VonPatrick Freiwahschließen
Volkswagen verzückt die Belegschaft mit einem Strategiewechsel bei den Elektroautos. Die Maßnahme könnte E-Mobilität in Deutschland einen weiteren Schub geben.
Wolfsburg/München – Im Automobilbereich ist ein Name mehr als nur ein Etikett – er ist auch ein Stück Geschichte. Volkswagen setzt demnächst auf die Kraft der Tradition und verabschiedet sich offenbar von der aktuellen Modellbezeichnung für Elektroautos.
Der Konzern hat einem Bericht zufolge auf einer Betriebsversammlung im Stammwerk Wolfsburg eine bedeutende Änderung angekündigt: E-Autos der nächsten Generation werden künftig nicht mehr nach dem bisherigen Muster benannt.
VW mit neuer E-Auto-Strategie: Modellnamen mit traditionellen Wurzeln
VW-Markenchef Thomas Schäfer erklärte laut der Wolfsburger Allgemeinen, dass „ikonische Namen“ nicht sterben dürfen und der ID-Name für neue Modelle ausläuft.
Die Entscheidung würde das Ende einer Ära markieren, die unter dem früheren Vorstandschef Herbert Diess (bis 2022 im Amt) begann. Damals wurde mit dem ID.3 das Pendant zum klassischen Golf als erstes Modell einer eigenen Elektro-Familie vorgestellt.
Die ID-Buchstaben standen laut einer 2019 veröffentlichten Pressemitteilung für „intelligentes Design“ und „Identität“ – und sollten die neuen Stromer mit visionären Technologien klar von den Verbrennermodellen abgrenzen. Dass sich diesbezüglich eine Änderung anbahnt, berichtete Ippen.Media vor einigen Monaten.
Volkswagen ändert E-Auto-Namen: Was bedeutet das für aktuelle Modelle?
Dass bereits die bestehenden Modellnamen der elektrischen Fahrzeuge aus Wolfsburg angepasst werden, wäre ein ungewöhnlicher Schritt. Eine entsprechende Anfrage der Autobild dazu blieb von Volkswagen unbeantwortet.
Vor wenigen Jahren läutete die ID-Familie bei Volkswagen eine neue Ära ein. Doch weder die Verkaufszahlen noch die Akzeptanz der Modelle konnten gänzlich überzeugen. Die Rückbesinnung auf klassische Namen wie Golf, Polo und Tiguan könnte den Elektroautos von VW einen vertrauteren Anstrich geben – und bei der Belegschaft im Stammwerk sei die Ankündigung gut angekommen, schildert der Bericht.
VW kehrt bei Modellnamen für Elektroautos zu den Wurzeln zurück
Viele Kundinnen und Kunden identifizieren sich stärker mit den altbekannten Modellnamen: Ein Golf bleibt eben ein Golf – auch wenn er elektrisch fährt und die Bezeichnung ID.3 trägt. Die Rückkehr zu traditionellen Bezeichnungen könnte daher nicht nur das Markenimage stärken, sondern auch die Nachfrage nach Elektroautos ankurbeln. Gleiches gilt für geplante Änderungen beim Design.
Mit dem neuen Elektro-Kleinwagen, der in wenigen Monaten startet, will VW laut der Wolfsburger Allgemeinen bereits auf die neue Namensgebung setzen. Anstatt ID.2 könnte das neue Einstiegsmodell als VW E-Polo oder womöglich ID.Polo an den Start gehen. Derweil erweisen sich in Deutschland produzierte E-Modelle zunehmend als Exportschlager. (PF)
Rubriklistenbild: © Daniel Kubirski/Imago

