Insolvenz eröffnet

Deutsches Technikunternehmen stellt den Betrieb ein – warum es dennoch weitergeht

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Ein weiteres deutsches Unternehmen stellt im Zuge der Insolvenz den Betrieb ein. Für die Mitarbeiter gibt es aber dennoch eine Zukunft.

Stuttgart – In der seit langem anhaltenden Insolvenzwelle kommt es immer wieder vor, dass Firmen nicht aus der Zahlungsunfähigkeit gerettet werden können. Erst kürzlich wurde beispielsweise bekannt, dass eine traditionsreiche Bäckerei-Kette den Betrieb in allen Filialen einstellen muss. Auch bei der AST-Schweißtechnik UG mit Sitz in Hardheim (Neckar-Odenwald-Kreis, Baden-Württemberg) gehen die Lichter nach der Insolvenzanmeldung ganz aus. Zumindest für die Mitarbeiter gibt es aber dennoch eine Zukunft.

Diese 12 bekannten Unternehmen aus Baden-Württemberg gibt es nicht mehr

Eine Schlecker-Filiale im Jahr 2001.
Wer erinnert sich noch an Schlecker? Die Drogeriekette aus Ehningen (Donau) galt in der Hochphase als größte in ganz Europa.  © IMAGO/Enters
Eine ehemalige Schlecker-Filiale in Hamburg-St. Pauli.
Nach der Insolvenzanmeldung 2012 wurde die Kette zerschlagen und alle noch bestehenden Schlecker-Filialen geschlossen. © IMAGO/Jürgen Ritter
Der frühere Chef der Firma FlowTex, Manfred Schmider, sitzt am 14.01.2013 in Mannheim (Baden-Württemberg) im Gerichtssaal des Landgerichts.
Die Schlecker-Insolvenz schlug hohe Wellen und so auch der Skandal um die Firma Flowtex aus Ettlingen.  © Uwe Anspach/dpa
Akten zum FlowTex-Betrugsskandal stehen am Dienstag (26.07.2005) vor Beginn der Urteilsverkündung in einem Verhandlungssaal des Karlsruher Landgerichts.
Flowtex handelte auf betrügerische Weise mit Maschinen und verursachte einen Milliardenschaden. Im Jahr 2000 wurde die Firma aufgelöst. © Uli Deck/dpa
Jacken hängen an einer Kleiderstange.
Skandale und Insolvenzen sind aber nicht die einzigen Gründe für das Verschwinden von Unternehmen. (Symbolfoto) © IMAGO/Michael Bihlmayer
Verschiedene Dornier-Flugzeuge stehen am Dienstag (01.07.2009) im Dorniermuseum in Friedrichshafen am Bodensee.
Die Friedrichshafener Dornier-Werke wurden beispielsweise zum Teil in die EADS (heute Airbus SE) integriert.  © Patrick Seeger/dpa
Blick auf den Standort von Airbus Defence and Space in Immenstaad am Bodensee (Aufnahme mit Drohne).
Die militärische Luftfahrt, Raumfahrt, Wehr- und Systemtechnik von Dornier ist heute Teil von Airbus Defence and Space. © Felix Kästle/dpa
Die Feuerwehr-Geräte-Fabrik C. D. Magirus in Ulm (Ausschnitt aus einem Briefkopf)
Die Feuerwehr-Geräte und Nutzfahrzeugfabrik Magirus in Ulm wurde 1949 von Deutz übernommen und gehört heute zu Iveco.  © Stadtarchiv Ditzingen
Fahnen wehen am 20.03.2014 in Köln (Nordrhein-Westfalen) vor dem Eingang des Motorenwerkes der Deutz AG.
Der Kölner Motorenbauer Deutz trägt bis heute das Logo von Magirus, ein als Silhouette des Ulmer Münsters stilisiertes M.  © Henning Kaiser/dpa
Die von Heinrich Siegle gegründete Farbenfabrik G. Siegle & Co. in Stuttgart um 1865.
Die bedeutende Stuttgarter Farbenfabrik G. Siegle & Co. GmbH fusionierte 1873 mit der BASF.  © Gemeinfrei
Das Firmenlogo vor der Hauptverwaltung des Mobilfunk-Zwischenhändlers Debitel in Stuttgart-Vaihingen (Archivfoto).
Die Stuttgarter Debitel AG ist seit 2008 Teil der Freenet AG. Das ursprüngliche Unternehmen wurde 2011 aufgelöst.  © Bernd Weißbrod/dpa
Die Schokoladenfabrik von Roth in der Bahnhofstraße in Stuttgart (heute Heilbronner Straße) im Jahr 1895 als Abbildung auf einem Briefkopf.
Apropos Stuttgart. Die Landeshauptstadt galt mit Unternehmen wie Roth (1841-1942) einst als bedeutende Schokohochburg.  © gemeinfrei
Schokolade der Marke Moser-Roth, die von Aldi vertrieben werden.
Die Handelsmarke Moser-Roth besteht bis heute, das ursprüngliche Unternehmen wurde aber 1942 aus politischen Gründen stillgelegt.  © IMAGO/Manfred Segerer
Frontansicht des ehemaligen Eszet-Werkgebäudes in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 2012.
Eine weitere bedeutende Schokoladenfabrik in Stuttgart war die Firma Eszet - Staengel & Ziller (1857-1975).  © Stephan Klage/Wikipedia/CC BY-SA 3.0
Eszet Schnitten in verschiedenen Geschmackrichtungen.
Das bekannteste Produkt, die Eszet-Schnitten, werden bis heute von Stollwerck hergestellt.  © IMAGO/Manfred Segerer
Ritter Sport Schokolade Schokoladentafel.
Von den Stuttgarter Schokoladenherstellern existiert heute nur noch Alfred Ritter, mit der Marke Ritter Sport.  © IMAGO/Markus Mainka
Luftbild, aus einem Flugzeug aufgenommen, vom der Innenstadt von Karlsruhe mit dem Schloss.
Nicht süß, aber nahrhaft war das ungesäuerte Brot, das die Matzenfabrik Strauss von 1863 bis 1936 in Karlsruhe herstellte.  © Uli Deck/dpa
Hinweisschild verweist im Karlsruher Stadtteil Neureut auf den früheren Standort der Matzenfabrik Strauß.
Die Firmengeschichte endete 1936, weil der letzte Besitzer, Semy Strauß, aufgrund der Bedrohung durch die Nationalsozialisten nach Palästina emigrierte.  © Chrischerf/Wikipedia/CC BY-SA 4.0
Porsche-Gründer Ferdinand Porsche in einem Sportwagen des Stuttgarter Autobauers.
Eine andere Firmengeschichte begann dagegen erst, weil die Nationalsozialisten von Ferdinand Porsche neben einem „Volkswagen“ auch einen „Volkstraktor“ wollten.  © Porsche/dpa
Ein Porsche-Traktor mit ZF-Getriebe in der historischen Sammlung der ZF Friedrichshafen AG.
Die Porsche-Diesel-Motorenbau GmbH stellte von 1956 bis 1963 in Friedrichshafen-Manzell Traktoren mit Dieselmotor her.  © Felix Kästle/dpa
Das Logo der Luxusautomobilmarke Maybach.
Mythos Maybach: Das ursprüngliche Unternehmen existierte von 1909 bis 1966. Erst in Bissingen (Enz), dann in Friedrichshafen.  © IMAGO/Mollenhauer
Maybach-Motorenproduktion im Daimler-Benz-Werk in Berline-Marienfelde.
1960 übernahm Daimler-Benz die Firma Maybach und vereinigte sie mit dem konzerneigenen Großmotorenbau.  © IMAGO/Eventpress Herrmann
Das Logo der MTU ist auf einer Zylinderkopfabdeckung der MTU-Baureihe 2000 angebracht, die gerade zusammenmontiert wird.
Seit 1969 ist die frühere Maybach-Motorenbau GmbH als MTU Friedrichshafen die Kernmarke von Rolls-Royce Power Systems.  © Felix Kästle/dpa
Der neue Mercedes-Maybach SL Monogram Series.
2002 reaktivierte DaimlerChrysler die Marke Maybach. Die Tradition wird seit 2014 unter der Marke Mercedes-Maybach fortgesetzt.  © Mercedes-Benz AG Communications
Das Logo des Autozulieferers Allgaier ist an einem Gebäude am Unternehmessitz zu sehen.
Der traditionsreiche Autozulieferer Allgaier Automotive soll nach einer Insolvenz Ende 2025 geschlossen werden.  © Marijan Murat/dpa

Wie die Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ) berichtet, wurde der Geschäftsbetrieb des Unternehmens bereits im März eingestellt. Das Amtsgericht Mosbach eröffnete das Insolvenzverfahren laut Bekanntmachung am 27. Oktober und berief den Rechtsanwalt Philip Lang von der Kanzlei Eisner-Rechtsanwälte aus Lauda-Königshofen zum Insolvenzverwalter. Dieser hat nun die Aufgabe, das Unternehmen abzuwickeln, um die Forderungen der Gläubiger zumindest teilweise zu erfüllen. Jüngst musste auch ein traditionsreiches Hotel nach der Insolvenz den Betrieb einstellen.

Technikfirma stellt den Betrieb endgültig ein – Nachfolger steht schon in den Startlöchern

Wie die RNZ von Rechtsanwältin Sandra Gütter von Eisner-Rechtsanwälte erfahren hat, wurde der Geschäftsbetrieb der AST-Schweißtechnik UG im März aufgrund einer Erkrankung des Geschäftsführers eingestellt. Dieser Schritt habe wiederum zu Zahlungsausfällen und letztlich zur Insolvenz geführt. Bereits im April hat allerdings eine neue Gesellschaft in den Räumlichkeiten der Firma den Betrieb aufgenommen, die den Maschinenpark und auch die verbleibenden Mitarbeiter übernahm. Die Geschichte der AST-Schweißtechnik endet also, lebt aber in der neuen Gesellschaft weiter.

Laut Gütter wird Insolvenzverwalter Philip Lang die ehemalige Firma nun komplett abwickeln und die Maschinen und weitere Besitztümer an die neue Gesellschaft verkaufen. Damit sollen zumindest gewisse Förderungen der Gläubiger erfüllt werden. Die AST Schweißtechnik UG wurde ursprünglich im Jahr 2009 in Eichenbühl (Bayern) gegründet und verlegte den Firmensitz 2012 ins fränkisch geprägte Hardheim.

Die AST-Schweißtechnik UG in Hardheim stellt den Betrieb ein. Eine neue Gesellschaft steht aber bereit (Bild zeigt den historischen Stadtkern, die Firma sitzt im Gewerbegebiet)

AST-Schweißtechnik UG: Grund für finanzielle Schieflage nicht eindeutig zu nennen

Aufgrund der Erkrankung des Geschäftsführers war ein direkter Kontakt laut Rechtsanwältin Sandra Gütter bislang nicht möglich. Deshalb sei auch der Grund für die finanzielle Schieflage des Unternehmens nicht eindeutig zu nennen. In den vergangenen Monaten mussten allerdings viele Firmen aufgrund von ausbleibenden Aufträgen, hohen Kosten oder auch externen Faktoren Insolvenz anmelden. Ende 2024 rutschte ein Autozulieferer trotz voller Auftragsbücher in die Insolvenz.

Rubriklistenbild: © Torsten Englert/Wikipedia/CC0

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