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Der Juni läutet den astronomischen Sommer ein. Der beginnt mit zwei hellen Sternen. Immerhin sind auch einige wenige Planeten sichtbar.
Frankfurt – Jedes Jahr um den 21. Juni erreicht die Sonne ihren höchsten Stand des Jahres – es ist der Zeitpunkt der Sommersonnenwende und der Startschuss für den astronomischen Sommer auf der Nordhalbkugel. Im Jahr 2024 fällt dieser Startschuss am 20. Juni um 21.51 Uhr – es ist der längste Tag des Jahres.
„Wer von einem festen Standpunkt aus den Untergangspunkt der Sonne sehen kann, sollte es einmal verfolgen“, empfiehlt Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde auf Anfrage von fr.de von IPPEN.MEDIA. „Die Sonne geht im Lauf des Juni immer weiter nördlich unter und erreicht am 20. Juni den nördlichsten Punkt, also am weitesten rechts stehend. Schon wenige Tage später ist dieser Punkt wieder ein wenig nach Süden gerückt.“
Am Nachthimmel im Juni kann man zuerst zwei helle Sterne sehen
Ist die Sonne dann abends untergegangen, kann man zwei besonders helle Sterne zuerst sehen: den deutlich orange-rot leuchtenden Arktur im Sternbild Bärenhüter sowie die bläulich-weiße Wega im Sternbild Leier. Arktur ist der hellste Stern des Nordhimmels und der vierthellste Stern am gesamten Sternenhimmel. Er ist nur 36,7 Lichtjahre von der Erde entfernt – also in astronomischen Entfernungen relativ nahe. Wega ist mit nur etwa 25 Lichtjahren Entfernung zur Sonne noch etwas näher.
Der Stern ist Teil des Sommerdreiecks, das im Juni deutlich am Nachthimmel zu sehen ist. Zum Sommerdreieck gehören neben Wega die Sterne Deneb im Sternbild Schwan und Altair im Sternbild Adler. Der Große Wagen – ein Teil des Sternbilds Großer Bär – steht weiterhin hoch oben am Himmel, wird sich jedoch bald wieder nach unten bewegen. Im Südwesten ist das Sternbild Jungfrau zu sehen, dessen Hauptstern Spica bläulich leuchtet.
Am Sternenhimmel im Juni: Roter Stern Antares ist der „Gegenmars“
Im Süden kann man den Skorpion mit seinem roten Hauptstern Antares entdecken. Antares ist ein roter Überriese, dessen Name interessant ist. Er stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Gegenares“. Der Gott Ares war bei den Römern als Mars bekannt – Antares ist also der „Gegenmars“. Das könnte auch daran liegen, dass Antares und Mars beide rötlich am Himmel leuchten.
Was die Planeten angeht, so wird die Lage im Juni wieder etwas besser, als sie noch im Mai war. Merkur und Venus bleiben zwar unbeobachtbar, dafür kann man Mars, Jupiter und Saturn wieder am Himmel entdecken. Der Merkur ist im Juni zwar nicht am Himmel zu sehen, erreicht am 13. Juni aber trotzdem seinen sonnennächsten Punkt, das sogenannte Perihel. Dann hat er auch seine größte Geschwindigkeit: Er rast mit 212.400 km/h um die Sonne – die höchste Geschwindigkeit, die ein Planet in unserem Sonnensystem erreichen kann.
Planeten Mars, Jupiter und Saturn sind im Juni wieder am Himmel zu sehen
Die im Juni ebenfalls unbeobachtbare Venus holt Anfang des Monats die Sonne ein und verschwindet – aus irdischer Perspektive – hinter der Sonnenscheibe. Die Venusbedeckung durch die Sonne kann man mit Amateurmitteln allerdings nicht beobachten. Endlich wieder sehen kann man dafür den Planeten Mars. Er ist am Morgenhimmel zu finden, wo er noch recht schwach rötlich leuchtet. Am 3. Juni besucht der Halbmond den roten Planeten am Himmel.
Jupiter taucht etwa ab der Monatsmitte wieder am Morgenhimmel auf. Dort wandert er durch das „goldene Tor der Ekliptik“ – gebildet durch die zwei offenen Sternhaufen Plejaden und Hyaden im Sternbild Stier. Der Saturn ist weiterhin in der zweiten Nachthälfte am Himmel zu sehen. Erst Ende Juni wird er etwas vor Mitternacht aufgehen. Seine Helligkeit nimmt im Laufe des Monats leicht zu. Am 27. Juni hat er ein malerisches Treffen mit dem Halbmond. (tab)
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