Absatzentwicklung

VW mit E-Autos auf Erfolgskurs – doch es gibt mehrere Probleme

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VW verkauft so viele Elektroautos wie nie zuvor. Während es für die Kernmarke jedoch rund läuft, macht der Absatz der einstigen Renditebringer Sorgen.

Wolfsburg – Volkswagen schreibt mit seinen Elektroautos 2025 eine Erfolgsgeschichte. Der Wolfsburger Konzern konnte seine Verkaufszahlen im laufenden Jahr deutlich steigern und ist auf bestem Wege, die Ziele im Bereich E-Mobilität zu erreichen. Doch passt dies nicht zur derzeitigen Krisenstimmung in der deutschen Autoindustrie.

Elektroauto-Produktion bei VW in Zwickau: In Europa ist die Nachfrage massiv gewachsen.

Außerhalb des Heimatkontinents hat Volkswagen Probleme – darüber hinaus bereitet der Absatzschwund zweier früherer Renditebringer Sorgen. Während VW Pkw in Europa 2025 neue Rekorde feiert, ist die Entwicklung in den USA und China enttäuschend. Ein Blick auf die aktuellen Quartalszahlen zeigt, wie Licht und Schatten im VW-Konzern beieinanderliegen.

VW steigert Absatz von Elektroautos – in Europa und weltweit

Von Januar bis September 2025 hat Volkswagen in Europa 522.600 vollelektrische Fahrzeuge ausgeliefert – ein Plus von rund 78 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit einem Marktanteil von 27 Prozent bleibt Volkswagen Europas Nummer eins bei Elektroautos.

Weltweit sind die Verkaufszahlen ebenfalls beeindruckend: 717.500 E-Autos wurden bis Ende September ausgeliefert, ein Zuwachs von 42 Prozent. Besonders gefragt sind die Modelle ID.3 und ID.4, aber auch Skodas Elroq kommt im Neuwagengeschäft gut an.

Das meistverkaufte Elektroauto auf dem Kontinent bleibt allerdings das zuletzt überarbeitete Tesla Model Y.

Verkaufszahlen 2025: VW mit kräftigem E-Auto-Wachstum

VW-Vertriebsvorstand Marco Schubert: „Ein wesentlicher Treiber dieser positiven Entwicklung sind unsere vollelektrischen Modelle. Bis Ende September haben wir davon in Europa rund 80 Prozent mehr ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum, weltweit lagen wir rund 40 Prozent im Plus“, so Schubert laut Handelsblatt.

Nicht nur Europa sorgt bei Volkswagen für gute Laune: In Südamerika verzeichnet der Konzern ein kräftiges Wachstum von 14,9 Prozent bei den gesamten Auslieferungen. Während in Europa 2,9 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert wurden (plus 4,1 Prozent), ist Südamerika die am stärksten wachsende Region im VW-Konzern.

Volkswagen: Gegenwind in China und bei Premiumtöchtern

Doch nicht überall läuft es rund: Auf dem wichtigen Einzelmarkt China gingen die Auslieferungen um 7,2 Prozent zurück. Die Zahl der ausgelieferten Elektroautos sank sogar um 42,5 Prozent. VW erklärt das neben der „intensiven Wettbewerbssituation“ auch mit dem Auslaufen alter Modelle vor dem Start neuer VW-Elektroautos. Insgesamt hat der Konzern in China von Januar bis September 2025 noch 660.300 Fahrzeuge verkauft.

Meistverkaufte E-Auto-Modelle von VWAbsatz 2025
1. Volkswagen ID.4 und ID.5128.900
2. Volkswagen ID.388.800
3. Audi Q4 e-tron (inkl. Sportback)65.700
4. Audi Q6 e-tron (inkl. Sportback)63.800
5. Škoda Elroq60.400
6. Škoda Enyaq (inkl. Coupé)58.100
7. Volkswagen ID.7 (inkl. Tourer)55.500
8. Volkswagen ID. Buzz (inkl. Cargo)42.900
9. Porsche Macan36.300
10. Cupra Born32.900

Nicht nur in der Volksrepublik schwächeln die einst renditestarken Tochtermarken: Audi verdient laut Handelsblatt in den USA derzeit keinen Cent, was vor allem an Strafzöllen und Wechselkurseffekten liege. In Europa sind die Ingolstädter „für Privatkunden schlichtweg zu teuer“, zitiert das Handelsblatt einen Händler. Die Privatquote liegt bei den E-Autos aktuell nur bei 18 Prozent.

VW winkt 2026 E-Auto-Schub: Neue Modelle und Kaufprämien

Auch das einstige Margenwunder Porsche ist zum Sorgenkind mutiert: Alleine in Deutschland verzeichnet der Sportwagenbauer einen Rückgang der Auslieferungen um 16 Prozent. Selbst bei der Ikone 911 gibt es einen Absatzschwund.

So lange ist das her? Diese 15 Autos feiern 2025 ein rundes Jubiläum

Die vierte Generation des BMW 5er
30 Jahre BMW 5er (E39): Mit einer Neuauflage des BMW 5ers (vierte Generation) konterte der Münchner Autobauer ab 1995 die gleichzeitig erneuerte Mercedes E-Klasse (W210). Die Touring-Version folgte im März 1997, das Sportmodell M5 im Herbst 1998. © BMW
Ein Toyota RAV4
30 Jahre Toyota RAV4: Mit dem Japaner feiert ein früher Vertreter des Kompakt-SUV Jubiläum. Zunächst wurde der RAV4 nur als Dreitürer angeboten – die fünftürige Version mit deutlich besserem Platzangebot wurde jedoch bald nachgeschoben. © Heritage Images/Imago
Ein Toyota MR2
40 Jahre Toyota MR2: Noch ein Japaner feiert Geburtstag. Der keilförmige Mittelmotorsportwagen mit Klappscheinwerfern wurde in Frankreich nur als MR bezeichnet. Weil sich „MR2“ dort ausgesprochen nach einem Fäkalwort anhört. © Toyota
Ein VW Polo der ersten Generation
50 Jahre Volkswagen Polo: Noch vor Ford Fiesta und Opel Corsa brachte der erste Polo den modernen deutschen Kleinwagen in Fahrt – dies allerdings als Parallelmodell zum Audi 50. © VW
Fahraufnahme eines Porsche 924
50 Jahre Porsche 924: Nachfolger des VW-Porsche 914 und Auftakt zu einer Serie erfolgreicher Sportwagen in Transaxle-Bauweise. Wegen seiner vom Volkswagen-Konzern stammenden Teile wurde er oftmals nicht als vollwertiger Porsche angesehen. Spötter bezeichneten das Modell auch als „Hausfrauenporsche“. © Porsche
Ein AMC Pacer
50 Jahre AMC Pacer: Das Design des kompakten Dreitürers darf vorsichtig wohl als „eigenwillig“ bezeichnet werden. Wegen der großen Glasflächen bekam er auch den Spitznamen „rollendes Aquarium“. Ein filmisches Denkmal wurde dem Wagen durch seine Rolle in der Komödie „Wayne‘s World“ (1992) gesetzt. © Dreamstime/Imago
Ein Mercedes W123
50 Jahre Mercedes 200 D bis 280 E (W123): Ein Bestseller mit dem Ruf fast unzerstörbarer Robustheit. Bis zum Januar 1986 liefen fast 2,7 Millionen Fahrzeuge der Baureihe vom Band. © Mercedes
EIn Opel Manta B
50 Jahre Opel Manta B: Nach nur fünf Jahren Bauzeit des Opel Manta A kam 1975 der Opel Manta B auf den Markt. Der hatte einen längeren Radstand und große Rechteck-Scheinwerfer. Das Foto zeigt ein Exemplar aus dem Jahr 1985. Kult-Status erlangte der Opel Manta B durch den Film „Manta, Manta“ (1991) mit Til Schweiger und Tina Ruland in den Hauptrollen. © Sebastian Geisler/Imago
Ein Rallye-Opel-Ascona-B
50 Jahre Opel Ascona B: Und noch ein Opel feiert 2025 einen runden Geburtstag. Rallyechampion Walter Röhrl gewann mit der Mittelklasse-Limousine Opel Ascona B 1982 sogar die Fahrer-Weltmeisterschaft. © Opel
Ein BMW 3er der ersten Generation
50 Jahre BMW 3er (E21): Die kompakte Sportlimousine ersetzte ab 1975 die BMW 02-Typen und avancierte zur bis heute erfolgreichsten Modellreihe des Münchner Autobauers. Das Sportmodell M3 kommt aber erst 1986 mit der nächsten 3er-Generation (E30) auf den Markt. © BMW
Toyota Corolla der 3. Generation
50 Jahre Toyota Corolla (3. Generation): Im März 1975 kam die dritte Corolla-Generation in Deutschland auf den Markt. Mit dem 1,2-Liter-Motor (55 PS) kostete der Corolla damals ab 8.490 D-Mark. © Depositphotos/Imago
Ein Peugeot 403
70 Jahre Peugeot 403: Im Jahr 1955 wurde der Peugeot 403 erstmals in Paris der Öffentlichkeit vorgestellt. Es war das erste Modell der Franzosen, dass sich mehr als eine Million mal verkaufte. Bekannt wurde die Cabrio-Version des 403 vor allem durch die 1970er-Jahre-Serie Columbo, in der der Hauptdarsteller (Peter Falk) einen solchen Wagen fuhr.  © Pond5 Images/Imago
Ein Fiat 600
70 Jahre Fiat 600: Auf dem Genfer Autosalon 1955 feiert der Fiat „Seicento“ Premiere – noch im selben Jahr startete die Prodktion. Die ersten Modelle – im Gegensatz zum Fahrzeug auf dem Foto – hatten noch sogenannte Selbstmördertüren, die hinten angeschlagen waren. © Depositphotos/Imago
Eine BMW Isetta
70 Jahre BMW Isetta: Im Jahr 1955 startete das Rollermobil BMW Isetta. Das ungewöhnliche Konzept mit der Fronttür ist heute Kult – und findet mit dem elektrischen Microlino sogar eine Art Neuauflage.  © Imagebroker/Imago
Ein Citroën DS
70 Jahre Citroën DS: Auf dem Pariser Salon 1955 feierte die futuristische Limousine ihre Weltpremiere – mit gigantischem Erfolg. Angeblich wurden am ersten Abend nach der Präsentation 12.000 Bestellungen aufgenommen, bis Messeende 80.000 Kaufverträge abgeschlossen. Der Spitzname des damals technisch herausragenden und außergewöhnlich designten Fahrzeugs lautete in Deutschland „die Göttin“. © DS

VW will derweil im kommenden Jahr mit neuen Einstiegsmodellen wie dem ID.Polo, der ab etwa 25.000 Euro auf den Markt kommen soll, weiter wachsen. Auch Skoda und Cupra bringen günstige Elektroautos im Kleinwagensegment. Zumindest hierzulande könnten die Neuzulassungen im E-Auto-Bereich zum Jahresende hin stagnieren: Experten erwarten, dass viele Kunden wegen der sich anbahnenden E-Auto-Kaufprämie ab 2026 ihre Kaufentscheidung verschieben. (PF)

Rubriklistenbild: © Chris Emil Janßen/Imago

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