ID.Buzz als Camping-Bus

VW: Campingfans können sich bald auf einen elektrischen California freuen

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Volkswagen würde Reisemobil-Freunden gerne eine Camperversion des ID.Buzz anbieten. Doch die E-Auto-Pläne eines California verzögern sich aufgrund der Herausforderung.

Wolfsburg/München - Seit mehreren Jahrzehnten ist der VW California eine feste Größe im Nutzfahrzeug-Angebot der Wolfsburger. Reisefreunde greifen zuhauf auf die Camperversion des VW Bus Multivan, um entlegene Orte auf der ganzen Welt zu erreichen. Seit geraumer Zeit arbeitet die Entwicklungsabteilung von Volkswagen an einer elektrischen Variante auf Basis des VW ID.Buzz. Doch diese Pläne seien offenbar wieder in der Schublade gelandet, berichten mehrere Medien.

VW ID.Buzz California: Zu schwer für einen Camper

Das Problem ist demnnach die Transformation des Camping-Konzepts auf die Plattform der elektrischen Bulli-Wiedergeburt, die VW seit Sommer 2022 anbietet. Das Leergewicht des ID.Buzz beträgt im Serienzustand bereits mindestens 2,5 Tonnen, mit kompletter Reisemobil-Ausstattung würde eine ID.California-Version locker die Drei-Tonnen-Marke sprengen. Europäische Führerschein-Besitzer der Klasse B würden damit aus dem Raster fallen, wenn es um die Fahrerlaubnis eines derart schweren Boliden geht (bis 3,5 Tonnen erlaubt). 

VW ID.Buzz auf der NY Auto Show: Auf eine California-Version warten Camping-Fans vergeblich.

Darüber hinaus habe die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns aus einem weiteren Grund die Fertigstellung des Projekts gestoppt - das akute Mehrgewicht würde sich massiv auf die Reichweite niederschlagen. Die realistische Reichweite des VW ID.Buzz (mit zwei Batteriegrößen erhältlich) wird von Fachportalen wie dem ADAC mit knapp 400 Kilometer angegeben.

Diesbezüglich ist übrigens auch eine Feststellung des ADAC bei E-Autos im Anhängerbetrieb interessant: Dem Verkehrsclub zufolge steigt der Verbrauch eines Stromers mit Wohnwagen etwa auf das Doppelte, sodass die Reichweite nahezu halbiert wird.

VW California: E-Auto kommt etwa 2027, T7 Multivan früher als Hybrid

Wir haben mit VW über den Planungsstand des VW ID.California gesprochen. Ein Sprecher erklärt, dass die Entwicklung nicht ausgesetzt sei, eine frühere interne Zielsetzung von 2025 habe sich jedoch als zu optimistisch erwiesen. Zum einen stelle der Aspekt Gewicht und Zuladung speziell für Campingfahrzeuge eine „enorme Herausforderung“ dar, außerdem verhindere die noch lückenhafte Infrastruktur (Ladenetz, Anm. d. Red.) auf Campingplätzen eine frühere Inbetriebnahme. „Wenn der Markt reif ist, wird es vermutlich ab etwa 2027 von uns einen E-Camper geben“, führt der Sprecher gegenüber IPPEN.MEDIA aus. 

Grämen müssen sich Campingfreunde allerdings nur bedingt: Statt eines Elektroautos ID.California bringt Volkswagen mittelfristig einen neuen T7 Multivan California auf den Markt, nur eben nicht mit E-Antrieb.

Bis zu 2.200 Kilo Anhängelast: E-Autos, die ordentlich was schleppen können

Ein Volvo C40 Recharge Pure Electric.
Platz 10 – Volvo C40 Recharge Pure Electric: Zugegeben der Name ist etwas sperrig. Doch als Lastenesel taugt auch der Elektro-SUV der Schweden allemal. 100 Kilogramm Stützlast und eine maximale Anhängerlast von 1800 Kilogramm befördern den Volvo C40 Recharge Pure Electric in die Top 10. © Volvo
Ein Fisker Ocean.
Platz 9 – Fisker Ocean: Wie viele Hersteller von Elektroautos ist auch Fisker noch eine junge Marke. Mit dem Ocean will man Tesla die Kunden abjagen. Dabei könnte auch helfen, dass der Elektro-SUV ein richtiges Zugtier ist. Die maximale Anhängerlast liegt bei satten 1815 Kilogramm. Allerdings kostet die Anhängerkupplung 1780 Euro extra. © Fisker Inc.
Genesis GV70 Electrified.
Platz 8 – Genesis GV70 Electrified: Auch dieser SUV beweist, dass Elektroautos in der Lage sind, schwere Anhänger zu ziehen. Mit 180 Kilogramm Stützlast ist der Genesis GV70 ganz weit vorne. Die maximale Anhängerlast beträgt 1.800 Kilogramm. © Richard Parsons/Genesis
Ein BMW i7.
Platz 7 – BMW i7: Wer Luxus pur möchte, der ist beim 7er-BMW genau richtig. Seit der neuen Generation gibts es die Limousine auch rein elektrisch und die lässt sich im Zweifel auch vor einen Anhänger spannen. Die maximale Anhängelast liegt bei 2000 Kilogram, die maximale Stützlast bei 80 Kilogramm. Für die Anhängerkupplung werden jedoch 1350 Euro Aufpreis fällig. © Fabian Kirchbauer/BMW
Nio EL7
Platz 6 – Nio EL7: Auch die Chinesen machen keine halben Sachen. Die Anhängerkupplung ist beispielsweise bereits serienmäßig dabei. Die maximale Anhängerlast des EL7: 2000 Kilogramm. © Nio
Nio ET7
Platz 5 – Nio ET7: Wie der EL7 kann auch die Elektro-Limousine bis zu 2000 Kilogramm ziehen. Und auch die Anhängerkupplung gibt es ohne Zuzahlung. © Nio
Polestar 3
Platz 4 – Polestar 3: Die Volvo-Tochter baut ihre Modellpalette immer weiter aus. Natürlich darf da auch ein sportlicher Elektro-SUV nicht fehlen. Mit einer maximalen Anhängerlast von 2200 Kilogramm und 100 Kilogramm Stützlast ist der Polestar 3 fast ein Allround-Talent. Die 1.400 Euro für die Anhängerkupplung schmerzen allerdings doch etwas. © Stefan Isaksson/Polestar
Volvo EX90
Platz 3 – Volvo EX90: Auf dem Podium folgt ein weiterer Elektro-Schwede. Die maximale Anhängerlast des EX90 liegt bei 2200 Kilogramm, die Stützlast bei 100 Kilogramm. Für die optionale Anhängerkupplung verlangt Volvo zusätzliche 1190 Euro. © Volvo
BMW iX
Platz 1 – BMW iX: Die maximal 2.500 Kilogramm Anhängerlast des Bayers sind unangefochtene Spitze. Bei der Stützlast spielt der iX mit 100 Kilogramm ebenfalls ganz vorne mit. Über das Design lässt sich – typisch BMW – jedoch streiten. © Uwe Fischer/BMW

Einen Ausblick darauf gibt der Hersteller auf dem Caravan Salon in Düsseldorf (ab 25. August 2023) mit einer Studie namens VW California Concept. Berichten zufolge wird es den VW Camper in der nächsten Generation dann erstmals auch mit Hybridantrieb geben.

An anderer Stelle gibt es bei VW Anlass zur Hoffnung: 2023 verkaufte man mehr Elektroautos als Rivale Tesla. (PF)

Rubriklistenbild: © UPI Photo/Imago

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