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Wärmepumpen können auch Klimaanlagen sein: Mit diesen Geräten ist das möglich

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Die Deutschen haben das erste halbe Jahr nur über das Heizen nachgedacht – jetzt wollen alle eine Abkühlung. Dabei gibt es eine Lösung für beide Probleme: die Wärmepumpe.

Berlin – Die Wärmepumpe ist zum Symbol des neuen Heizungsgesetzes der Bundesregierung geworden – weshalb in den vergangenen Monaten viel über sie gestritten wurde. Doch im Sommer, wenn ein Hitzetag auf den anderen folgt, will keiner ans Heizen denken. Dabei kann die Wärmepumpe auch hier Abhilfe schaffen und als Klimaanlage fungieren.

Aktives Kühlen ist teurer als passives Kühlen

Nicht alle Wärmepumpen sind aber dafür wirklich geeignet. Die hierzulande beliebteste – und daher auch die günstigste – Wärmepumpe ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe, die die Umgebungsluft zum Heizen verwendet. Im Sommer ist die natürlich heiß, weshalb die Luft abgekühlt werden muss, um ein Gebäude zu kühlen. Das verbraucht wiederum Strom, was nicht gerade günstig ist.

Eine Möglichkeit wäre jedoch, eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach zu installieren und dann diesen Strom fürs Kühlen zu nutzen. Der Strom sollte an heißen Sommertagen, wenn also die Sonne brennt, ziemlich problemlos zu erzeugen sein. Dann kann auch die Luft-Wasser-Wärmepumpe günstig als Klimaanlage funktionieren.

Abkühlung im Sommer: Ein Ventilator hilft nur wenig.

Diese Form der Abkühlung nennt man „aktives Kühlen“ – die Wärmepumpe muss aktiv Strom verbrauchen, um die Wohnung abzukühlen. Doch es gibt auch Wärmpumpen, die passiv kühlen, ganz ohne Stromverbrauch. Das geht mit Erd- oder Grundwasserwärmepumpen.

Geocooling als effizientere Alternative

Die Erdwärmepumpe hat eine Sonde, die tief unter die Erde führt und im Winter die dortige Erdwärme zum Heizen verwendet. Im Sommer ist es unter der Erde aber deutlich kühler, als auf der Oberfläche – sodass die Wärmepumpe die Kühle nun ins Haus holen kann. Diesen Effekt nennt man Geocooling, das Pendant zur Geothermie.

Die Verwendung dieser Systeme ist also viel effizienter. Allerdings haben Erd- und Grundwasserwärmepumpen auch Nachteile. Zum einen sind sie nämlich wesentlich teurer als die Luft-Wasser-Wärmepumpe: Über 42.000 Euro kosten diese Systeme mindestens. Zum anderen können sie nicht beliebig niedrige Temperaturen erreichen, denn es ist wichtig, die Bildung von Kondenswasser an den Heizkörpern zu vermeiden. Ansonsten droht Schimmelbildung.

Dennoch: Mit der Erdwärmepumpe ist es Experten und Expertinnen zufolge möglich, ein Haus um einige Grad abzukühlen. In der FAZ berichtet ein Effizienzexperte, der selbst ein solches System benutzt, dass sein Haus bei 35 Grad auf 23 Grad abgekühlt wird. Dieser Unterschied wird den meisten ausreichen – und es wird kein Strom verbraucht.

Wärmepumpe mit Umkehrbetrieb vonnöten

Nicht jede beliebige Wärmepumpe kann aber zum Kühlen verwendet werden. Es muss eine Wärmepumpe mit Umkehrbetrieb sein, die also in der Lage ist, vom Heizmodus in den Kühlmodus zu wechseln. Diese werden aber immer häufiger angeboten – schließlich werden die Sommer auch immer heißer.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Josep Suria

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