Blick zum Nachthimmel

Sterngucker, aufgepasst: August-Himmel bietet besonderes Mond-Ereignis und Perseiden-Höhepunkt

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Der August-Himmel bietet ein beeindruckendes Schauspiel. Von der Milchstraße über das Sommerdreieck bis hin zu Sternschnuppen – es gibt viel zu entdecken.

Frankfurt – Wenn ab Mitte August die Nächte wieder richtig dunkel werden, lohnt es sich, an einem Ort mit wenig Lichtverschmutzung den Blick gen Himmel zu richten und die Milchstraße zu suchen. Das milchig-weiße Band, das unserer Galaxie ihren Namen gab, erstreckt sich über den gesamten Nachthimmel.

Das Sommerdreieck, gebildet aus den Sternen Wega (im Sternbild Leier), Deneb (im Sternbild Schwan) und Atair (im Sternbild Adler), liegt direkt auf dem Pfad der Milchstraße. Im August thront das Sommerdreieck hoch am Himmel, während man im Süden knapp über dem Horizont das Zentrum der Milchstraße im Sternbild Schütze erahnen kann. Im Osten beginnen mit Pegasus und Andromeda bereits die ersten Herbststernbilder aufzugehen.

Mehrere Planeten sind im August am Himmel zu sehen

Wie schon im Juli sind auch im August mehrere Planeten am Sternenhimmel sichtbar. Der kleine Merkur zeigt sich zwar nicht, aber die Venus erscheint zaghaft am Abendhimmel. Der Mars ist, wie es in der Astronomie gerne heißt, „ein Planet der zweiten Nachthälfte“ und geht erst nach Mitternacht auf. Dies ändert sich jedoch im Laufe des Monats August nach und nach. Während der Mars am 1. August noch um 1.10 Uhr (MESZ) am Himmel erscheint, geht er am Monatsende schon um 00.19 Uhr auf.

Zeit für Wünsche: Sternschnuppen flitzen über den Nachthimmel

Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind.
Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind. © Imago/Zoonar
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel.
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel. © imago/imagebroker
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen.
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen. © imago/Cavan Images
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten.
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten. © imago/Cavan Images
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können.
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können. © Richard Brian/dpa
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt.
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt. © IMAGO/Zoonar
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf.
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf. © imago/Sylvio Dittrich
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein.
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein. © Danny Lawson/dpa
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen.
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen. © Patrick Pleul/dpa
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen.
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen. © imago/Cavan Images
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig.
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig. © Marcus Führer/dpa

Der Riesenplanet Jupiter wird im August immer heller und geht früher auf. Am 1. August ist Jupiter vor Mitternacht noch nicht sichtbar, am 31. August dagegen geht er bereits um 23.49 Uhr (MESZ) auf. Am Morgen des 15. August erhält Jupiter Besuch vom Mars. Der rote Planet zieht schnell nördlich des Riesenplaneten vorbei. Am 27. August gesellt sich die abnehmende Mondsichel zu Jupiter.

Spektakuläre Begegnung am Morgenhimmel: Saturn wird vom Mond bedeckt

Auch Saturn geht im August immer früher auf – Ende des Monats ist er bereits eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang am Himmel zu sehen. Der Ringplanet ist vor allem durch ein Teleskop ein beeindruckender Anblick, da man seine Ringe erkennen kann.

Am Morgen des 21. August findet eine besonders spannende Begegnung am Himmel statt: Zwischen 5.30 Uhr und 6.30 Uhr wird der Ringplanet Saturn vom Mond bedeckt. Sternexperte Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) erklärt gegenüber fr.de von IPPEN.MEDIA: „Die Annäherung der beiden Planeten kann man in der zweiten Nachthälfte mit dem freien Auge beobachten. Zumindest der Eintritt lässt sich noch ganz gut beobachten, der Mond steht dann 20 Grad hoch am Himmel.“ Für die Beobachtung des Eintritts – der Moment, wenn der Mond Saturn „berührt“ – empfiehlt Pilz ein Fernglas.

Was ist am Sternenhimmel zu sehen? Der Monatsüberblick zeigt es.

Highlight im August: Periodischer Sternschnuppen-Strom der Perseiden

Ein weiteres Highlight am Himmel im August ist der jährlich wiederkehrende Sternschnuppen-Strom der Perseiden. „Sie erreichen das Aktivitätsmaximum am Abend des 12. August“, erklärt Pilz, fügt jedoch hinzu, dass der Zeitpunkt für die Beobachtung eher ungünstig ist. „Der Mond steht am Himmel, er geht erst gegen 23 Uhr unter. Der Radiant, also die Stelle, von der die Perseiden kommen, steht zu Ende der Nacht am höchsten“, so der Experte. „Deshalb rate ich zur Beobachtung während der zweiten Nachthälfte.“

Obwohl die Perseiden theoretisch etwa 100 Sternschnuppen pro Stunde versprechen, ist dieser Wert in der Praxis kaum realistisch, da die Beobachtungsbedingungen oft nicht ideal sind. „Von einem dunklen Standort aus kann man 20 bis 30 Meteore je Stunde erwarten“, macht Pilz jedoch Hoffnung auf eine Sternschnuppennacht. (tab)

Rubriklistenbild: © imago/Science Photo Library

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