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VW in tieferer Krise. Das Sparprogramm verringert offenbar auch die Vergütung des Vorstandes. Experten befürchten eine drastische Bilanz für die Boni.
Berlin – Der Sparplan bei der VW könnte sich auf die Vergütung des Vorstandes auswirken. Die Schieflage des Konzerns droht, die Bonusziele für das kommende Jahr zu gefährden. Wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfuhr, könnte es für Top-Manager große Einschnitte geben, da beim Cashflow und bei der Umsatzrendite die Schwellenwerte verfehlt werden könnten.
Krise bei VW spitzt sich zu – Sparprogramm trifft offenbar auch den Vorstand
Der Cashflow und die Umsatzrendite sind ausschlaggebend für die Boni-Zahlungen. Der Netto-Cashflow ist die Differenz zwischen allen Geldeinnahmen und -ausgaben eines Unternehmens über einen gewissen Zeitraum. Die Umsatzrendite ist das Verhältnis des Betriebsergebnisses zum Nettoumsatz. Aus Branchenkreisen heißt es laut dem Handelsblatt, dass beide Werte für 2025 zwar noch nicht vorliegen. Dennoch rechne man damit, dass der Konzern zentrale Bonusziele verfehlen wird.
Bereits im März 2025 gab es Berichte, dass der VW-Vorstand den Sparkurs zu spüren bekommt. Damals hieß es aus Unternehmenskreisen, dass die Vorstände anboten, ihre Gehälter auf bis zu elf Prozent zu kürzen. Noch offen war, wie es um die Boni-Zahlungen steht. Zuvor hatte VW ein Sanierungsprogramm angekündigt, welches den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis 2030 vorsieht.
VW muss einbüßen – Probleme bei Porsche brockt Verluste ein
Der Volkswagen-Konzern leidet wie viele andere deutsche Autobauer unter der Wirtschaftslage. Aktuell leide Volkswagen zudem unter Belastungen „vor allem durch erhöhte Zölle, die Anpassung der Produktstrategie bei Porsche und Abschreibungen auf den Geschäfts- und Firmenwert von Porsche“, erklärte Finanzvorstand Arno Antlitz.
Im Zeitraum von Juli 2025 bis September verbuchte VW erstmals seit der Corona-Krise einen Quartalsverlust. Das Minus summierte sich auf mehr als eine Milliarde Euro, wie Volkswagen Ende Oktober mitteilte. Grund dafür sind vor allem die Probleme bei der Sportwagentochter Porsche.
Porsche hatte im September angekündigt, mehrere vollelektrische Modelle später als bisher geplant auf den Markt zu bringen und stattdessen wieder stärker auf Verbrenner und Hybrid-Wagen zu setzen. Volkswagen hatte deshalb bereits im vergangenen Monat seine Prognosen für das laufende Jahr deutlich nach unten korrigiert.
VW fährt Milliardenverluste ein – wie es nun weitergehen könnte
Auf die Zahlen wirken sich außerdem die derzeit noch geringeren Margen von Elektroautos negativ aus. Zwar legte der Absatz hier um rund ein Drittel zu. Allerdings sind die Modelle vor allem aufgrund der nach wie vor hohen Kosten für Batterietechnik für den Autobauer weniger rentabel.
Positiv hob der Konzern hervor, dass der Umsatz im dritten Quartal um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf rund 80,31 Milliarden Euro stieg, angetrieben durch einen leichten Anstieg der weltweiten Fahrzeugverkäufe um ein Prozent. Zudem gebe es „weiter gute Fortschritte bei der Restrukturierung“, erklärte Antlitz. „Die Produktoffensive zahlt sich aus. In Europa kommt jedes vierte Elektroauto aus dem Volkswagen Konzern.“
An seiner bisherigen Jahresprognose, wonach die Umsatzerlöse 2025 „in der Größenordnung des Vorjahres liegen werden“, hält Volkswagen fest. Allerdings basiert diese Prognose „auf der Annahme einer ausreichenden Verfügbarkeit von Halbleitern“, schränkte der Konzern ein. Die Autobranche ächzt aktuell unter Engpässen bei Mikrochips, vor allem wegen Lieferschwierigkeiten beim niederländischen Chiphersteller Nexperia, der zum chinesischen Konzern Wingtech gehört. (Quellen: dpa, Handelsblatt (bohy))
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