Raumfahrt-Überblick

Diese Missionen sollen in den kommenden Monaten zum Mond starten

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Der Run auf den Mond ist ungebrochen – die nächsten Missionen dürften alle auf das Konto der US-Raumfahrtorganisation Nasa gehen. Was 2023 und 2024 geplan ist.

Washington D.C. – Der Mond ist jenseits der Erde der einzige Himmelskörper, auf dem bisher Menschen waren. Das dürfte sich auch nicht so schnell ändern, denn die Pläne der großen Raumfahrtnationen sehen erst einmal vor, zum Mond zurückzukehren (US-Raumfahrtorganisation Nasa), beziehungsweise erstmals Menschen dorthin zu bringen (China), bevor es weiter geht zum Mars. Doch vor den geplanten Crew-Missionen zum Mond stehen noch zahlreiche robotische Missionen auf dem Plan, die bei der Erschließung des Mondes helfen sollen.

Im aktuellen Jahr sind bereits drei Missionen auf dem Mond gelandet – die indische „Chandrayaan-3“ weich und geplant, die japanische „Hakuto-R“ und die russische „Luna-25“ stürzten ab und schlugen fehl. Eine weitere japanische Mission ist derzeit auf dem Weg zum Mond und soll im Frühjahr 2024 dort ankommen. Und der Ansturm auf den Erdtrabanten ist ungebrochen – noch im aktuellen Jahr könnten zwei Missionen zum Mond starten, für das Jahr 2024 stehen weitere Missionen in den Startlöchern.

Der Mond hat seine Faszination nicht verloren – für die kommenden Jahre sind mehrere Missionen zum Erdtrabanten geplant. (Archivbild)

Nasa schickt private Unternehmen mit Fracht zum Mond

Die nächsten geplanten Flüge zum Mond gehen auf das Konto der Nasa. Die hat als Vorbereitung auf die Rückkehr von Menschen zum Mond mehrere Flüge privater Anbieter beauftragt, die verschiedene Frachten zum Mond bringen sollen. Im Rahmen des Commercial Lunar Payload Services Program (CLPS) sollten eigentlich bereits 2022 die ersten Missionen starten, doch wie in der Raumfahrt weit verbreitet, verschoben sich diese, meist aus technischen Gründen.

Der Mond – Ein Himmelskörper, viele Facetten

Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern.
Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern. © Imago/MiS
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht.
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht. © Imago/Alan Dyer
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt.
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt. © Imago/Gottfried Czepluch
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist.
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist. © Imago/Riccardo Fabi
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller.
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller. © Imago/Pixsell
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot.
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot. © Imago/ANE Edition
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird.
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird. © imago/Silas Stein
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet.
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet. © Imago/Jon G. Fuller
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt.
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt. © Imago/imagebroker
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche.
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche. © imago/Deutzmann
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste.
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste. © imago/Nasa
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren.
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren. © Imago/UIG
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond.
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond. © imago
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa.
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa. © Imago/Cover-Images

Im Auftrag der Nasa zum Mond: Intuitive Machines und der Lander „Nova-C“

Doch noch 2023 soll es endlich losgehen: Am 15. November (Stand: 23. September) soll die Mission „IM-1“ des US-Raumfahrtunternehmens Intuitive Machines an Bord einer „Falcon 9“-Rakete von SpaceX zum Mond aufbrechen. Im Mittelpunkt der Mission steht der Lander „Nova-C“, der fünf wissenschaftliche Frachten für die Nasa transportieren wird, dazu kommt noch Fracht für kommerzielle Kunden. Geplant ist eine Landung am Südpol des Mondes, der auch für künftige astronautische Missionen im Fokus steht, weil man dort die Existenz von Wassereis vermutet.

Astrobotic und der Lander „Peregrine“ warten auf die Rakete zum Mond

Ebenfalls noch 2023 könnte das US-Unternehmen Astrobotic mit seinem „Peregrine“-Lander zum Mond aufbrechen. Das Landegerät soll gleich 14 Nasa-Frachten an den Rand des Mare Imbrium im Westen des Mondes befördern. Nach Unternehmensangaben ist „Peregrine“ bereit für den Flug zum Mond – doch das Unternehmen kann das Startdatum nicht weiter beeinflussen. Astrobotic hat sich für den Flug mit einer neuen „Vulcan“-Rakete der United Launch Alliance entschieden – bei der noch nicht einmal der Jungfernflug stattgefunden hat. Dieser soll nun im vierten Quartal 2023 stattfinden, der Astrobotic-Start entsprechend später.

2024 und in den darauffolgenden Jahren dürften weitere Missionen im Rahmen des Nasa-CLPS-Programms zum Mond fliegen. Geplant ist unter anderem, dass Intuitive Machines die Nasa-Mission „Prime-1“ zum Südpol des Mondes bringt. Dort soll dieses Experiment nach Eis graben und dieses analysieren. Astrobotic soll den Nasa-Rover „Viper“ zum Mond transportieren. Auch Missionen mit anderen Raumfahrtunternehmen sind geplant – insgesamt gibt es im CLPS-Programm zehn Missionen.

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Nasa und China wollen Menschen auf dem Mond landen lassen

Nicht nur die Nasa wird in den kommenden Jahren zum Mond fliegen, auch China hat einen Fokus auf den Mond gesetzt und dürfte derzeit die meisten Erfahrungen mit robotischen Landungen auf dem Erdtrabanten haben. Immerhin hat die ehrgeizige Raumfahrtnation in den vergangenen Jahren mehrere Raumsonden zum Mond geschickt, die unter anderem auf der erdabgewandten Seite landeten oder Bodenproben zurück zur Erde brachten. Für 2024 plant China erneut eine Mission zur Rückseite des Mondes. Eine Raumsonde soll dort Bodenproben in der Nähe des Südpols nehmen und sie zur Erde zurückbringen.

China möchte außerdem mittelfristig Astronautinnen und Astronauten zum Mond schicken und gemeinsam mit Russland eine Mondstation errichten. Die USA planen die Rückkehr von Menschen zum Mond für frühestens 2025, 2024 sollen sich erstmals wieder Menschen dem Mond nähern und um ihn herumfliegen – die Crew dafür wurde bereits ausgewählt. (tab)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Wolfgang Maria Weber

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