Neue Studie

„Alarmierende Zahlen“ in Deutschlands Auto-Branche - Nachfrage wohl nicht das einzige Problem

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Automobilumschlag in Emden bei Volkswagen. Blick auf mehrere Pkws der Volkswagen-Gruppe. (Symbolbild)
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Mehr als drei Viertel der Auto-Zulieferer in Deutschland verschieben Investitionen. Die Gründe sind vielfältig. Droht ein langfristiger Rückgang?

Deutsche Auto-Zulieferer reduzieren ihre Investitionen aufgrund der schwachen Wirtschaftslage und globaler Unsicherheiten. Einer Umfrage des Verbands der Automobilindustrie (VDA) zufolge planen über drei Viertel der Auto-Zulieferer (76 Prozent), ursprünglich in Deutschland vorgesehene Investitionen zu verschieben, ins Ausland zu verlagern oder sogar komplett zu streichen.

„Zahlen sind alarmierend“: Studie enthüllt Abgrund bei Auto-Zulieferern

Der VDA berichtete, dass dieser Wert im Vergleich zu den Umfragen im Februar 2025 und Oktober 2024 zum zweiten Mal in Folge gestiegen sei. Die Mitteilung erfolgte anlässlich des heute beginnenden Mittelstandtages in Berlin. Im Februar wollten noch 14 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen vollständig streichen, während es in der aktuellen Umfrage bereits 20 Prozent sind. Eine Verlagerung ins Ausland ziehen nun 24 Prozent in Betracht, im Februar waren es noch 29 Prozent.

„Diese Zahlen sind alarmierend“, äußerte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Sie machte den verschärften internationalen Wettbewerb, geopolitische Unsicherheiten, die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump und ungünstige Standortbedingungen in Deutschland für die Zurückhaltung verantwortlich. Der politische Handlungsdruck sei entsprechend hoch.

Einige, auch namhafte Auto-Zulieferer rutschten zuletzt sogar in die Insolvenz.

Auto-Branche mit Problemen - Studie legt den Finger in die Wunde

Die Unternehmen aus der Auto-Branche selbst nannten vor allem schwache Absatzerwartungen in Europa als Hauptgrund für die Investitionszurückhaltung; 58 Prozent gaben dies an. Hohe Produktionskosten in Deutschland wurden von 16 Prozent der Befragten genannt, während 15 Prozent auf schwierige Finanzierungsbedingungen verwiesen. Zudem berichteten 69 Prozent von einer Zurückhaltung ihrer Hausbanken bei der Kreditvergabe.

Für die Studie wurden bis Mitte Mai 136 Unternehmen des automobilen Mittelstandes befragt, darunter vor allem Zulieferer sowie Hersteller von Anhängern, Aufbauten und Bussen. 42 Prozent von ihnen bewerteten die aktuelle Lage als schlecht. Eine Verbesserung in den nächsten zwölf Monaten erwarten 31 Prozent, während 26 Prozent von einer weiteren Verschlechterung ausgehen. (rjs mit dpa)

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