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Vor Sonnenaufgang leuchtet ein heller „Stern“ auffällig am östlichen Himmel. Es ist der hellste Planet, die Venus – und hat einige Besonderheiten.
Frankfurt – Sie ist der hellste Planet an unserem Firmament und derzeit am Morgenhimmel nicht zu übersehen: die Venus. Der Nachbarplanet der Erde geht Anfang Dezember gegen 4 Uhr am Morgen im Osten auf und strahlt dort hell als „Morgenstern“, bis das zunehmende Licht der Morgendämmerung die Venus irgendwann überblendet.
Im gesamten Dezember 2023 ist die Venus als „Morgenstern“ zu sehen, doch sie geht täglich einige Minuten später auf. Ende des Monats zeigt sie sich erst gegen 6 Uhr über dem Horizont. Erst Mitte Februar 2024 wird es schwierig, den Nachbarplaneten der Erde morgens noch zu beobachten – dann bleiben nur noch einige Minuten zwischen Venus-Aufgang und dem hellen Sonnenlicht.
Heller „Stern“ am Morgenhimmel: Planet Venus leuchtet auffällig
Doch die Zeit bis dahin kann man nutzen, um die Venus zu beobachten. Sie ist nämlich bereits im Fernglas ein spannendes Beobachtungsobjekt. Zwar kann man selbst mit den größten Teleskopen keine Details der Venus auflösen, doch schon mithilfe eines Fernglases kann man eine spannende Eigenschaft des Planeten erkennen: Die Venus hat Phasen, genau wie der Mond. Es kann also durchaus sein, dass man beim Blick zur Venus kein „rundes Scheibchen“ erkennt, sondern nur eine Sichel, genau wie bei unserem Erdtrabanten.
Auch wenn die Venus derzeit als „Morgenstern“ am Himmel strahlt – sie kann auch anders und ist auch als „Abendstern“ bekannt. In dieser Position befindet sich derzeit jedoch eher der Planet Jupiter – er strahlt auffällig und hell am Abendhimmel. Doch zurück zur Venus: Der Planet ist immer einige Monate am Morgen zu sehen, dann einige Zeit lang unsichtbar, bevor die Venus als Abendstern wieder am Himmel auftaucht. Dieser 19-monatige Zyklus wiederholt sich immer wieder.
Venus ist nie nachts am Himmel zu sehen – nur als Morgenstern oder Abendstern
Mitten in der Nacht ist der Nachbarplanet der Erde dagegen nie zu sehen. Das hat einen einfachen Grund: Die Venus befindet sich aus der Perspektive der Erde relativ „nah“ an der Sonne. Das heißt, sie zieht am Himmel immer entweder vor der Sonne her oder hinter ihr – und ist entweder vor Sonnenaufgang als Morgenstern zu sehen oder nach Sonnenuntergang als Abendstern.
In ihrer aktuellen Rolle als Morgenstern ist die Venus seit etwa Mitte August 2023 zu sehen. Anfang März 2024 wird sich die Venus allerdings vom Morgenhimmel verabschieden und wird erst Anfang August wieder auftauchen – dann aber als Abendstern. (tab)
