Nobel-Woche

„Ohne sie wären Millionen mehr an Covid gestorben“: Lauterbach gratuliert Forschungs-Duo zu Nobelpreis

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Der Nobelpreis für Medizin oder Physiologie eröffnet die Nobel-Woche. Wird die Zahl der Frauen, die die Auszeichnung erhalten haben, in diesem Jahr steigen? Ja, wird sie.

Update vom 2. Oktober, 14.47 Uhr: Kurz nach der Bekanntgabe der Verleihung des Nobelpreises für Medizin hat sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zu Wort gemeldet. „Eine bessere Wahl für den Nobelpreis Medizin könnte es nicht geben“, schreibt der Politiker und Gesundheitsökonom.

Am Montagvormittag (2. Oktober) war das Forschungs-Duo Katalin Karioko und Drew Weissmann mit dem hoch dotierten Wissenschaftspreis ausgezeichnet worden. Dank ihrer Forschung konnte ein Impfstoff gegen das Corona-Virus (Covid-19) entwickelt werden. In ihrer Arbeit widmete sich das Duo der menschlichen Zelle (mRNA). „Ohne sie wären Millionen Menschen mehr an COVID gestorben“, schreibt Lauterbach abschließend.

Gratulationen für die Auszeichnung sprach auch der Impfstoffhersteller Biontech aus. Kariko hatte einige Jahre für das Mainzer Unternehmen gearbeitet und ist noch immer als Beraterin aktiv. Von 2013 bis 2022 war die Forscherin Senior Vice President für RNA-Protein-Ersatztherapien für Biontech. Die Arbeit des Duos sei wegweisend für den in der Pandemie wichtigen Impfstoff gewesen, heißt es vonseiten des Herstellers. „Wir schätzen ihre Leidenschaft, ihre Beharrlichkeit und ihr Engagement“, schrieb Biontech.

Die Corona-Impfstoffe von Biontech und vom US-Konzern Moderna waren die ersten zwei mRNA-Produkte, die auf den Markt kamen. „Durch ihre bahnbrechenden Resultate trugen die Preisträger zu dem beispiellosen Tempo der Impfstoffentwicklung während einer der größten Bedrohungen für die menschliche Gesundheit in moderner Zeit bei“, begründete das Nobelkomitee ihre Wahl. Die mRNA-Technik untersucht die Forschung schon seit über 30 Jahren.

Eine Grafik zu mRNA-Forschung, für die der Nobelpreis in Medizin verliehen wurde.

Nobelpreis in Medizin für Corona-Impfstoffe: Forscherin als 13. Frau überhaupt Würdenträgerin

Update vom 2. Oktober, 11.57 Uhr: Mit der diesjährigen Nobelpreis-Verleihung geht auch die dreizehnte Preisträgerin in die Bücher ein. Die Ehrung im Bereich Medizin geht an die in Ungarn geborene Katalin Karioko sowie dem US-Amerikaner Drew Weissmann für deren Grundlagen-Forschung. Ihre Arbeit trug maßgeblich zu der Entwicklung von mRNA-Impfstoffen gegen das Corona-Virus (Covid-19) bei.

Für ihre Arbeit an der mRNA-Forschung, die zur Entwicklung der Corona-Impfstoffe beitrugen, wurde das Duo Weissman und Kariko für den Nobelpreis in Medizin ausgezeichnet.

Wer erhält den Nobelpreis für Medizin 2023? Bekanntgabe steht bevor

Erstmeldung vom 2. Oktober, 9.51 Uhr:

Stockholm – Traditionell werden in der ersten Oktoberwoche die Namen der Personen bekannt gegeben, die einen Nobelpreis erhalten. Den Anfang macht in jedem Jahr die Kategorie Medizin oder Physiologie. Der Medizin-Nobelpreis wurde im vergangenen Jahr an Svante Pääbo, den Begründer der Paläogenetik, verliehen. In den Jahren zuvor gab es unter anderem Preise für die „Entdeckungen der menschlichen Rezeptoren für Temperatur- und Berührungsempfinden“, die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus und die „Entdeckung molekularer Mechanismen der Sauerstoffaufnahme von Zellen“.

Die Forscherinnen und Forscher, die den Medizin-Nobelpreis 2023 erhalten, befinden sich in guter Gesellschaft. Der Preis wurde bislang unter anderem an Koryphäen wie Emil von Behring, Robert Koch, Paul Ehrlich, Francis Crick oder Konrad Lorenz vergeben. Zu den Favoriten für den Medizin-Nobelpreis 2023 zählen in diesem Jahr hauptsächlich Forscher aus den USA. Doch der Preis kann auch an eine ganz andere Person vergeben werden – Überraschungen sind immer möglich.

Medizin-Nobelpreis
Bekanntgabe:Montag, 2. Oktober 2023, ab 11.30 Uhr
Ort:Karolinska Institutet in Stockholm
Dotiert mit:10 Millionen schwedische Kronen (ca. 862.000 Euro)
Vergabe seit:1901

Medizin-Nobelpreis 2023: Nur wenige Frauen wurden ausgezeichnet

Der Medizin-Nobelpreis ist, wie die anderen Nobelpreise auch, mit zehn Millionen schwedischen Kronen (etwa 862.000 Euro) dotiert. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger trifft das Karolinska-Institut in Stockholm. Der Medizin-Nobelpreis soll laut Preisstifter Alfred Nobel an die Person gehen, die „die wichtigste Entdeckung in der Domäne der Physiologie oder Medizin gemacht hat“. Seit 1901 wurden insgesamt 113 Medizin-Nobelpreise an 225 Personen vergeben, kein einziger Wissenschaftler und keine einzige Wissenschaftlerin hat den renommierten Preis bisher mehr als einmal erhalten.

Bisher wurden allerdings auch nur zwölf Frauen mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet, zuletzt die chinesische Pharmakologin Tu Youyou im Jahr 2015. Sie hatte zu einer neuartigen Therapie gegen Malaria geforscht. Die älteste Person, die den Medizin-Nobelpreis erhalten hat, war zu diesem Zeitpunkt 87 Jahre alt, die jüngste Person gerade einmal 32. Ob sich an diesen Zahlen im Jahr 2023 etwas ändert?

Medizin-Nobelpreis 2023: Personen werden am Montag bekannt gegeben

Wer den Medizin-Nobelpreis 2023 erhält, wird am Montag (2. Oktober) ab frühestens 11.30 Uhr bekannt gegeben. Traditionell wird bei der Bekanntgabe im Karolinska-Institut in Stockholm auf Schwedisch und Englisch erklärt, was die künftigen Preisträgerinnen oder Preisträger erforscht haben, um den Preis zu erhalten.

Im vergangenen Jahr stand der Schwede Svante Pääbo im Mittelpunkt. Er wurde für seine „Entdeckungen über die Genome ausgestorbener Homininen und die menschliche Evolution“ mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet. In diesem Jahr kann der renommierte Preis jedoch auch in eine ganz andere Forschungsrichtung gehen. (tab)

Rubriklistenbild: © Eugene Hoshiko/dpa

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