Astronomie-Serie

Sternenhimmel im Mai: Mars, Saturn und Sternschnuppen als Lichtblicke

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Die Tage werden weiter länger, die Nächte kürzer. Die meisten Planeten verabschieden sich vom Himmel – dafür hat der Mai Sternschnuppen zu bieten.

Frankfurt – Im Mai zeigt sich der Sternenhimmel recht unspektakulär. Nachdem sich im April fast alle Planeten vom Nachthimmel verabschiedet haben, gibt es hier nicht viel zu sehen. Und auch was die Sternbilder angeht, hat der Mai nur wenig Spektakuläres zu bieten. Trotzdem lohnt sich der Blick zum Himmelszelt – nicht nur wegen der Sternschnuppen, die Anfang Mai erwartet werden.

Sternbild Großer Bär weist auf den orange leuchtenden Stern Arktur

Hoch am Himmel steht im Mai gegen 22 Uhr das Sternbild „Großer Bär“. Ein Teil davon, der „Große Wagen“ ist wohl den meisten Menschen bekannt. Folgt man der „Deichsel“ dieses Himmelswagens, trifft man auf den orange leuchtenden Stern Arktur, den Hauptstern im Sternbild „Bärenhüter“. Das Sternbild selbst ist gut zu erkennen: Es sieht aus wie ein Drachen, der am Himmel steigen gelassen wird.

Im Nordosten kann man bereits zwei Ecken des Sommerdreiecks beobachten: der Stern Wega im Sternbild Leier und Deneb im Sternbild Schwan. Der dritte Stern ist Atair im Sternbild Adler, der erst später in der Nacht aufgeht.

Sternenhimmel im Mai: „Whirlpool-Galaxie“ M51 und „Herkuleshaufen“ M13

Im Sternbild Jagdhunde befindet sich die Spiralgalaxie M51, die erste Spiralgalaxie, bei der man eine Spiralform erkannt hat. Sie trägt den Spitznamen „Whirlpool-Galaxie“ und ist etwa 24 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. In der Galaxie entstehen aktiv Sterne, deshalb existieren in ihr viele junge und massereiche Sterne. In ihrem Zentrum beherbergt die „Whirlpool-Galaxie“ ein supermassereiches schwarzes Loch – genau wie die meisten anderen Galaxien und auch die Milchstraße.

Im lichtschwachen Sternbild Herkules kann man den bekannten Kugelsternhaufen M13 finden, der 23.000 Lichtjahre entfernt und auch als „Herkuleshaufen“ bekannt ist. In besonders dunklen Nächten kann er auch mit bloßen Augen als mattes Fleckchen am Himmel ausgemacht werden. Mit einem Fernglas ist er jedoch deutlich besser zu beobachten: Dann kann man den Kugelsternhaufen in einzelne Sterne auflösen. M13 besteht aus mindestens 500.000 Sternen.

Was ist am Sternenhimmel zu sehen? Der Monatsüberblick zeigt es.

Planeten im Mai: Merkur, Venus und Jupiter haben sich vom Himmel verabschiedet

Planeten sind im Mai kaum am Himmel zu sehen. Merkur schafft es nicht, sich rechtzeitig vor Sonnenaufgang durch den Dunst am Horizont zu kämpfen – wenn er hoch genug steht, ist es bereits zu hell, um ihn zu sehen. Das gilt zumindest für den deutschsprachigen Raum. Weiter im Süden – beispielsweise schon im Mittelmeerraum – kann man Merkur am Morgenhimmel beobachten.

Gar nicht zu sehen ist dagegen die Venus. Sie zieht derzeit mit der Sonne über den Taghimmel. Weil die Sonne so hell leuchtet, ist die Venus nicht zu sehen – sie wird vom Sonnenlicht überstrahlt. Auch Jupiter ist derzeit unbeobachtbar, weil er sich am Taghimmel befindet. Nachts bleibt er unter dem Horizont – und ist nicht zu sehen.

Zeit für Wünsche: Sternschnuppen flitzen über den Nachthimmel

Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind.
Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind. © Imago/Zoonar
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel.
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel. © imago/imagebroker
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen.
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen. © imago/Cavan Images
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten.
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten. © imago/Cavan Images
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können.
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können. © Richard Brian/dpa
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt.
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt. © IMAGO/Zoonar
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf.
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf. © imago/Sylvio Dittrich
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein.
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein. © Danny Lawson/dpa
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen.
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen. © Patrick Pleul/dpa
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen.
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen. © imago/Cavan Images
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig.
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig. © Marcus Führer/dpa

Lichtblick am Morgenhimmel: Mars und Saturn sind ab Mai zu sehen

Die einzigen Lichtblicke unter den Planeten sind im Mai die Himmelskörper Mars und Saturn. Der rote Planet ist ab Ende Mai am Morgenhimmel zu sehen. Etwa ab dem 20. Mai sollte man den rötlich leuchtenden Planeten tief im Osten erkennen können. Saturn ist der einzige Planet, der bereits Anfang Mai am Himmel zu sehen ist. Er geht vor dem Mars am frühen Morgen im Osten auf. Im Mai hat Saturn gleich zwei malerische Begegnungen mit dem Mond: am 3. und 31. Mai trifft er morgens die abnehmende Mondsichel.

Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) empfiehlt außerdem noch ein anderes ansehnliches Treffen zweier Himmelskörper : „In der Nacht vom 23. auf den 24. Mai steht der Vollmond nahe dem hellen roten Stern Antares. Um halb zwei genau im Süden und zwölf Grad über dem Horizont. Das ist ein schönes Motiv für eine Nachtaufnahme mit einer Stadt- oder Natursilhouette“, erklärt der Experte gegenüber fr.de von IPPEN.MEDIA.

Sternschnuppen im Mai: Die Eta-Aquariiden sind besonders schnell

Bereits im April hat die Aktivität des Sternschnuppen-Stroms der Eta-Aquariiden begonnen. Er hält bis etwa Mitte Mai an und erreicht seinen Höhepunkt am 6. Mai. Allerdings sind die Beobachtungsbedingungen in Mitteleuropa eher ungünstig: Der Punkt, aus dem die Sternschnuppen auszuströmen scheinen, geht erst kurz vor der Morgendämmerung auf. Im Mittelmeerraum und weiter südlich kann man die Eta-Aquariiden dagegen als aktiven Sternschnuppen-Strom genießen. Die Meteore sind mit 60 Kilometern pro Sekunde sehr schnell unterwegs und hinterlassen lange Leuchtspuren am Himmel. (tab)

Rubriklistenbild: © imago/Science Photo Library

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