Nobel-Woche

Physik-Nobelpreis 2024 geht an die Wegbereiter des maschinellen Lernens

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Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften vergibt den Physik-Nobelpreis 2024 an John Hopfield und Geoffrey Hinton.

Update vom 8. Oktober 2024, 11.55 Uhr: Die beiden diesjährigen Physik-Nobelpreisträger John J. Hopfield (91) und Geoffrey E. Hinton (76) beschäftigen sich mit dem maschinellen Lernen – einer Technologie, die ursprünglich von der Struktur des menschlichen Gehirns inspiriert wurde. Die beiden Preisträger haben nach Angaben des Nobelpreis-Komitees „ab den 1980er Jahren wichtige Arbeiten mit künstlichen neuronalen Netzwerken durchgeführt“.

John Hopfield hat dabei ein Netzwerk entwickelt, das Muster speichern und nachbauen kann. Entstanden ist das „Hopfield Network“, das wiederum Geoffrey Hinton genutzt hat als Grundlage für ein neues Netzwerk, die „Boltzmann-Maschine“. „Die Arbeit der Preisträger hat bereits einen großen Nutzen gebracht“, sagt Ellen Moons, Vorsitzende des Nobelkomitees für Physik. „In der Physik nutzen wir künstliche neuronale Netze in einer Vielzahl von Bereichen, etwa bei der Entwicklung neuer Materialien mit spezifischen Eigenschaften.“

Physik-Nobelpreis 2024 für John Hopfield und Geoffrey Hinton

Update vom 8. Oktober 2024, 11.46 Uhr: Der Physik-Nobelpreis 2024 geht an John J. Hopfield (Princeton) und Geoffrey E. Hinton (University of Toronto) „für bahnbrechende Entdeckungen und Erfindungen, die maschinelles Lernen mit künstlichen neuronalen Netzen ermöglichen“. Die wichtigste Auszeichnung für Physiker ist 2024 mit insgesamt elf Millionen Kronen (knapp 970.000 Euro) dotiert.

Auf der Leinwand während der Pressekonferenz zur Bekanntgabe des Physik-Nobelpreises 2024 werden Bilder der Physiker John J. Hopfield (l.) und Geoffrey E. Hinton gezeigt.

Physik-Nobelpreis im Jahr 2024 geht an KI-Grundlagenforscher

Erstmeldung vom 8. Oktober 2024, 9.30 Uhr: Frankfurt – Nach der Bekanntgabe, wer den Medizin-Nobelpreis im Jahr 2024 erhält, wird es im Fachbereich Physik spannend. Am heutigen Dienstag (8. Oktober) wird verkündet, wer den renommierten Preis mit seiner Forschung erhalten wird. Es ist der zweite Teil der Nobelpreis-Woche, die am Mittwoch mit dem Nobelpreis für Chemie weitergeht, bevor am Donnerstag und Freitag die Preisträger in der Kategorie Literatur und Friedensnobelpreis verkündet werden. Im vergangenen Jahr wurden die Quantenforscher Pierre Agostini, Ferenc Krausz und ihre Kollegin Anne L‘Huillier mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet.

NobelpreisZeitpunkt der Bekanntgabe
Nobelpreis für Physiologie oder MedizinMontag, 7. Oktober 2024
Nobelpreis für PhysikDienstag, 8. Oktober 2024, ab 11.45 Uhr
Nobelpreis für ChemieMittwoch, 9. Oktober 2024, ab 11.45 Uhr
Nobelpreis für LiteraturDonnerstag, 10. Oktober 2024, ab 13.00 Uhr
FriedensnobelpreisFreitag, 11. Oktober 2024, ab 11.00 Uhr
Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für WirtschaftswissenschaftenMontag, 14. Oktober 2024, ab 11.45 Uhr
Quelle: nobelprize.org

Physik-Nobelpreis 2024: Preisträger wird heute bekanntgegeben

Der oder die Preisträger oder Preisträgerinnen des Physik-Nobelpreises 2024 werden am 8. Oktober 2024 ab 11.45 Uhr bekanntgegeben. Wer für die wichtige Auszeichnung nominiert wurde, wird nicht veröffentlicht. Doch die Liste der „Clarivate Citation Laureates“, die der Medienkonzern Clarivate jährlich herausgibt, zeigt, wer preisverdächtig sein könnte. Auf der Liste werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler benannt, die aufgrund häufiger Zitierung ihrer wissenschaftlichen Arbeiten Favoriten für wichtige Wissenschaftspreise sind.

In der Kategorie Physik nennt die Liste insgesamt sechs Namen – Frauen sind keine darunter. „Für revolutionäre Beiträge zu Quantenalgorithmen und -computern“ werden die Wissenschaftler Peter W. Shor (MIT) und David Deutsch (Oxford University) gelistet. Pablo Jarillo-Herrero (MIT), Allan H. MacDonald (University of Texas in Austin) und Rafi Bistritzer (Tel Aviv University) werden „für bahnbrechende theoretische und experimentelle Beiträge zur Physik des mit magischem Winkel verdrillten zweischichtigen Graphens und verwandter Moiré-Quantenbauelemente“ genannt.

Wird einer der Favoriten den Physik-Nobelpreis erhalten?

Beim dritten Thema, das laut „Clarivate Citation Laureates“ auszeichnungswürdig wäre, wird nur ein Name genannt: Der Schweizer Christoph Gerber wird für die „Erfindung und Anwendung der Rasterkraftmikroskopie“ auf die Liste gesetzt.

Die Nobelpreise

Seit dem Jahr 1901 werden die Nobelpreise jährlich vergeben. Gestiftet wurden sie vom schwedische Erfinder und Industriellen Alfred Nobel. An Nobels Todestag, dem 10. Dezember, werden die Preise verliehen. Der Nobelpreis wird in den Kategorie Medizin/Physiologie, Physik, Chemie, Literatur und Friedensnobelpreis vergeben. Der Alfred-Nobel-Gedächtnis­preis für Wirt­schafts­wissenschaften wird nach denselben Prinzipien wie die Nobelpreise vergeben, gehört jedoch nicht zu den ursprünglichen Preisen, die aus Nobels Testament hervorgehen.

Eine Garantie, den Nobelpreis zu erhalten, ist die Nennung auf der Liste der „Clarivate Citation Laureates“ nicht. Doch die Liste ist relativ treffsicher: Siet sie im Jahr 2002 erstmals veröffentlicht wurde, wurden 75 der auf der Liste genannten Personen mit einem Nobelpreis geehrt. (tab)

Rubriklistenbild: © Steffen Trumpf/dpa

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