Sternenhimmel im Juli

Planeten, Sternschnuppen und die Milchstraße – das können Sie heute am Nachthimmel sehen

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Der Juli hat einiges am Sternenhimmel zu bieten – die Milchstraße, Kugelsternhaufen, Sternbilder, mehrere Planeten und sogar Sternschnuppen sind zu sehen. Ein Überblick.

Frankfurt – Genau wie im Juni sind auch im August die Nächte kurz und hell – doch trotzdem kann man einiges am Nachthimmel entdecken. In dunklen Regionen kann man sehen, dass sich das Band der Milchstraße quer über den Himmel zieht. Noch besser kann man das milchige Band aus Sternen im August sehen, wenn die Nächte nicht mehr ganz so hell sind. Für die Sternbilder Schütze und Skorpion ist der Juli der beste Beobachtungsmonat. Während sie in unseren Breitengraden nur sehr tief am Himmel zu sehen sind, kann man sie weiter südlich – vielleicht im Sommerurlaub am Mittelmeer – besser sehen.

Im Sternbild Schütze liegt das Zentrum der Milchstraße. In dem Sternbild gibt es außerdem viele Himmelsobjekte, die für ein Fernglas ein lohnenswertes Ziel sind: Galaktische Nebel, offene Sternhaufen und Kugelsternhaufen findet man dort. Im Juli ist auch der hellste Kugelsternhaufen am Himmel der Nordhalbkugel zu sehen: M13 im Sternbild Herkules ist auch als Herkuleshaufen bekannt und etwa 23.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Entdeckt wurde der mindestens 500.000 Sterne umfassende Kugelsternhaufen 1714 vom englischen Astronomen Sir Edmond Halley. Im Südosten sieht man das Sommerdreieck bestehend aus den Sternen Deneb, Altair und Wega hoch am Himmel stehen.

Sternenhimmel im Juli: Venus wird hell und verschwindet

Auch Planeten kann man im Juli am Nachthimmel sehen – hier verändert sich in diesem Monat einiges im Vergleich zum Juni. Die Venus, der Planet, der in den vergangenen Monaten am Himmel am auffälligsten war, erreicht am 7. Juli ihre größte Helligkeit. Sie befindet sich weiterhin am Abend im Westen und ist wegen ihrer Helligkeit bereits früh in der Abenddämmerung zu sehen. Doch noch im Juli ist es mit der Venus-Sichtbarkeit vorbei: Ende des Monats geht der Nachbarplanet der Erde bereits gegen 20 Uhr unter. Bevor die Venus sich verabschiedet, kann man mit dem Teleskop noch einmal ihre Sichelform bewundern – denn der Planet hat Phasen, genau wie der Mond. Anfang des Monats ist die Venus-Sichel dick, gegen Ende ihrer Sichtbarkeitsperiode ist sie dagegen sehr schmal.

Was ist am Sternenhimmel zu sehen? Der Monatsüberblick zeigt es.

Der sonnennächste Planet Merkur erreicht im Juli fast seine maximale Entfernung von der Erde – er entfernt sich bis auf 198 Millionen Kilometer. Zu sehen ist er in diesem Monat jedoch nicht. Nur noch kurze Zeit am Himmel aufzufinden ist der Planet Mars: er ist noch bis etwa zum 10. Juli zu sehen, dann verabschiedet er sich vorübergehend. Fast gleichzeitig, am 13. Juli beginnt auf der Nordhalbkugel des roten Planeten der Sommer, der bis zum Herbstanfang am 12. Januar 2024 geht.

Jupiter und Saturn kehren prominent an den Nachthimmel zurück

Während Mars und Venus vom Nachthimmel verschwinden, kehren zwei andere helle Planeten wieder prominenter zurück: Jupiter beherrscht als zweithellster Planet am Himmel die zweite Nachthälfte. Ende Juli beginnt er, bereits gegen Mitternacht aufzugehen. Der größte Planet unseres Sonnensystems sorgt auch für das Beobachtungshighlight des Monats. Sven Melchert von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) hat gegenüber fr.de von IPPEN.MEDIA einen Tipp, der allerdings nur für Frühaufsteher oder Nachtschwärmer von Interesse sein dürfte: „Wer am frühen Morgen des 12. Juli nach Osten blickt, wird dort die schmale Sichel des abnehmenden Mondes sehen. Direkt daneben leuchtet ein heller ‚Stern‘ – das ist der Planet Jupiter.“

Sternenhimmel im Juli: Planeten, Sternschnuppen und die Milchstraße

Im Juli und August kann man sehen, wie sich das Band der Milchstraße über den Nachthimmel zieht. Beobachtungstipp: Der Himmel sollte möglichst dunkel sein, sodass man das milchige Band erkennen kann. Im August ist die Milchstraße besser zu sehen als im Juli, weil der Himmel dann nicht mehr so hell ist.
Im Juli und August kann man sehen, wie sich das Band der Milchstraße über den Nachthimmel zieht. Beobachtungstipp: Der Himmel sollte möglichst dunkel sein, sodass man das milchige Band erkennen kann. Im August ist die Milchstraße besser zu sehen als im Juli, weil der Himmel dann nicht mehr so hell ist. © IMAGO/imageBROKER/Robert Seitz
Das Sternbild Schütze kann man im Monat Juli am besten beobachten. Doch auch dann steht es nur knapp über dem Horizont. Im Sternbild Schütze liegt das Zentrum der Milchstraße. In dem Sternbild gibt es außerdem viele Himmelsobjekte, die für ein Fernglas ein lohnenswertes Ziel sind: Galaktische Nebel, offene Sternhaufen und Kugelsternhaufen findet man dort
Das Sternbild Schütze kann man im Monat Juli am besten beobachten. Doch auch dann steht es nur knapp über dem Horizont. Im Sternbild Schütze liegt das Zentrum der Milchstraße. In dem Sternbild gibt es außerdem viele Himmelsobjekte, die für ein Fernglas ein lohnenswertes Ziel sind: Galaktische Nebel, offene Sternhaufen und Kugelsternhaufen findet man dort © imago images/Allexxandar
Auch das Sternbild Skorpion kann man im Juli am besten beobachten. In unseren Breitengraden ist das Sternbild gerade so zu sehen, weiter im Süden steht es höher am Himmel.
Auch das Sternbild Skorpion kann man im Juli am besten beobachten. In unseren Breitengraden ist das Sternbild gerade so zu sehen, weiter im Süden steht es höher am Himmel. © IMAGO/Zoonar
Das Himmelsobjekt M13 ist der hellste Kugelsternhaufen auf der Nordhalbkugel. M13 trägt den Namen Herkuleshaufen und ist im unauffälligen Sternbild Herkules zu finden. Der Kugelsternhaufen ist etwa 23.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und beinhaltet mindestens 500.000 Sterne.
Das Himmelsobjekt M13 ist der hellste Kugelsternhaufen auf der Nordhalbkugel. M13 trägt den Namen Herkuleshaufen und ist im unauffälligen Sternbild Herkules zu finden. Der Kugelsternhaufen ist etwa 23.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und beinhaltet mindestens 500.000 Sterne. © imago/blickwinkel
Das Sternbild Herkules ist eins der größten Sternbilder am Himmel und trotzdem sehr unauffällig. Nur drei Sterne sind heller als die 3. Größenklasse. Wer sich am Himmel etwas auskennt, findet es zwischen dem Stern Wega und dem auffälligen Sternbild Nördliche Krone.
Das Sternbild Herkules ist eins der größten Sternbilder am Himmel und trotzdem sehr unauffällig. Nur drei Sterne sind heller als die 3. Größenklasse. Wer sich am Himmel etwas auskennt, findet es zwischen dem Stern Wega und dem auffälligen Sternbild Nördliche Krone. © imago images/VWPics
Die Venus (unten) war im Jahr 2023 lange das prägende Sternbild des Abends, doch im Juli endet ihre Sichtbarkeitsperiode –nachdem der Planet seine größte Helligkeit erreicht hat (7. Juli 2023). Wer die Venus im Teleskop betrachtet, kann die Sichelform des Planeten sehen – vergleichbar mit dem Mond, der in diesem Bild oben zu sehen ist.
Die Venus (unten) war im Jahr 2023 lange das prägende Sternbild des Abends, doch im Juli endet ihre Sichtbarkeitsperiode –nachdem der Planet seine größte Helligkeit erreicht hat (7. Juli 2023). Wer die Venus im Teleskop betrachtet, kann die Sichelform des Planeten sehen – vergleichbar mit dem Mond, der in diesem Bild oben zu sehen ist. © IMAGO/ZUMA Wire
Der Jupiter ist nach einer Zeit der Abwesenheit wieder an den Himmel zurückgekehrt. Er dominiert im Juli die zweite Nachthälfte und geht dabei immer früher auf. Ende Juli taucht er bereits gegen Mitternacht im Osten auf.
07-sternenhimmel-juli-jupiter-planet.jpg © IMAGO/NurPhoto
Wer den Jupiter mit einem Teleskop oder Fernglas betrachtet, kann die vier Galileischen Monde sehen, die den Planeten zu „umschwirren“ scheinen. Gelegentlich ist auch einmal ein Mond „verschwunden“ (er zieht dann gerade hinter dem Planeten vorbei) oder wirft nur einen Schatten auf den Jupiter.
Wer den Jupiter mit einem Teleskop oder Fernglas betrachtet, kann die vier Galileischen Monde sehen, die den Planeten zu „umschwirren“ scheinen. Gelegentlich ist auch einmal ein Mond „verschwunden“ (er zieht dann gerade hinter dem Planeten vorbei) oder wirft nur einen Schatten auf den Jupiter. © IMAGO/ZUMA Wire
Das Weltraumteleskop „Hubble“ zeigt den Saturn und seine Ringe in aller Pracht. Im Mai 2025 werden die Ringe jedoch verschwunden sein – zumindest aus irdischer Perspektive. (Archivbild)
Auch der Saturn ist an den Nachthimmel zurückgekehrt, er ist im Laufe des Juli beinahe die ganze Nacht sichtbar. Im Teleskop kann man die Ringe des Planeten erkennen, die ihm den Spitznamen „Herr der Ringe“ eingebracht haben. So gut wie auf der Aufnahme wird der Saturn im Teleskop jedoch nicht zu sehen sein, das Bild stammt vom „Hubble“-Weltraumteleskop. © IMAGO/NASA/ESA/Amy Simon
Auch Sternschnuppen sind im Juli am Himmel zu sehen. Die Meteor-Ströme der Delta-Aquariiden und der Alpha-Capricorniden überschneiden sich. Außerdem beginnt am 16. Juli bereits der Sternschnuppen-Strom der Perseiden, der am 13. August 2023 sein Maximum erreicht.
Auch Sternschnuppen sind im Juli am Himmel zu sehen. Die Meteor-Ströme der Delta-Aquariiden und der Alpha-Capricorniden überschneiden sich. Außerdem beginnt am 16. Juli bereits der Sternschnuppen-Strom der Perseiden, der am 13. August 2023 sein Maximum erreicht. © imago images/Sylvio Dittrich

Saturn-Ringe und Jupiter-Monde lassen sich relativ einfach beobachten

Der zweite Rückkehrer an den Himmel ist der Planet Saturn. Der „Herr der Ringe“ geht immer früher auf und ist Ende Juli bereits fast die ganze Nacht zu sehen. Wer den Saturn mit einem Fernglas oder Teleskop betrachtet, kann die Ringe ausmachen. Wer den Jupiter ins Visier nimmt, bekommt einen geschichtsträchtigen Anblick zu sehen: Die vier großen Jupiter-Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto sind bereits mit kleiner Vergrößerung zu sehen. Es handelt sich um die vier Galileischen Monde, die bereits 1610 vom italienischen Astronomen Galileo Galilei entdeckt wurden.

Damals wurde erstmals klar, dass es Himmelskörper gibt, die sich nicht direkt um die Erde drehen – ein Widerspruch zum geozentrischen Weltbild, das von der Gesellschaft und der Kirche der damaligen Zeit anerkannt war und propagierte, dass sich alle Himmelskörper um die Erde drehten.

Im Juli beginnt eine Zeit, in der sich mehrere Sternschnuppen-Ströme überlappen. Sowohl die Delta-Aquariiden als auch die Alpha-Capricorniden erreichen ihr Maximum am 30. Juli – allerdings gehen von beiden Meteorschauern nur wenige Sternschnuppen aus. Anders sieht es beim Sternschnuppen-Strom der Perseiden aus, die bereits am 16. Juli ihren Anfang finden. Sie erreichen ihr Maximum am 13. August – dann können bis zu 100 Meteore pro Stunde über den Himmel flitzen. (tab)

Rubriklistenbild: © imago/StockTrek Images

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