VonPatrick Freiwahschließen
Bei den Elektroautos in Deutschland liefern sich VW und Tesla ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nun haben die Wolfsburger den US-Rivalen bei den Neuzulassungen überholt.
Flensburg/München - Zumindest in der Heimat gibt es gute Nachrichten für Volkswagen: Europas größter Autobauer hat sich im Juli die Pole Position bei den Elektroauto-Neuzulassungen 2023 geschnappt. Mit insgesamt 41.475 abgesetzten Stromern konnte sich VW laut der Auswertung des Kraftfahrt-Bundesamtes bei Stromern die Führung schnappen, während Konkurrent Tesla im laufenden Jahr auf 40.289 Neuzulassungen kommt.
Im Gesamtjahr 2022 und auch im ersten Halbjahr des laufenden Jahres dominierte Tesla den E-Auto-Markt auch in Deutschland, dieses Bild hat sich laut KBA nun geändert. Abgeschlagen dahinter folgen die deutschen Premiumhersteller: Mercedes belegt mit 20.613 Modellen den dritten Platz, dahinter Audi (16.786) und BMW (15.987). Knapp dahinter folgt mit Hyundai (15.411) der erste asiatische Vertreter. Für die Monate Januar bis Juli registrierte die Behörde insgesamt 268.926 Neuzulassungen von Elektroautos.
Neuzulassungen: E-Autos legen weiter zu - Bestseller nach wie vor ein Verbrenner
Bei etwa jedem fünften Neuwagen hierzulande handelt es sich mittlerweile um ein BEV-Modell. Trotz Senkung der staatlichen Förderung hat der Markt gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt: Mit 48.682 reinen Elektroautos kamen laut der KBA-Statistik im Juli knapp 69 Prozent mehr Fahrzeuge dieser Gattung neu auf die Straße. Populärste Antriebsart der Deutschen ist nach wie vor der Benziner, 83.358 derartige Neuwagen entsprechen einem Anteil von etwa 34 Prozent.
Zweitbeliebteste Motorisierung in Deutschland sind die Hybridantriebe: 67.483 Hybrid-Pkw entsprechen einem Anteil von 27,7 Prozent am Gesamtmarkt, dabei wurde sich 14.345-mal für einen Plug-in-Hybrid entschieden. Dahinter kommen auf Platz drei die E-Autos, Neuzulassungen mit Dieselmotor belegen in der Auflistung nur mehr Platz vier (42.496 Autos und 17,5 Prozent).
Zwar befindet sich der Automarkt im Wandel, auf eines kann man sich in Wolfsburg jedoch verlassen: den VW Golf als Bestseller. Rund 44.500-mal wurde die Kompaktklasse neu zugelassen und ist damit nach wie vor das populärste Auto in Deutschland. Allerdings ist ihm das Kompakt-SUV VW T-Roc mit 42.500 Modellen auf den Fersen. Bei den E-Autos verzeichnete Volkswagen einen gelungenen Monat, für das SUV-Gespann ID.4 und ID.5 stiegen die Neuzulassungen beträchtlich. Randnotiz: Das Brüderpaar verzeichnet im Juli einen Anteil von fast zehn Prozent am gesamten VW-Modellangebot.
Neuzulassungen: Preise für Autos sollen sinken - Emissionen offenbar nicht
Über alle Antriebsarten konnte der Gesamtmarkt in Deutschland zulegen: Die Neuzulassungen von 1,6 Millionen Pkw über sieben Monate bedeuten gegenüber 2022 einen Zuwachs von 14 Prozent. Betrachtet man den Vor-Corona-Zeitraum aus 2019, ergibt sich allerdings ein Rückstand von 25 Prozent, erklärt der Verband der Automobilindustrie (VDA).
E-Autos selbst stehen an der Schwelle zum Massenmarkt. Beschleunigend für diesen Effekt könnte ein Preiskampf sein, der nach Beobachtung von Experten auch in Deutschland einsetzt. Das wäre aus Verbrauchersicht wünschenswert: Wenn überteuerte Stromer der Vergangenheit angehören, dürfte der Anteil an emissionsfreien Fahrzeugen weiter zunehmen. In diesem Zusammenhang gibt allerdings eine weitere Statistik zu denken:
Spritschleudern der Autogeschichte: 43,5 Liter auf 100 Kilometer




Obwohl Elektroautos bei den Neuzulassungen stetig zunehmen, werden die durchschnittlichen CO₂-Emissionen aller Neuzulassungen offenbar nicht niedriger: Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schildert, lag dieser Wert in den ersten sechs Monaten des Jahres 2023 bei 121 Gramm pro Kilometer und damit auf dem Niveau des Vorjahres. Das Kernproblem scheinen hierbei hochmotorisierte Fahrzeuge zu sein: Die Kfz-Neuzulassungen mit durchschnittlichen Emissionen zwischen 121 und 160 Gramm pro Kilometer haben demnach um fast ein Viertel zugelegt.
Derweil bricht VW die Entwicklung von beliebtem Modell als E-Auto ab. Der Grund: Es ist zu schwer. (PF)
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