„Sound der Aurora“

Ätna-Sensoren fangen Polarlicht-Signale ein: „Die Stimme des Sturms“

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Ein Netzwerk geomagnetischer Sensoren am Ätna zeichnet ungewöhnliche Signale auf. Sie stammen nicht vom Vulkan, sondern von Polarlichtern.

Catania – Mit einer Höhe von 3357 Metern ist der Ätna der höchste aktive Vulkan Europas. Seine ständige Aktivität hat die Wissenschaft dazu veranlasst, ihn genauestens zu überwachen. Hierfür wurde das Etna Radio Observatory (ERO), ein Netzwerk geomagnetischer Sensoren, am Südhang des Vulkans installiert. Dieses System erfasst Signale, die vor oder während vulkanischer Aktivitäten auftreten.

Spektakuläres Leuchten über Deutschland: Die schönsten Bilder aus den Polarlicht-Nächten

Abend des 10. Mai 2024 erreichte ein Sonnensturm G4 die Erde. Polarlichter am Brocken im Harz
Polarlichter vom Brocken im Harz aus.  © ARCHEOPIX/IMAGO
Polarlichter im Taunus Polarlichter sind am Himmel über der St. Gertrudis-Kapelle zu sehen., Schmitten Hessen
Intensives Leuchten auf dem Taunus in Hessen.  © Jan Eifert/IMAGO
Nordlichter - Polarlichter über Niedersachsen aufgenommen in Flecken Langwedel
Auch in Niedersachsen (hier Flecken Langwedel) war das bunte Farbspektakel der Polarlichter am Himmel zu sehen.  © Ingo Wächter/IMAGO
starke Nordlichter oder auch Polarlichter über, Wittlekofen im Schwarzwald
Aus Wittlekofen im Schwarzwald stammt dieses Bild der Polarlichter über Zentraleuropa.  © Andreas Haas/IMAGO
Striegistal - Polarlichter mit bloßem Auge zu sehen! Naturspektakel am Himmel über Sachsen
Diese beiden Nachteulen hatten im Striegistal in Sachsen perfekte Sicht auf die Polarlichter.  © Tim Meyer/IMAGO/EHL Media/
Polarlichter über Bonn, 10.5.2024 gesehen vom Petersberg in Königswinter
Auch in Bonn war das Leuchten der Polarlichter leicht zu erkennen.  © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Derix
Faszinierender Nordlichter Polarlichter: Hannover begeistert von Polarlichtphänomen auf dem Kronsberg Niedersachsen
Auch am Kronsberg in Hannover hielten Beobachter die Polarlichter am Himmel fotografisch fest.  © Martin Dziadek/IMAGO
naturphänomen Polarlichter über Berlin Deutschland, Polarlichter Nordlichter über der Hauptstadt
Kaum sichtbar für das bloße Auge, aber doch: die Polarlichter zeigten sich auch in der Bundeshauptstadt Berlin.  © Achille Abboud/IMAGO
Polarlichter sind am Freitagabend nach Einbruch der Dunkelheit auch in Baden-Württemberg bei Großerlach zu sehen Nordlichter
Rot leuchtende Polarlichter zu sehen über Großerlach in Baden-Württemberg.  © Alexander Wolf/IMAGO

In der Nacht vom 10. auf den 11. Mai jedoch, registrierte das italienische Netzwerk ungewöhnliche Signale. Diese wurden nicht durch die Aktivität des Ätna ausgelöst, sondern durch ein Phänomen, das seinen Ursprung weit außerhalb der Erde hatte: Polarlichter. Nach mehreren intensiven koronalen Massenauswürfen der Sonne, traf ein heftiger Sonnensturm in dieser Nacht das Erdmagnetfeld. Dies führte dazu, dass farbenfrohe Polarlichter, auch Aurora genannt, bis weit in den Süden hinunter und somit auch in großen Teilen Europas, einschließlich Italien, sichtbar waren.

Polarlichter am Ätna: Vulkan-Instrument zeichnet „Sound der Aurora“ auf

Die Polarlichter, die am Himmel tanzten, konnten von aufmerksamen Beobachtern gesehen werden. Die meisten Aufnahmen zeigen rotes und gelegentlich grünes Polarlicht. Auch die Forscher am Ätna, der sich im Nordosten Siziliens befindet, konnten das Polarlicht beobachten, wie aus einem Bericht des Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia (INGV) hervorgeht. „Wir, das Team, das den Vulkan regelmäßig und genau überwacht, um jede Veränderung zu erfassen, haben die Aurora gesehen. Und wir haben sie sogar ‚gehört‘!“, heißt es in dem Bericht.

Forschungsteam macht geomagnetischen Sturm hörbar

In der Nacht des 10. Mai zeichnete das ERO Fluktuationen im Erdmagnetfeld auf, die nicht vom Vulkan stammten. Die Forscher stellten fest, dass die Schwingungsfrequenzen unter zwei Hertz lagen und elektromagnetischer, nicht akustischer Natur waren. Die Experten des INGV konvertierten das aufgezeichnete Signal in ein 500-fach beschleunigtes Audiosignal, um die Frequenzen auf Werte zu bringen, die das menschliche Ohr wahrnehmen kann. „Das Ergebnis ist die Stimme des Sturms und der Lichtshow, die wir miterleben durften“, so die Fachleute, die den „Sound der Aurora“ in einem Video veröffentlicht haben.

Die Sensoren des Ätna konnten das geomagnetische Pulsieren aufzeichnen, das entsteht, wenn geladenes Plasma von der Sonne auf das Erdmagnetfeld trifft und Polarlicht erzeugt.

Polarlichter in der Nacht vom 10. auf 11. Mai 2024 über Brandenburg.

„Außergewöhnliches Zusammentreffen der Kräfte von Sonne und Erde

Das Polarlicht am Himmel löste bei vielen Menschen Emotionen aus, einschließlich der Vulkanforschenden auf Sizilien. „Die Nacht des Muttertagssturms stellte ein außergewöhnliches Zusammentreffen der Kräfte von Sonne und Erde dar und bot uns ein unvergessliches Lichtspiel“, schreiben sie und betonen die Bedeutung, „unsere natürliche Umgebung weiterhin zu beobachten und zu studieren und sich an der Schönheit und Komplexität der Welt, in der wir leben, zu erfreuen.“ (tab)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Jörg&Nicole Krauthöfer

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