Verbrenner bei Mercedes-AMG vor dem Ende? „unsere Kunden müssen sich keine Sorgen machen“
VonJulian Baumann
schließen
Mercedes-AMG hat kürzlich das Konzept für den ersten vollelektrischen Sportwagen der Marke vorgestellt. Wendet sich die Mercedes-Tochter damit vom Verbrenner ab?
Affalterbach – Die Mercedes-Tochter Mercedes-AMG hat bislang die Elektroautos der Kernmarke, wie die Business-Limousine EQE, einer Generalüberholung unterzogen. Am 25. Juni präsentierte der Luxusautobauer am Hauptsitz im schwäbischen Affalterbach bei Stuttgart (Baden-Württemberg) aber mit dem Concept AMG GT XX einen Ausblick auf das erste eigene Elektrofahrzeug der Marke. Bei der Premiere traten unter anderem Weltstars wie Alicia Keys und Steve Aoki auf und Persönlichkeiten aus Sport, Mode und Musik besuchten den Beginn eines neuen Kapitels im beschaulichen Affalterbach, das kurzerhand in „Affasterbach“ umbenannt wurde.
Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg
„Mit Affasterbach haben wir die Heimat von AMG in eine Bühne für die Zukunft der Performance verwandelt – elektrisierend, ausdrucksstark und emotionsgeladen“, wird Bettina Fetzer, die Leiterin Digital & Kommunikation von Mercedes-Benz, in einer Mitteilung zur Premiere zitiert. „Diese Premiere war ein klares Bekenntnis zu einem neuen Kapitel der Marke.“ Aber bedeutet dieses Kapitel auch, dass sich die Hochleistungsmarke mit Stern in näherer Zukunft ganz vom Verbrenner abwendet?
Mercedes-AMG hält am Verbrenner fest – „haben kein natürliches Ende definiert“
Dass Hochleistungs-Sportwagen als elektrische Modelle funktionieren können, hat unter anderem Porsche mit dem Taycan bewiesen. Trotzdem setzt die VW-Tochter aus Stuttgart-Zuffenhausen weiterhin auf den klassischen Antrieb. Mercedes-Konzernchef Ola Källenius hatte jüngst erneut bekräftigt, am Verbrenner festhalten zu wollen. Dasselbe gilt für AMG. „Unsere Kunden müssen sich keine Sorgen machen, wir haben kein natürliches Ende für irgendeine Antriebstechnologie definiert“, erklärte CEO Michael Schiebe laut einer Vorabmeldung im Gespräch mit auto-motor-und-sport.de.
Name
Mercedes-AMG GmbH
Gründung
1967
Sitz
Affalterbach, Baden-Württemberg
Konzern
Mercedes-Benz AG
Branche
Automobilindustrie, Fahrzeugtuning
Mitarbeiter
rund 2.600
Der AMG-Chef erklärte zudem, dass die Rahmenbedingungen vom Gesetzgeber und der Kundschaft gesetzt werden und der Autobauer deshalb höchst flexibel sein müsse. „Wir haben momentan nicht vor, uns innerhalb eines bestimmten Zeitraums auf eine Technologie festzulegen“, betonte Schiebe. Im Gegenteil: Die Mercedes-Tochter sei dabei, einen neuen V8-Motor zu entwickeln und selbst die Rückkehr zu einem V12-Motor sei nicht ausgeschlossen. „Ich sage niemals nie“, erklärte Schiebe, stellte aber klar, dass es Technologien gebe, für die es in Zukunft „keinen großen Markt mehr gibt.“
Mercedes-AMG: Konzeptauto ist keine Abkehr vom Verbrenner, aber ein neues Kapitel für die Marke
Das im Rahmen einer spektakulären Premiere enthüllte Konzeptauto Concept AMG GT XX leitet demnach nicht die Abkehr der Marke vom Verbrenner ein, zweifelsohne aber dennoch ein neues Kapitel für das Unternehmen. Mit dem ersten eigenen Elektro-Boliden hat sich AMG standesgetreu einiges vorgenommen. Das Konzeptauto verfügt über eine Leistung von mehr als 1.000 Kilowatt, was über 1.360 PS entspricht, und soll Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 360 Kilometern pro Stunde erreichen. Mercedes-Benz hatte im Jahr 2022 mit dem Konzeptauto EQXX den eigenen Reichweitenrekord gebrochen.