Sternegucken im Sommer

Sternenhimmel im Juli: Mars, Jupiter und Saturn beobachten – und dabei Sternschnuppen zählen

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Am Nachthimmel im Juli gibt es wieder mehr Planeten zu sehen. Vor allem Saturn mit seinen Ringen ist interessant. Und auch die ersten Sternschnuppen kommen.

Frankfurt – Im Juni konnte man kaum Planeten am Nachthimmel beobachten – diese Situation wird im Juli deutlich besser. Zwar ist der hellste Planet an unserem Himmel – die Venus – noch nicht zu sehen und auch Merkur bleibt unsichtbar, dafür verbessern sich die Sichtbarkeitsverhältnisse der anderen Planeten deutlich. Das beginnt mit dem Planeten Mars: Er wandert im Juli durch das „Goldene Tor der Ekliptik“, eine gedachte Linie zwischen den beiden markanten Sternhaufen Plejaden (M45) und Hyaden im Sternbild Stier.

Dazu kommt, dass der rote Planet im Laufe des Monats Juli immer früher aufgeht. Am 1. Juli taucht er noch um 2.15 Uhr im Osten auf, am 31. Juli ist er schon um 1.12 Uhr zu sehen. Gleichzeitig nähert sich der Mars langsam dem Planeten Jupiter an – einholen wird er ihn jedoch erst Mitte August.

Sternenhimmel im Juli: Jupiter wird heller, Beobachtungshighlight ist der Saturn

Der Jupiter selbst wird über den Juli hinweg etwas heller und geht immer früher auf. Er ist am Morgenhimmel zu finden und taucht am ersten Tag des Monats um 3.15 Uhr auf, während er am letzten Tag schon um 1.37 Uhr zu sehen ist. Am Juli-Himmel sorgt er für zwei sehenswerte Begegnungen: Am 3. Juli und am 31. Juli besucht der abnehmende Mond den größten Planeten unseres Sonnensystems am Himmel.

Das Beobachtungs-Highlight des Monats ist jedoch der Planet Saturn. Die Beobachtungssaison des Ringplaneten beginnt wieder, der Saturn steht gegen 3.30 Uhr recht hoch im Südosten am Himmel. „Wer die Ringe des Saturn noch nie mit den eigenen Augen gesehen hat, ist allermeistens fasziniert“, betont Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) gegenüber fr.de von IPPEN.MEDIA.

Ab Juli gut zu sehen: Die Saturn-Ringe werden immer schmaler

Der Experte erklärt weiter: „Wir gehen allerdings auf die sogenannte Kantenstellung der Ringe zu: In Abhängigkeit davon, in welchem Winkel wir auf den Planeten schauen, sind die Ringe entweder weit geöffnet oder kaum/nicht zu sehen.“ Im Jahr 2024 kann man die Ringe zwar noch sehen, sie seien jedoch schon „recht schmal“, sagt Pilz. Er empfiehlt dafür mindestens eine 30-fache Vergrößerung. „Die Unsichtbarkeit wird im Frühling des nächsten Jahres erfolgen“, so der Fachmann.

Am Sternenhimmel gibt es viel zu sehen. (Symbolbild)

Ebenfalls eindrucksvoll – dieses Mal jedoch bereits mit bloßem Auge – ist ein Vierertreffen am 31. Juli: Dann kann man die Planeten Mars und Jupiter in der Nähe des hellen Sterns Aldebaran (Sternbild Stier) sehen. Zu diesem Treffen gesellt sich noch der abnehmende Mond. Sehen kann man das Highlight am frühen Morgenhimmel – kurz nach 2 Uhr geht Aldebaran im Nordosten auf und vervollständigt das Quartett.

Veränderungen am Sternenhimmel im Juli

Nicht nur bei den Planeten, auch am Sternenhimmel gibt es im Juli Veränderungen: Während der Große Wagen langsam nach unten steigt, klettert das „Himmels-W“, das Sternbild Cassiopeia am Himmel nach oben. Das Sommerdreieck bestehend aus den Sternen Deneb (Sternbild Schwan), Wega (Sternbild Leier) und Altair (Sternbild Adler) ist gut am Himmel zu sehen, während das Frühlingsdreieck nur noch teilweise zu erkennen ist. Kein Wunder: Mit der Sommersonnenwende am 20. Juni hat der astronomische Sommer begonnen.

Tief im Südosten kann man abends die Sternbilder Schütze und Steinbock finden. Im Schützen liegt auch das Zentrum unserer Milchstraße mit dem supermassereichen schwarzen Loch Sagittarius A*. Das kann man weder mit den bloßen Augen noch mit einem Teleskop sehen – ein Forschungsteam hat dafür mehrere Radioteleskope zusammenschalten müssen. Herausgekommen ist ein „Foto“, das die unmittelbare Umgebung des schwarzen Lochs sowie dessen Schatten zeigt. Doch auch ohne das schwarze Loch zu Gesicht zu bekommen, ist die Milchstraße sehenswert.

Milchstraße zieht sich als milchiges Band über den Nachthimmel im Juli

Wie ein milchiges Band zieht sie sich über den Himmel – von ihrem Aussehen wurde ihr Name abgeleitet. Sie ist die Galaxie, in der unser Sonnensystem beheimatet ist und besteht aus hunderten Milliarden von Sternen. Alle der etwa 6000 Sterne, die man von der Erde aus mit bloßem Auge sehen kann, befinden sich innerhalb der Milchstraße – und die Milchstraße ist nur eine von einer geschätzten Billion Galaxien im Universum.

Ab etwa Mitte Juli kann man zudem Sternschnuppen am Himmel beobachten. Die Juli-Aquariiden (auch Delta-Aquariiden) scheinen aus dem Sternbild Wassermann auszuströmen. Ihr Maximum am 30. Juli verspricht etwa 20 bis 25 Sternschnuppen pro Stunde – allerdings nur bei perfekten Beobachtungsbedingungen. Am besten beobachtet man die mittelschnellen Meteore (etwa 40 km/s) in den Stunden nach Mitternacht. Ab Mitte Juli kann man außerdem schon erste Perseiden über den Himmel huschen sehen. Sein Maximum erreicht der berühmte Sternschnuppenstrom jedoch erst im August. (tab)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Gala Martínez López

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