Pkw-Neuzulassungen

VW verkauft 2023 bislang mehr Elektroautos als Tesla

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Bei den Elektroautos in Deutschland liefern sich VW und Tesla ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nun haben die Wolfsburger den US-Rivalen bei den Neuzulassungen überholt.

Flensburg/München - Zumindest in der Heimat gibt es gute Nachrichten für Volkswagen: Europas größter Autobauer hat sich im Juli die Pole Position bei den Elektroauto-Neuzulassungen 2023 geschnappt. Mit insgesamt 41.475 abgesetzten Stromern konnte sich VW laut der Auswertung des Kraftfahrt-Bundesamtes bei Stromern die Führung schnappen, während Konkurrent Tesla im laufenden Jahr auf 40.289 Neuzulassungen kommt.

Im Gesamtjahr 2022 und auch im ersten Halbjahr des laufenden Jahres dominierte Tesla den E-Auto-Markt auch in Deutschland, dieses Bild hat sich laut KBA nun geändert. Abgeschlagen dahinter folgen die deutschen Premiumhersteller: Mercedes belegt mit 20.613 Modellen den dritten Platz, dahinter Audi (16.786) und BMW (15.987). Knapp dahinter folgt mit Hyundai (15.411) der erste asiatische Vertreter. Für die Monate Januar bis Juli registrierte die Behörde insgesamt 268.926 Neuzulassungen von Elektroautos.

Neuzulassungen: E-Autos legen weiter zu - Bestseller nach wie vor ein Verbrenner

Bei etwa jedem fünften Neuwagen hierzulande handelt es sich mittlerweile um ein BEV-Modell. Trotz Senkung der staatlichen Förderung hat der Markt gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt: Mit 48.682 reinen Elektroautos kamen laut der KBA-Statistik im Juli knapp 69 Prozent mehr Fahrzeuge dieser Gattung neu auf die Straße. Populärste Antriebsart der Deutschen ist nach wie vor der Benziner, 83.358 derartige Neuwagen entsprechen einem Anteil von etwa 34 Prozent.

Zweitbeliebteste Motorisierung in Deutschland sind die Hybridantriebe: 67.483 Hybrid-Pkw entsprechen einem Anteil von 27,7 Prozent am Gesamtmarkt, dabei wurde sich 14.345-mal für einen Plug-in-Hybrid entschieden. Dahinter kommen auf Platz drei die E-Autos, Neuzulassungen mit Dieselmotor belegen in der Auflistung nur mehr Platz vier (42.496 Autos und 17,5 Prozent).

Zwar befindet sich der Automarkt im Wandel, auf eines kann man sich in Wolfsburg jedoch verlassen: den VW Golf als Bestseller. Rund 44.500-mal wurde die Kompaktklasse neu zugelassen und ist damit nach wie vor das populärste Auto in Deutschland. Allerdings ist ihm das Kompakt-SUV VW T-Roc mit 42.500 Modellen auf den Fersen. Bei den E-Autos verzeichnete Volkswagen einen gelungenen Monat, für das SUV-Gespann ID.4 und ID.5 stiegen die Neuzulassungen beträchtlich. Randnotiz: Das Brüderpaar verzeichnet im Juli einen Anteil von fast zehn Prozent am gesamten VW-Modellangebot.

Elektrischer VW-Bus ID.Buzz: VW hat Tesla bei den E-Auto-Neuzulassungen in Deutschland überflügelt.

Neuzulassungen: Preise für Autos sollen sinken - Emissionen offenbar nicht

Über alle Antriebsarten konnte der Gesamtmarkt in Deutschland zulegen: Die Neuzulassungen von 1,6 Millionen Pkw über sieben Monate bedeuten gegenüber 2022 einen Zuwachs von 14 Prozent. Betrachtet man den Vor-Corona-Zeitraum aus 2019, ergibt sich allerdings ein Rückstand von 25 Prozent, erklärt der Verband der Automobilindustrie (VDA).

E-Autos selbst stehen an der Schwelle zum Massenmarkt. Beschleunigend für diesen Effekt könnte ein Preiskampf sein, der nach Beobachtung von Experten auch in Deutschland einsetzt. Das wäre aus Verbrauchersicht wünschenswert: Wenn überteuerte Stromer der Vergangenheit angehören, dürfte der Anteil an emissionsfreien Fahrzeugen weiter zunehmen. In diesem Zusammenhang gibt allerdings eine weitere Statistik zu denken:

Spritschleudern der Autogeschichte: 43,5 Liter auf 100 Kilometer

Ein Chevrolet Camaro.
Mit dem Camaro reagierte Chevrolet Ende 1966 auf den beleibten Ford Mustang. Das Muscle Car aus Detroit erwies sich mit dem V8-Motor und 7 Litern Hubraum jedoch als sehr durstig: Bis zu 43,5 Liter auf 100 Kilometern waren keine Seltenheit. © Chevrolet
Ein roter Lamborghini Countach.
Im Heck des ersten Lamborghini Countach verrichtete ein V12-Motor mit 5 Litern Hubraum seinen Dienst. Mit bis zu 33,5 Litern auf 100 Kilometern war der Sportwagen jedoch alles andere als sparsam. Die Neuauflage dürfte dank Hybrid-Antrieb deutlich weniger verbrauchen. © Thomas Zimmermann/Imago
Rolls Royce Corniche Cabrio Baujahr 1984
Der Rolls-Royce Corniche ist mit rund drei Tonnen wahrlich kein Leichtgewicht. Kein Wunder also, dass sich auch der V8-Motor mit 7 Litern Hubraum als Schluckspecht erwies. Bis zu 29 Liter gönnte sich der edle Brite auf 100 Kilometer. © Sebastian Geisler/Imago
Ein Dodge Charger.
Auch der Dodge Charger ist ein Klassiker der amerikanischen Automobil-Geschichte. Getreu dem Motto „Höher, schneller, weiter“ fällt auch sein Spritverbrauch üppig aus. Bei frühen Modellen waren bis zu 27 Liter auf 100 Kilometer möglich. © Panthermedia/Imago
Aston Martin Lagonda
Optisch kann man vom Aston Martin Lagonda halten, was man möchte. In Sachen Spritverbrauch zählt der Brite, mit bis zu 26,1 Liter auf 100 Kilometern, aber zu den durstigsten Autos, die jemals gebaut wurden.  © Tim Graham/Imago
Hummer H1
Der Hummer H1 wurde ursprünglich vom US-amerikanischen Militär-Herstellers AM General gebaut. Dieser verkaufte die Markenrechte schließlich an General Motors. So wuchtig wie der Geländewagen aussieht, war auch sein Verbrauch, der bei bis zu 24,5 Liter auf 100 Kilometer lag. Die Neuauflage des Klassikers ist im übrigen rein elektrisch unterwegs. © Sebastian Geisler/Imago
Bentley Arnage
Bis 2010 baute Bentley den 2,6 Tonnen schweren Arnage, auf dem auch die State Limousine der verstorbenen Königin Elisabeth II basierte. Mit dem größten Motor war ein Verbrauch von 24,2 Liter auf 100 Kilometer möglich.  © Sebastian Geisler/Imago
Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport L Edition Type 35
Der Bugatti Veyron war eines der ersten Autos mit Straßenzulassung, das mehr als 1000 PS unter der Haube hatte. Der Motor des „Super Sport“ leistete sogar 1.200 PS. Die Folge: ein Verbrauch von durchschnittlich 24,1 Litern auf 100 Kilometer. Innerorts sind sogar bis zu 37,2 Liter möglich. © Sebastian Geisler/Imago
Dodge Challenger RT
Neben dem Charger eroberte Dodge auch mit dem Challenger den US-Muscle-Car-Markt. Letztere zeigte sich mit einem Verbrauch von 23,5 Litern auf 100 Kilometer etwas „sparsamer“. © Andre Poling/Imago
Dodge Viper RT10
Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Das gilt auch für Dodge, denn auch die Viper erweist sich als besonders durstig: bis zu 21,1 Liter auf 100 Kilometer waren möglich. Gebaut wurde der Sportwagen von 1992 bis 2017. © Eibner/Imago

Obwohl Elektroautos bei den Neuzulassungen stetig zunehmen, werden die durchschnittlichen CO₂-Emissionen aller Neuzulassungen offenbar nicht niedriger: Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schildert, lag dieser Wert in den ersten sechs Monaten des Jahres 2023 bei 121 Gramm pro Kilometer und damit auf dem Niveau des Vorjahres. Das Kernproblem scheinen hierbei hochmotorisierte Fahrzeuge zu sein: Die Kfz-Neuzulassungen mit durchschnittlichen Emissionen zwischen 121 und 160 Gramm pro Kilometer haben demnach um fast ein Viertel zugelegt.

Derweil bricht VW die Entwicklung von beliebtem Modell als E-Auto ab. Der Grund: Es ist zu schwer. (PF)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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