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Auf dem Mars untersucht der Nasa-Rover „Perseverance“ einen Stein nach dem anderen. Der aktuellste Fund begeistert die Forschenden auf der Erde.
Pasadena – Seit etwas mehr als drei Jahren erforscht der Nasa-Rover „Perseverance“ den Jezero-Krater auf dem Mars und hat die Forscherinnen und Forscher, die seine Daten auf der Erde auswerten, bereits einige Male begeistert. Doch nun hat „Perseverance“ offenbar einen Fund gemacht, der die bisherigen übertrifft. „Um es einfach auszudrücken: Dies ist die Art von Stein, die wir zu finden hofften, als wir beschlossen, den Jezero-Krater zu untersuchen“, freut sich Ken Farley, der „Perseverance“-Projektwissenschaftler vom Caltech in Pasadena.
Die Analyse des neuesten Steins, den der Nasa-Rover auf dem Mars gefunden hat, zeigt, dass der Stein sich in der Vergangenheit für eine lange Zeit im Wasser befunden haben muss – möglicherweise an einem alten Mars-Strand. „Fast alle Mineralien in dem Stein, den wir gerade beprobt haben, sind im Wasser entstanden“, betont Farley in einer Mitteilung des Jet Propulsion Laboratory der Nasa.
Diese Dinge wurden auf dem Mars entdeckt – sie gehören dort nicht hin




Nasa-Rover „Perseverance“ macht wichtigen Fund auf dem Mars
Auf der Erde sind Mineralien, die im Wasser entstanden, etwas Besonderes, wie der Forscher erklärt: „Auf der Erde sind im Wasser abgelagerte Mineralien oft gut darin, altes organisches Material und Biosignaturen einzuschließen und bewahren.“ Könnte er also mögliches früheres Mars-Leben konserviert haben? Das ist zumindest die Hoffnung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf der Erde. Die Analyse des Gesteins sollte der Forschung auch Aufschluss über die Klimabedingungen geben können, die bei seiner Entstehung auf dem Mars herrschten.
Der neu analysierte Stein dürfte einer der ältesten sein, der bisher von „Perseverance“ auf dem Mars untersucht wurde, ist sich Sandra Siljeström von den Research Institutes of Sweden (RISE) in Stockholm sicher. „Das ist wichtig, weil der Mars zu Beginn seiner Geschichte am bewohnbarsten war.“ Noch ein Grund mehr, warum die Forscherinnen und Forscher ihn genau unter die Lupe nehmen möchten.
Mars-Stein könnte Spuren von früherem Leben in sich tragen
Der Stein, von dem der Mars-Rover „Perseverance“ die Probe genommen und analysiert hat, ist etwa 1,7 Mal einen Meter groß. Weil er nicht flach liegt, ist er weniger staubig als seine Umgebung und lässt sich mit den Rover-Instrumenten leichter untersuchen. Der Stein namens „Bunsen Peak“ besteht laut Nasa zu drei Vierteln aus Karbonatkörnern, die durch fast reines Siliziumdioxid zusammengehalten werden.
„Das Siliziumdioxid und Teile des Karbonats scheinen mikrokristallin zu sein und eignen sich daher besonders gut zum Einfangen und Bewahren von Anzeichen mikrobiellen Lebens, das einst in dieser Umgebung gelebt haben könnte“, sagt Siljeström. „Daher eignet sich diese Probe hervorragend für Biosignatur-Studien, wenn sie zur Erde zurückgebracht wird.“ Eine Biosignatur ist eine Substanz oder Struktur, die ein Beweis für vergangenes Leben auf dem Mars sein könnte.
„Perseverance“ sammelt für die Nasa Mars-Proben, die zur Erde gebracht werden sollen
„Perseverance“ hat bereits 24 Proben vom Mars gesammelt und für eine künftige Rückholaktion („Mars Sample Return“) auf dem roten Planeten deponiert. 21 der Probenbehälter sind mit Bohrproben gefüllt, in zweien befindet sich Mars-Regolith (zerbrochene Steine und Staub), in einem hat der Nasa-Rover etwas Mars-Atmosphäre eingefangen. Doch ob und wann die Mars-Proben jemals zu einer weiteren Analyse zur Erde zurückgeholt werden, ist derzeit fraglich. Nachdem eine Kommission festgestellt hatte, dass die Rückholpläne der Nasa zu teuer und zu komplex sind, arbeitet die US-Raumfahrtorganisation derzeit an einem neuen Plan.
„Mars Sample Return wird eine der komplexesten Missionen sein, die die Nasa je unternommen hat“, erklärt Nasa-Chef Bill Nelson in einer Mitteilung. „Die sichere Landung und Entnahme der Proben, der Start einer Rakete mit den Proben von einem anderen Planeten – was noch nie zuvor geschehen ist – und der sichere Rücktransport der Proben über mehr als 53 Millionen Kilometer zur Erde ist keine kleine Aufgabe.“ (tab)
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