedy dafür eine herausragende Rolle bei der Gestaltung der Gesundheitspolitik – und nominierte ihn schließlich als US-Gesundheitsminister. © IMAGO/Robin Rayne
Scott Turner, ehemaliger NFL-Profi, soll unter Donald Trump Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung werden.
Scott Turner ist unter Donald Trump Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung geworden. Der ehemalige Profi der American Football League gehörte bereits der ersten Administration Trumps an. Scott ist die erste Schwarze Person im Team des künftigen Präsidenten. Zu Scotts Aufgaben werden unter anderem Programme zur Förderung von erschwinglichem Wohnraum gehören, außerdem zur Unterstützung von Amerikanern mit geringem Einkommen, zur Verhinderung von Diskriminierung auf dem Markt und zur Förderung der Stadtentwicklung. © ANNA MONEYMAKER/AFP
Sean Duffy, hier mit seiner Ehefrau Rachel Duffy
Sean Duffy, hier mit seiner Ehefrau Rachel Duffy, ist der neue Verkehrsminister in der Trump-Regierung. Duffy bringt politische Erfahrung als ehemaliger Kongressabgeordneter mit. Seine Nominierung durch Trump dürfte er aber vor allem seiner Präsenz bei Fox News verdanken. Neben zahlreichen Gastauftritten moderierte Duffy gut ein Jahr seine eigene Show namens „The Bottom Line“ auf dem Spartensender Fox Business Network. © IMAGO/Robert Deutsch
Chris Wright
Neuer Energieminister ist Chris Wright. Er soll Trump dabei helfen, Regulierungen abzubauen und so die Ausbeutung der Rohstoffe in den USA voranzutreiben. Trump hat es eigenen Aussagen zufolge vor allem auf Ölfelder in Alaska abgesehen. Burgums Aufgabe ist, als Energierminister Öl-Förderungen in dortigen Naturschutzgebieten zu ermöglichen. © Ting Shen/AFP
Linda McMahon. Die 76 Jahre alte Managerin ist die Ehefrau von Vince McMahon
Eine weitere Fernsehpersönlichkeit, die Donald Trump mit nach Washington DC gebracht hat, ist Linda McMahon. Die neue Bildungsministerin ist die Ehefrau von Vince McMahon. Gemeinsam mit ihrem Mann führte McMahon die Wrestling-Show WWE zu internationalem Erfolg. Das Vermögen des Ehepaars wird laut Forbes auf fast drei Milliarden Dollar geschätzt. Die McMahons gelten als spendenfreudige Unterstützer der Republikaner im Allgemeinen und Donald Trump im Speziellen. Was genau ihre Aufgaben sind, ist nicht ganz klar. Im Wahlkampf hatte Trump immer wieder angekündigt, das Bildungsministerium abschaffen zu wollen. © imago stock&people
Der ehemalige Kongressabgeordnete Doug Collins
Der ehemalige Kongressabgeordnete Doug Collins hat unter Donald Trump den Posten des Ministers für Kriegsveteranen übernommen – ein wichtiger Posten in den USA, wo die Rolle der Umgang mit den eigenen Veteranen ein konstanter Streitpunkt ist. Collins gilt als loyaler Unterstützer Trumps und verteidigte auch dessen Behauptungen zum angeblichen Wahlbetrug in Georgia bei der US-Wahl 2020.  © IMAGO/Robin Rayne
Kristi Noem vor der US-Wahl
Kristi Noem berichtete vor der US-Wahl in einer Autobiografie davon, wie sie ihren Hund wegen Ungehorsams erschossen hatte. Damit löste die 52 Jahre alte Gouverneurin des Bundesstaates South Dakota eine Welle der Empörung aus – und hinderte Donald Trump wohl daran, sie zu seiner Vizepräsidentin zu machen. Dafür war die Republikanerin rund ein Jahr lang als Ministerin für innere Sicherheit Teil des Trump-Kabinetts tätig. Im März 2026 musste sie aber ihren Hut nehmen.  © Samantha Laurey/Imago
Senator des Bundesstaates Oklahoma Mullin
Trump bestimmte zugleich den Nachfolger von Noem: Markwayne Mullin führt mit Wirkung zum 31. März 2026 das für Einwanderungs- und Grenzschutzbehörden zuständige Ressort. Der Senator des Bundesstaates Oklahoma und sechsfache Vater aus dem Mittleren Westen gilt als bodenständig, konservativ und loyal zu Trump. Mullin wuchs auf einer Ranch auf, übernahm als junger Mann das Familienunternehmen, einen Sanitär- und Handwerksbetrieb, und baute es zu einer großen Firma aus. Bevor er in die Politik ging, kämpfte er außerdem als Mixed-Martial-Arts-Sportler und blieb laut eigenen Angaben in seiner kurzen Profikarriere ungeschlagen. Nun verfügt Trumps Kabinett über einen neuen Kämpfer.  © J. Scott Applewhite/dpa
Der 44 Jahre alte Lee Zeldin
Lee Zeldin ist neuer Direktor der Umweltschutzbehörde. Trump selbst glaubt nicht an den menschengemachten Klimawandel. Zeldins Aufgabe soll also weniger der Schutz der Umwelt sein. Stattdessen soll der Ex-Abgeordnete laut Trump „für faire und rasche Deregulierung sorgen“. Zeldin bedankte sich für den Posten bei seinem neuen Chef via X und kündigte an, „amerikanische Arbeitsplätze zurückzubringen“. © IMAGO/Matt Bishop/imageSPACE
Russel Vought nennt sich selbst einen „christlichen Nationalisten“.
Russell Vought nennt sich selbst einen „christlichen Nationalisten“. Erfahrungen hat er bereits als Regierungsbeamter in der ersten Administration von Donald Trump sammeln können. Vought war einer der Autoren des „Project 2025“ und gilt als Hardliner in Sachen Grenz- und Einwanderungspolitik. In der neuen Administration von Donald Trump hat er die Leitung des Büros für Management und Haushalt übernommen. © Michael Brochstein/imago
Tulsi Gabbard war einst Abgeordnete der Demokraten
Tulsi Gabbard war einst Abgeordnete der Demokraten und vertrat den Bundesstaat Hawaii von 2013 bis 2022 im Repräsentantenhaus. 2020 kandidierte sie bei den Vorwahlen der Demokrate. 2022 brach sie mit ihrer Partei und erklärte sich für unabhängig. In den Folgejahren näherte sie sich immer mehr den Republikanern an, bis sie sich vor der US-Wahl 2024 öffentlich für Donald Trump aussprach. Der dankte es der 43 Jahre alte Politikerin jetzt mit einem Amt in seinem Kabinett. Gabbard ist neue Direktorin der Geheimdienste. „Seit über zwei Jahrzehnten kämpft Tulsi Gabbard für unser Land und die Freiheiten aller Amerikaner“, sagte Donald Trump in einem Statement. © Marco Garcia/dpa
John ratcliffe
John Ratcliffe führt seit Ende Januar den Auslandsgeheimdienst der USA. Der ehemalige Kongressabgeordnete aus Texas gilt als enger Vertrauter von Trump. Ratcliffe war zuvor Co-Vorsitzender einer konservativen Denkfabrik. In der ersten Amtszeit des Republikaners war der neue CIA-Direktor als Geheimdienstkoordinator tätig. Die Demokraten warfen Ratcliffe damals unter anderem vor, seine Position für politische Zwecke zu missbrauchen. © Jemal Countess/AFP
Jamieson Greer
Jamieson Greer ist der neue US-Handelsbeauftragte – eine Schlüsselrolle angesichts von Trumps Vorliebe, hohe Zölle auf ausländische Produkte zu verhängen. Historisch habe der US-Handelsbeauftragte nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit gestanden, schreibt die „New York Times“. Unter Trump habe die Rolle aber erheblich an Bedeutung gewonnen.  © Imago
Kelly loeffler
Neue Direktorin der Mittelstandsbehörde ist Kelly Loeffler. Die frühere Senatorin verlor im Januar 2021 die Stichwahl um den Sitz im US-Senat – trotz massiver Unterstützung von Donald Trump. Loeffler ist seit 2004 mit Jeffrey Sprecher, dem Vorsitzenden der New York Stock Exchange, verheiratet. © Imago
Susie Wiles, Spitzname „Ice Lady“, wird unter Donald Trump Stabschefin im Weißen Haus
Ebenfalls dabei ist Susie Wiles. Die sogenannte „Ice Lady“ ist Donald Trumps Stabschefin im Weißen Haus und damit die erste Frau auf dieser Position. Die 67 Jahre alte Politikberaterin leitete den Wahlkampf Trumps bei der US-Wahl 2024. In ihrer neuen Funktion wird sie vor allem dafür zuständig sein, zu regeln, wer Zugang zum künftigen Präsidenten erhält. Doch Wiles hat auf einem wahren Schleudersitz Platz genommen. In seinen ersten vier Jahren Regierungszeit benötigte Trump ganze vier Stabschefs. © Alex Brandon/dpa
Elise Stefanik wird die Vereinigten Staaten von Amerika unter der zweiten Regierung von Donald Trump als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten
Elise Stefanik sollte die USA eigentlich als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten. Doch Donald Trump hat seine Nominierung Ende März überraschend zurückgezogen. Zur Begründung erklärte er, er wolle nicht riskieren, dass Stefaniks Mandat im Kongress bei einer Nachwahl an die Demokraten falle. Stefanik ist eine loyale Verbündete Trumps. 2014 war sie mit damals 30 Jahren die jüngste Frau, die ins Repräsentantenhaus gewählt wurde. Einst zählte sie zu den eher moderateren Mitgliedern der Partei. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein.  © Annabelle Gordon/Imago

Schadet Trump der US-Wirtschaft? Neue Zölle schwerwiegender als Handelskrieg mit China

Hinsichtlich der Kreditkarten-Schulden weist die Federal Reserve Bank of New York mit Stand des vierten Quartals 2024 einen Rekordwert von 1,2 Billionen US-Dollar auf. Das macht sechs Prozent der gesamten US-Schulden von 18 Billionen US-Dollar aus.

Um einen Blick auf die Geschäftswelt zu gewähren, wird der Uncertainty Index der National Federation of Independent Business herangezogen. Im März stieg er um vier auf 104 Punkte und erreichte damit den zweithöchsten Wert in der 51-jährigen Geschichte der Erhebung.

Laut der Federal Reserve Bank of St. Louis stieg die Unsicherheit in der Wirtschafts- und in der Handelspolitik auf das höchste Level seit 2019. Damals führte Trump seinen Handelskrieg mit China mit harten Bandagen.

Diane Swonk, Chef-Ökonomin des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG, betont dazu laut Newsweek: „Der Index zur Unsicherheit hinsichtlich der Handelspolitik ist auf ein Rekordhoch gestiegen und lässt frühere Höchstwerte – während der Pandemie und des Handelskriegs mit China – wie kleine Ausschläge auf einem Radarschirm erscheinen.“ Verglichen mit Trumps Streit mit Peking in seiner ersten Amtszeit würden die neuen Zölle „eine viel größere Bandbreite von Waren und Ländern abdecken“.

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts: In einem New Yorker Supermarkt ist das Regal mit den Eiern wegen der Vogelgrippe ziemlich verwaist. (Bild aus dem Januar)

USA und Anstieg der Inflation: Drei Viertel der Bürger befürchten steigende Lebenshaltungskosten

Auch die Entwicklung bei den Inflationserwartungen kann als Warnsignal herhalten. Der Zwölf-Monats-Überblick von The Conference Board weist einen Anstieg von 5,8 Punkten im Februar auf 6,2 Punkte im März aus. Den Sprung erklärt die Leitende Ökonomin Stephanie Guichard mit den Sorgen infolge der hohen Preise für Haushaltsartikel wie Eier sowie der Einflüsse der Zölle.

Erwähnt wird auch eine Umfrage der Allianz Life, die durchaus nachhallen dürfte. Denn 71 Prozent der Teilnehmer befürchten binnen der nächsten zwölf Monate einen Anstieg der Inflation. Im vierten Quartal 2024 waren es noch 60 Prozent. Außerdem gaben 75 Prozent an, dass sie infolge der Zölle mit höheren Lebenshaltungskosten rechnen.

Droht den USA eine Rezession? Immerhin das BIP steigt noch an

Bedenkliche Zahlen bei allen fünf Indikatoren. Und es sind nicht die einzigen. Damit dürfte so manche Alarmsirene schrillen. US-Finanzminister Scott Bessent wollte zuletzt auch nicht ausschließen, dass es in den USA zu einer Rezession kommen wird. Per Definition wird davon jedoch erst gesprochen, „wenn zwei Quartale der Schrumpfung mit einem Rückgang der Beschäftigung einhergehen“, wie Swonk verdeutlicht.

Für das BIP liefert das Bureau of Economic Analysis im vierten Quartal 2024 einen Anstieg um 2,4 Prozent. Im dritten Quartal lag der Wert noch bei 3,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg im Februar um 4,1 Prozent, im Januar waren es vier Prozent.

Direkt vor der Haustür steht die Rezession in den USA also noch nicht. Dass die Stimmung im Land aber deutlich ins Negative gekippt ist, wird auch bei Trump angekommen sein. Der Republikaner muss also erkennen, dass viele Bürger seine Politik bislang nicht wirklich großartig finden. (mg)

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