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Die Sonne wird aktiver und damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit auf Polarlicht in Deutschland. Für die Nacht zu Sonntag gibt es eine Vorwarnung.
Frankfurt – Am 5. November war in großen Teilen Deutschlands und auch noch weiter südlich Polarlicht am Himmel zu sehen. Dieses Phänomen könnte in nächster Zeit häufiger vorkommen – beispielsweise am kommenden Wochenende. Derzeit besteht die Möglichkeit, dass in der Nacht zum Sonntag (12. November) Polarlicht über Deutschland auftreten könnten. In welchem Zeitraum und in welcher Region das möglicherweise der Fall sein werde, sei noch unklar, erklärt Carolin Liefke von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.
„Es gab eine passende Sonneneruption“, betont Liefke. „Es gibt eine Vorwarnung, dass man die Augen offenhalten sollte.“ Allerdings heißt das nicht, dass tatsächlich auch Polarlicht zu sehen sein wird. Trifft der Sonnensturm die Erde beispielsweise tagsüber, ist das Polarlicht am hellen Himmel nicht zu erkennen.
Polarlicht in Deutschland am Wochenende: Wolken könnten die Sicht stören
Auch Wolken könnten die Polarlicht-Hoffnungen zunichtemachen. Die besten Chancen auf einen aufgelockerten Himmel gibt es nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts über der Mitte Deutschlands und möglicherweise auch im Norden. „Im Südwesten sieht es nicht ganz so gut aus“, so die DWD-Meteorologin Tanja Sauter.
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Trifft der Sonnensturm die Erde am Abend und ist der Himmel klar, sollte man nicht damit rechnen, das Polarlicht direkt vor der eigenen Haustüre zu sehen. Idealerweise sollte der Himmel nämlich möglichst dunkel sein, um die Farbenpracht zu sehen. „Man sollte sich nicht unter die nächste Straßenlaterne stellen, sondern möglichst weit weg von der Stadt“, rät Liefke. Außerdem benötigt man einen freien Blick nach Norden, um die bunten Himmelslichter zu sehen.
Aurora Borealis: Buntes Polarlicht ist möglicherweise in Deutschland zu sehen
Polarlicht (Fachbegriff: Aurora Borealis) entsteht unter Mitwirkung der Sonne. Die schleudert bei einem koronalen Masseauswurf geladenes Plasma Richtung Erde, das mit dem Magnetfeld unseres Planeten reagiert. Magnetische Kurzschlüsse im Erdmagnetfeld lenken das Plasma in die Polarregionen, wo häufig Polarlicht zu sehen ist. Trifft ein besonders starker Sonnensturm die Erde, kann das Polarlicht auch weiter im Süden zu sehen sein.
Warum Polarlicht in Deutschland bald öfter zu sehen sein könnte
In den kommenden Monaten könnte Polarlicht in Deutschland häufiger vorkommen, da das Maximum der Sonnenaktivität bevorsteht. Erst kürzlich haben Fachleute vom Zentrum für Weltraumwettervorhersage (SWPC) der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA ihre Vorhersage des Sonnenmaximums aktualisiert. Sie gehen nun davon aus, dass die Sonne zwischen Januar und Oktober 2024 das Maximum ihrer Aktivität erreicht. Auf ihrer Oberfläche sind dann besonders viele Sonnenflecken zu sehen und sie schleudert häufiger Plasma ins Weltall.
Sonnenstürme sorgen jedoch nicht nur für das farbenprächtige Polarlicht – sie können auch eine negative Seite haben. Dazu zählt eine hohe Strahlenbelastung für Flugreisende sowie Astronautinnen und Astronauten. Satelliten bekommen Probleme und beispielsweise funktionieren Navigationssysteme deshalb nicht mehr korrekt. Auch beim Funk kann es Ausfälle geben. Im schlimmsten Fall kann ein heftiger Sonnensturm auch Stromnetze lahmlegen und elektrische Geräte unbenutzbar machen, warnen Fachleute immer wieder. Auch vor einer „Internet-Apokalypse“ wurde bereits gewarnt. (tab/dpa)
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