Vorschau fürs neue Jahr

Raumfahrt 2025: Der Mond im Visier – gelingen die kommerziellen Mondlandungen?

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Im Jahr 2025 sollen wieder einige Raumfahrtmissionen zum Mond aufbrechen. (Symbolbild)
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Im Jahr 2025 sind keine großen Missionen vorgesehen, stattdessen viele Flüge zum Mond. Die Nasa ist der Hauptakteur. Ein Ausblick auf das Jahr der Raumfahrt.

München – Für das Raumfahrt-Jahr 2025 sind einige spannende Dinge geplant – doch eines wird in dem Jahr nicht stattfinden: der Start der Nasa-Mission „Artemis 2“. Ursprünglich sollte die Mission „Artemis 2“, die drei Astronauten und eine Astronautin um den Mond transportieren soll, im September 2025 stattfinden. Doch die Nasa hat diesen Plan einmal mehr verschoben – aktuell ist die Mission für April 2026 geplant. Trotzdem soll es im Jahr 2025 einige Raketenstarts in Richtung Mond geben – nur Menschen werden nicht mitfliegen.

Direkt im Januar soll es losgehen, mit den Flügen zum Mond. Den Anfang machen wird voraussichtlich das Mondlandegerät „Blue Ghost 1“ des privaten Raumfahrtunternehmens Firefly. Die Mission soll im Rahmen des Nasa-Programms „Commercial Lunar Payload Services“ (CLPS) verschiedene Instrumente und Experimente auf die Mondoberfläche bringen. An Bord einer „Falcon 9“-Rakete von SpaceX wird „Blue Ghost 1“ auf den Weg gebracht.

CLPS-Programm der Nasa schickt 2025 einige Missionen zum Mond

Alle Missionen, die unter dem CLPS-Programm zum Mond fliegen, gehören quasi zum „Artemis“-Programm der US-Raumfahrtorganisation Nasa. Sie sollen zur Erforschung des Mondes beitragen und die „Artemis“-Missionen mit menschlicher Crew auf dem Mond vorbereiten.

Neben dem „Neuling“ Firefly wagen sich auch mehrere Firmen zum zweiten Mal auf den Weg zum Mond: Im Januar 2025 will das japanische Unternehmen ispace einen zweiten Anlauf zum Mond unternehmen. Nachdem die erste Mondlandung im April 2023 nicht gelungen war, soll das Landegerät dieses Mal korrekt auf dem Mond aufsetzen. An Bord sind sechs verschiedene Instrumente und Experimente, darunter ein „Mikro-Rover“, der etwas Mondgestein einsammeln soll.

Intuitive Machines will 2025 wieder zum Mond fliegen

Im Laufe des Jahres 2025 will das private Unternehmen Intuitive Machines bereits seine zweite Mission zum Mond schicken. Nachdem IM-1 im Februar 2024 erfolgreich auf dem Erdtrabanten gelandet ist, schickt die Nasa dieses Mal ein wichtiges Instrument mit: Das „Polar Resources Ice Mining Experiment“ (PRIME-1) soll unter anderem etwa einen Meter tief nach Eis bohren und das Eis untersuchen.

Außerdem soll ein Rover dabei sein, der eine 4G-Netzwerktechnik auf dem Mond testen wird. Ebenfalls an Bord der „Falcon 9“-Rakete von SpaceX soll der kleine Nasa-Orbiter „Lunar Trailblazer“ sein. Eine weitere Mond-Mission von Intuitive Machines ist ebenfalls für 2025 geplant.

Astrobotic versucht 2025 erneut, auf dem Mond zu landen

Ebenfalls zum zweiten Mal zum Mond startet das Unternehmen Astrobotic. Der erste Versuch einer Mondlandung scheiterte im Januar 2024 bereits kurz nach dem Start: Der Lander „Peregrine“ hatte ein Treibstoffleck, weshalb keine weiche Mondlandung möglich war. Stattdessen stürzte das Landegerät zurück auf die Erde und verglühte.

Jetzt will es das Unternehmen erneut wissen und schickt dieses Mal das Landegerät „Griffin“ zum Mond. Ursprünglich wollte die Nasa den Mond-Rover „VIPER“ mitschicken, doch diese Mission wurde längst abgesagt. „Griffin“ soll als Demonstration trotzdem fliegen – wie so viele andere Missionen als CLPS-Projekt.

Mars bekommt 2025 Besuch von Missionen, die bereits unterwegs sind

Auch der Mars bekommt 2025 wieder Besuch – allerdings von Missionen, die bereits vor einiger Zeit ins Weltall aufgebrochen sind: Die Nasa-Mission „Europa Clipper“, die auf dem Weg zum Jupiter-Mond Europa ist, fliegt am 27. Februar 2025 am roten Planeten vorbei. Im März 2025 stattet auch die Esa-Mission „Hera“ dem Mars sowie dessen Mond Deimos einen kurzen Besuch ab.

2025 könnte außerdem die Nasa-Mission „EscaPADE“ zum Mars starten – es handelt sich um zwei kleine Satelliten, die den Mars umkreisen sollen. Auf den Weg gebracht werden sie von der neuen Schwerlastrakete „New Glenn“ von Blue Origin. Weil die Rakete nicht bereit war, wurde der Start von der Nasa auf das Frühjahr 2025 verschoben.

Wer wird 2025 neuer Nasa-Chef unter Donald Trump? Und wie geht es mit dem „Starship“ weiter?

Zwei weitere wichtige Raumfahrt-Themen 2025 spielen sich eher auf der Erde ab. Das erste ist die Frage, wer unter US-Präsident Donald Trump der neue Nasa-Chef wird. Nominiert hat Trump den SpaceX-Astronauten und Milliardär Jared Isaacman. Wird er als Nasa-Administrator bestätigt und welche Akzente wird er setzen? Vermutungen gehen dahin, dass er wohl einen größeren Fokus auf die kommerzielle Raumfahrt legen wird.

Das zweite Thema hat direkt mit Isaacman und seiner möglichen neuen Rolle zu tun: Auch 2025 wird SpaceX die Riesen-Rakete „Starship“ weiterentwickeln. Wie geht es dort weiter und wann wird der Koloss bereit sein, erstmals zum Mond zu fliegen oder Menschen zu transportieren? Beide Punkte haben direkt mit Isaacman zu tun: Der Milliardär hat gemeinsam mit SpaceX das „Polaris“-Programm gestartet, in dessen Rahmen er bereits den ersten privaten Weltraumspaziergang unternommen hat.

Geplant ist auch, dass Isaacman am ersten Crew-Flug des „Starships“ teilnimmt. Außerdem will die Nasa mit dem „Starship“ Menschen zum Mond befördern – weshalb die Behörde und auch Isaacman die weitere Entwicklung genauestens beobachten werden.

Europa schickt „Biomass“ und „Smile“ ins Weltall – Ariane 6 startet erneut

Was große Raumfahrt-Missionen angeht, ist es in Europa traditionell ruhiger als in den USA. Die Esa startet 2025 die Mission „Biomass“, die Daten zu Zustand und Entwicklung der Wälder liefern soll. Im Herbst soll „Smile“ starten, eine Mission, die die magnetische Umgebung der Erde untersuchen soll. Ziel ist es, ein besseres Verständnis der Verbindung von Sonne und Erde zu bekommen. Nach dem geglücktem Jungfernflug der Ariane 6 im Jahr 2024 soll die Rakete im kommenden Sommer mit vier statt nur mit zwei Boostern starten. So kann die Nutzlast nach Angaben der Esa auf rund 11,5 Tonnen mehr als verdoppelt werden. (tab/dpa)

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