Ambitionierter Plan

Mögliche Revolution in der Raumfahrt: Unternehmen will Aufzug ins Weltall bauen

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Schon in wenigen Jahrzehnten könnten Raketen mit einem Weltraum-Aufzug ins All fahren. Ein Unternehmen aus Japan will den ambitionierten Plan bald umsetzen.

München – Einfach mit dem Aufzug bis ins Weltall fahren und damit den Weg für Raketen drastisch verkürzen. Was für viele Menschen womöglich nach Science Fiction klingt, hat sich ein Unternehmen aus Japan jetzt zum Ziel gesetzt. Die japanische Obayashi Corporation möchte das Projekt schon bald starten, das Vorhaben soll ganze 100 Milliarden US-Dollar kosten. Nicht das erste ambitionierte Projekt, denn vorher machte das Unternehmen bereits mit dem Bau des höchsten Fernsehturms der Welt, dem Tokyo Skytree, auf sich aufmerksam. Das neue Projekt könnte die Raumfahrt revolutionieren.

Die Idee eines Weltraumaufzugs kam erstmals im 19. Jahrhundert auf. Bis heute sind sie nicht in die Realität umgesetzt worden. (Künstlerische Darstellung)

Ambitionierter Plan: Unternehmen will Aufzug in den Weltraum bauen

Laut Forschenden könnte ein solcher Weltraum-Aufzug die Zeiten für Expeditionen ins All deutlich verkürzen. Statt acht Monaten könnte man etwa den Mars in der weniger als der Hälfte der Zeit erreichen, berichtet das Fachmagazin sciencealert.com. Ein Sprecher des Unternehmens teilte dem Business Insider mit, man sei derzeit „mit Forschung und Entwicklung, Grobdesign, Aufbau von Partnerschaften und Werbung beschäftigt“.

Ein Vorhaben, das von Forschenden kontrovers aufgenommen wird, denn nicht alle halten den Plan für umsetzbar. Trotzdem unterstützen viele Fachleute das Vorhaben auch. Immerhin geht man davon aus, dass ein Fahrstuhl ins Weltall zahlreiche Vorteile mit sich bringen würde. Nicht nur der Weg in den Weltraum soll dadurch deutlich kürzer werden, auf Dauer soll sich damit auch viel Geld sparen lassen. Denn für den Raketen-Start und ihren Weg ins All wird viel Treibstoff benötigt, der wiederum das Gewicht erhöht. Laut Bericht hat allein der Start der ersten Artemis-Mission der Nasa mehr als vier Milliarden US-Dollar gekostet.

Vorteile eines Weltraum-Aufzugs: Expeditionen könnten deutlich günstiger werden

Einige Entwürfe sehen sogar vor, dass die Fahrzeuge ganz ohne Kraftstoff auskommen und ihre Fracht stattdessen elektromagnetisch befördert. Auch der Aufzug selbst könnte etwa mit Solarenergie betrieben werden. Laut dem Unternehmenssprechen sollen sich die Kosten dadurch um rund 57 US-Dollar pro Kilogramm Fracht senken. Damit würden selbst die günstigen Raketen von SpaceX, wie die „Falcon 9“, fünfmal mehr kosten.

Ein anderer Vorteil des Weltraum-Aufzugs wäre, dass die Fahrzeuge weniger vibrieren als bei einem Raketenstart, das würde die Fahrzeuge schonen. Doch der Umsetzung des Projekts steht ein großes Hindernis im Weg – die Ressourcen.

Ein Aufzug ins Weltall soll die Flugwege verkürzen und Kosten sparen, damit könnte die Raumfahr revolutioniert werden. (Symbolbild)

Der Bau steht vor Herausforderungen: Ressourcen fehlen, Partner werden gebraucht

Christian Johnsson hat sich ausführlich mit dem Bau eines Weltraum-Aufzugs beschäftigt und sogar eine wissenschaftliche Arbeit zu dem Thema veröffentlicht. Laut ihm müsste das Gerüst und die Röhre für die Raketen sehr dick sein. „Wenn man versucht, sie aus Stahl zu bauen, bräuchte man mehr Stahl, als auf der Erde vorhanden ist“, erklärt der Experte. Tatsächlich treibt der Ressourcenmangel andere Unternehmen ins All, die dort Rohstoffe von Asteroiden abbauen wollen.

Die Obayashi Corporation untersucht deshalb auch andere Methoden, mit denen sich ein sicheres Gerüst bauen lässt. Das könnten laut des Unternehmens möglicherweise Kohlenstoff-Nanoröhren sein, deren Einsatz noch nicht ausreichend erprobt ist. Und auch die Finanzierung steht noch nicht final, zudem brauche man Partnerschaften, auch aus anderen Branchen. Trotz der Herausforderungen zeigt sich das Unternehmen optimistisch. Das Ziel ist es, den Weltraum-Aufzug bis 2050 zu eröffnen. (kiba)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Science Photo Library

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