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Ein helles Objekt leuchtet am Abend heller als alle anderen Himmelskörper. Auch die Forschung ist von dem Himmelsobjekt fasziniert und schickt Raumsonden.
Frankfurt – Wenn das Wetter Erbarmen hat und ein wolkenfreier Himmel den Blick auf den Sternenhimmel ermöglicht, dann kann man es sehen: Ein auffällig heller „Stern“ strahlt schon in der Abenddämmerung im Osten am Himmel. Er wandert im Laufe der Nacht weiter über das Firmament, bis er am frühen Morgen im Westen untergeht. Doch worum handelt es sich bei dem Himmelskörper, der so hell leuchtet?
Es ist der Planet Jupiter, der zweithellste Planet an unserem Himmel. Nur von der Venus, die derzeit als „Morgenstern“ bis zum Sonnenaufgang gesehen werden kann, wird der Jupiter in puncto Helligkeit ausgestochen. Der große Gasplanet ist derzeit beinahe die ganze Nacht am Himmel zu sehen. Tatsächlich geht er bereits lange vor Sonnenuntergang auf: Kurz nach 15 Uhr wäre Jupiter ganz tief im Osten zu sehen – wenn es durch die Sonne nicht noch zu hell wäre. Beginnt die Abenddämmerung, taucht er jedoch bald am Himmel auf.
„Heller Stern“ am Abendhimmel: Planet Jupiter leuchtet abends im Osten
Bis etwa 5 Uhr morgens leuchtet er hell am Himmel, dann geht Jupiter im Westen unter. Der Riesenplanet ist bereits mit bloßem Auge auffällig und schön anzusehen. Besonders spannend wird sein Anblick jedoch in einem kleinen Fernglas: Dann kann man die vier größten Monde des Jupiter – Io, Kallisto, Ganymed und Europa – in der Nähe des Planeten erkennen.
Schaut man mehrmals in der Nacht zum Jupiter hinauf, sieht man etwas geradezu historisches: Die Monde bewegen sich um Jupiter, manchmal verschwindet einer der Monde hinter dem Planeten und taucht später auf der anderen Seite wieder auf. Dieser Anblick im Jahr 1610 ließ den italienischen Astronomen Galileo Galilei erkennen, dass es Himmelskörper gibt, die sich nicht direkt um die Erde drehen. Die Entdeckung war der Anfang vom Ende des geozentrischen Weltbilds („alle Himmelskörper kreisen um die Erde“), das die damalige Gesellschaft prägte.
Riesenplanet Jupiter: Mit einem Fernglas kann man seine Monde beobachten
Heute sind die Galileischen Monde, wie die vier größten Jupiter-Monde genannt werden, für die Forschung äußerst spannend. Deshalb fliegt die Esa-Raumsonde „Juice“ derzeit zu Jupiter und seinen Eismonden. Vor allem der Jupiter-Mond Europa weckt die Hoffnungen der Forschung: Könnte es dort tatsächlich Leben geben? Die Nasa-Raumsonde „Europa Clipper“ soll das genauer erforschen, wenn sie im Jahr 2024 startet.
Über die ganze Nacht hinweg kann der Jupiter am Himmel derzeit auch als Wegweiser zu anderen spannenden Himmelsobjekten dienen. Er hält sich ganz in der Nähe des offenen Sternhaufens Plejaden auf. Sie sind mit bloßem Auge als nebliges Fleckchen am Himmel zu erkennen, mit einem kleinen Fernglas kann man einige der zahlreichen Sterne erkennen, aus denen die Plejaden bestehen. Zwischen Jupiter und den Plejaden kann man mit einem Fernglas oder Teleskop außerdem den Eisriesen Uranus finden.
Jupiter bleibt bis April 2024 am Abendhimmel
Jupiter wird noch einige Monate lang am Himmel sichtbar bleiben. Im Dezember 2023 steht der Planet noch bis lange nach Mitternacht am Himmel. Bis März 2023 geht Jupiter immer früher im Westen unter, im Laufe des April endet die Sichtbarkeit des Gasplaneten am Nachthimmel. Erst im Sommer taucht der Planet wieder am Himmel auf – er ist im Juni und Juli morgens zu sehen. (tab)
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