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Der Nasa-Rover „Perseverance“ erforscht den Mars und ermöglicht es der Forschung, einen Blick weit in die Vergangenheit des roten Planeten zu werfen.
San Francisco – Seit mehr als 1000 Mars-Tagen befindet sich der Nasa-Rover „Perseverance“ schon auf dem roten Planeten. In dieser Zeit hat sich der Rover lange mit einem alten Flussdelta im sogenannten Jezero-Krater beschäftigt. Weil der Mars-Rover das Gestein um ihn herum genau analysieren kann, kann das Forschungsteam hinter „Perseverance“ die Geschichte des Wassers im Jezero-Krater mittlerweile relativ gut nachvollziehen, wie die Nasa bei einem Treffen der American Geophysical Union (AGU) in San Francisco zeigte.
„Wir haben den Jezero-Krater als Landeplatz ausgewählt, weil die Orbitalaufnahmen ein Delta zeigen – ein klarer Beweis dafür, dass der Krater einst von einem großen See gefüllt war“, erklärt der „Perseverance“-Projektwissenschaftler Ken Farley in einer Nasa-Mitteilung. Ein See sei eine potenziell bewohnbare Umgebung, und Steine aus einem Delta eigneten sich hervorragend, „um Anzeichen alten Lebens in Form von Fossilien in den geologischen Aufzeichnungen zu verankern“, ist sich Farley sicher.
Erforschung des Mars: Nasa-Rover sucht nach früherem mikrobiellem Leben
Der Forscher betont: „Nach gründlicher Erforschung haben wir die geologische Geschichte des Kraters zusammengesetzt und seine See- und Flussphase von Anfang bis Ende aufgezeichnet.“ Der Krater auf dem Mars ist den Angaben zufolge vor fast vier Milliarden Jahren bei einem Asteroiden-Einschlag entstanden. Nach der Landung des Rovers „Perseverance“ im Februar 2021 fand das Forschungsteam schnell heraus, dass der Kraterboden aus einem Eruptivgestein besteht, das durch Magma im Untergrund oder durch vulkanische Aktivität auf der Oberfläche entstanden ist.
Hunderte Millionen Jahre nach seiner Entstehung ist der erste Fluss im Krater entstanden – darauf weisen Sandstein und Schlammstein hin, die „Perseverance“ gefunden hat. Darüber befinden sich salzhaltige Schlammsteine, die auf einen flachen See hindeuten, der durch Verdunstung entstanden ist. Nach Angaben der Forscherinnen und Forscher soll dieser See einen Durchmesser von bis zu 35 Kilometern und eine Tiefe von 30 Metern gehabt haben. Später transportierte schnell fließendes Wasser Steine von außerhalb des Kraters in den Jezero-Krater und verteilte sie dort.
Die Nasa erforscht den Mars: „Wir mussten den Krater aus der Nähe betrachten“
„Wir konnten diese Kapitel der Geschichte von Jezero in groben Zügen auf Bildern aus der Umlaufbahn erkennen, aber wir mussten den Krater mit ‚Perseverance‘ aus der Nähe betrachten, um die Zeitlinie im Detail zu verstehen“, erläutert Libby Ives, vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa, das die „Perseverance“-Mission leitet.
Der Nasa-Rover hat bisher an 23 verschiedenen Orten im Jezero-Krater Gesteinsproben genommen und diese für eine mögliche spätere Rückholaktion auf dem Mars gelagert. Eine Probe enthält beispielsweise Phosphat – es wird oft mit dem Leben, wie wir es auf der Erde kennen, in Verbindung gebracht. Eine weitere Probe enthält eine Menge feinkörniges Siliziumdioxid – von dem Material ist bekannt, dass es alte Fossilien auf der Erde konserviert.
Umgebung auf dem Mars könnte Überreste von altem Leben konservieren
„Auf der Erde findet man dieses feinkörnige Siliziumdioxid oft an Orten, die früher sandig waren“, sagt Morgan Cable vom JPL. „Das ist die Art von Umgebung, in der auf der Erde die Überreste von altem Leben konserviert und später gefunden werden könnten.“ Das Forschungsteam sucht mit dem Rover „Perseverance“ nach Hinweisen für früheres mikrobielles Leben auf dem Mars. Außerdem charakterisiert die Mission die Geologie des roten Planeten und soll mehr über dessen früheres Klima herausfinden.
Aber auch an die Zukunft wird gedacht, denn der Rover hat zwei wegweisende Technikdemonstrationen an Bord. Den Helikopter „Ingenuity“, der bewiesen hat, dass Rotorflüge auf dem Mars möglich sind und das Experiment „Moxie“, das mittlerweile eingestellt wurde, zuvor jedoch gezeigt hat, dass es möglich ist, auf dem Mars Sauerstoff zu gewinnen.
Weitere Erforschung des Mars: „Ideale Bedingungen“
Cable gibt sich optimistisch, was die weitere Erforschung des Mars angeht: „Wir haben ideale Bedingungen, um Anzeichen von altem Leben zu finden, denn wir finden Karbonate und Phosphate, die auf eine wässrige, bewohnbare Umgebung hindeuten, sowie Siliziumdioxid, das sich hervorragend zur Konservierung eignet“. (tab)
Rubriklistenbild: © Nasa/JPL


