„Hakuto-R“

Private japanische Raumsonde soll auf dem Mond landen

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Seit Dezember ist der japanische Lander „Hakuto-R“ unterwegs, noch im April soll er auf dem Mond landen. Es wäre ein Ereignis für die Geschichtsbücher.

Tokio – Im vergangenen Dezember ist die „Hakuto-R“-Mission des privaten japanischen Raumfahrtunternehmens ispace von SpaceX ins Weltall befördert worden. Und erreichte im März ihr Ziel, den Mond. Nun steht der wohl spannendste Teil der Mission bevor: Die Landung des Landers „Hakuto-R“. Das Manöver, das etwa eine Stunde dauert, soll am 25. April stattfinden, die Landung im Atlas-Krater auf dem Mond ist für 18.40 Uhr MESZ geplant.

Derzeit befindet sich die Sonde mit dem „Hakuto-R“-Lander in einer elliptischen Umlaufbahn um den Mond – sie kommt der Mondoberfläche bis auf 100 Kilometer nahe und entfernt sich bis auf 2300 Kilometer von ihr. Geplant ist, dass die Raumsonde ihren Hauptantrieb zündet, wenn sie der Mondoberfläche am nächsten ist, um abzubremsen. Dadurch verlässt sie ihre Umlaufbahn um den Mond und nähert sich der Oberfläche. „Mithilfe einer Reihe von voreingestellten Befehlen wird der Lander seine Lage anpassen und seine Geschwindigkeit verringern, um eine weiche Landung auf der Mondoberfläche zu erreichen“, heißt es in einer Mitteilung von ispace.

Japanischer Lander „Hakuto-R“ soll auf dem Mond landen

Das Unternehmen plant, die Landung auf dem Mond live ins Internet zu streamen. „Ich freue mich darauf, diesen historischen Tag zu erleben, der den Beginn einer neuen Ära kommerzieller Mondmissionen markiert“, betont der Gründer von ispace, Takeshi Hakamada. Tatsächlich wäre es eine historische Leistung, wenn die Landung des japanischen Landers gelingt. „Hakuto-R“ wäre dann das erste privat betriebene Raumfahrzeug, das weich auf dem Mond landet.

Der Mond – Ein Himmelskörper, viele Facetten

Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern.
Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern. © Imago/MiS
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht.
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht. © Imago/Alan Dyer
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt.
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt. © Imago/Gottfried Czepluch
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist.
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist. © Imago/Riccardo Fabi
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller.
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller. © Imago/Pixsell
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot.
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot. © Imago/ANE Edition
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird.
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird. © imago/Silas Stein
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet.
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet. © Imago/Jon G. Fuller
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt.
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt. © Imago/imagebroker
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche.
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche. © imago/Deutzmann
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste.
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste. © imago/Nasa
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren.
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren. © Imago/UIG
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond.
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond. © imago
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa.
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa. © Imago/Cover-Images

Die Mission hat aber eine noch größere Bedeutung: Klappt die Landung, wäre Japan die erst die vierte Nation, der eine weiche Landung auf dem Mond gelingt. Bisher ist das erst den USA, der früheren Sowjetunion und China gelungen. Vor einigen Jahren hatten Israel und Indien je einen Versuch unternommen – beide sind jedoch gescheitert.

Mondlandung noch im April 2023: ispace will „Hakuto-R“ weich landen lassen

Landet „Hakuto-R“ sicher auf dem Mond, wäre es auch ein Triumph für eine zweite Nation: Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben einen kleinen Rover im Inneren des Landers zum Mond transportieren lassen. „Rashid 1“ ist etwa 53x53 Zentimeter groß und wird von Solarzellen mit Energie versorgt. Er hat hochauflösende Kameras, eine Wärmebildkamera sowie einen mikroskopischen Bildgeber dabei. Geplant ist, dass der Rover einen Mond-Tag lang funktioniert – das sind etwa 14 Erdentage.

Gelingt die Landung, wären die VAE die vierte Nation hinter den USA, der früheren Sowjetunion und China, die einen Rover auf dem Mond betreibt. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben bereits einen Orbiter in eine Umlaufbahn um den Mars gebracht, wo er immer noch aktiv ist.

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Nächste Mond-Missionen sind bereits geplant

ispace arbeitet bereits an den nächsten Mond-Missionen, die in den Jahren 2024 und 2025 starten sollen. Für die kommenden Jahre sind auch von anderen Anbietern weitere Missionen geplant, die Lander und Rover auf den Erdtrabanten transportieren sollen. 2024 sollen außerdem erstmals wieder Menschen dem Mond nahekommen. Für frühestens 2025 plant die US-Raumfahrtorganisation Nasa die nächste Mondlandung von Menschen, bis 2030 sollen Menschen auf dem Mond „leben und arbeiten“. (tab)

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