Geminiden zum Jahresende

Sternschnuppen-Strom im Dezember: Geminiden-Experte nennt genauen Zeitpunkt – und bittere Botschaft

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Der Dezember bringt den stärksten Sternschnuppen-Strom des Jahres mit. Doch ein anderer Himmelskörper könnte die Beobachtung der Geminiden stören.

Update vom 13. Dezember 2024, 21 Uhr: Der Höhepunkt eines der reichsten Meteorströme des Jahres steht bevor. Wer reichlich Sternschnuppen sehen möchte, sollte in der heutigen Nacht in den Himmel blicken. Denn laut dem Deutschem Wetterdienst (DWD) hat man dann auch am ehesten die Chance auf einen freien Blick, ehe es in den darauffolgenden Tage eher wolkenreich werden dürfte.

„Wenn man die Chance hat, in der Nacht zum Samstag rauszugehen, würde ich das nutzen“, sagte ein Meteorologe. Voraussichtlich an den Nordrändern der Mittelgebirge und in den Hochlagen würden relative gute Sichtbedingungen herrschen. Jedoch sei auch viel dichter Hochnebel zu erwarten. Der beste Zeitpunkt, um die Sternschnuppen zu sehen, sei daher in der ersten Nachthälfte. Im Laufe der Nacht könnte es sich wieder zuziehen.

30 bis 40 in einer halben Stunde – Heute Nacht ist der Sternschnuppenregen der Geminiden zu sehen

Anders sieht das Uwe Pilz, Vorsitzender der Vereinigung der Sternfreunde mit Sitz im südhessischen Bensheim. „Ich empfehle, die halbe Stunde zwischen 6.00 und 6.30 Uhr am 14. Dezember zu nutzen.“ Zu diesem Zeitpunkt stehe der Vollmond nämlich tief und störe nicht so. Die Sternschnuppen tauchen Pilz zufolge am ganzen Himmel auf, der Ausstrahlungspunkt ist das Sternbild Zwillinge. Es befindet sich am Morgen des 14. Dezembers hoch im Südwesten. „Wenn die Bedingungen gut sind, dann können in dieser halben Stunde durchaus 30 bis 40 Sternschnuppen sichtbar werden.“

Der Grund für den Sternschnuppenregen der Geminiden liegt darin, dass die Erde eine kosmische Staubwolke durchquert. Diese stammt vermutlich vom Kleinplaneten Phaethon, der möglicherweise zerbrochen ist und Trümmerteile in seiner Bahn hinterlassen hat, die nun in der Erdatmosphäre verglühen.

Sternschnuppen-Strom im Dezember: Geminiden-Experte nennt genauen Zeitpunkt – und bittere Botschaft

Unsere Erstmeldung: Frankfurt – Wer an Sternschnuppen denkt, denkt automatisch auch an den Meteorschauer der Perseiden im August. Doch nicht sie sind der stärkste Sternschnuppen-Strom des Jahres – der findet nämlich jedes Jahr im Dezember statt. Gemeint sind die Geminiden, die im Maximum bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde versprechen.

Zeit für Wünsche: Sternschnuppen flitzen über den Nachthimmel

Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind.
Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind. © Imago/Zoonar
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel.
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel. © imago/imagebroker
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen.
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen. © imago/Cavan Images
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten.
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten. © imago/Cavan Images
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können.
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können. © Richard Brian/dpa
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt.
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt. © IMAGO/Zoonar
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf.
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf. © imago/Sylvio Dittrich
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein.
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein. © Danny Lawson/dpa
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen.
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen. © Patrick Pleul/dpa
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen.
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen. © imago/Cavan Images
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig.
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig. © Marcus Führer/dpa

Geminiden sind ein wiederkehrender Sternschnuppen-Strom

Genau wie die Perseiden sind auch die Geminiden ein jährlich wiederkehrender Sternschnuppen-Strom. Der Ursprung der Dezember-Meteore liegt im mysteriösen Asteroiden (3200) Phaethon, der eine Staubspur im Weltall hinterlassen hat, durch die die Erde im Dezember hindurchfliegt – dann „regnet“ es auf der Erde Sternschnuppen. „Bei den Geminiden handelt es sich um Staubteilchen des Asteroiden Phaeton, die mit enormer Geschwindigkeit auf unsere Atmosphäre prallen und dort zu kosmischen Leuchtspuren verglühen“, weiß auch Björn Voss vom Planetarium Hamburg.

Der Name des Geminiden-Sternschnuppen-Stroms leitet sich von dem Punkt am Himmel ab, von dem aus die Sternschnuppen zu strömen scheinen: dem Sternbild Zwillinge (lat. Gemini). Dieser Punkt, der sich in der Nähe des hellen Sterns Kastor befindet, wird in der Astronomie Radiant genannt. Wer die Sternschnuppen beobachten möchte, muss sich jedoch nicht genau am Radianten orientieren – die Meteore können am gesamten Himmel auftauchen. Verfolgt man die Flugbahn einer Sternschnuppe zurück, landet man jedoch unweigerlich beim Stern Kastor im Sternbild Zwillinge.

Beobachtungstipps für eine Sternschnuppen-Nacht im Dezember

Für diejenigen, die die Sternschnuppen-Nacht nicht verpassen möchten, ist es ratsam, einen möglichst dunklen Beobachtungsort mit gutem Blick zum gesamten Himmel zu suchen. Im Dezember 2024 könnte dies jedoch problematisch sein: Während die Beobachtungsbedingungen für die Geminiden im Vorjahr nahezu optimal waren, stört 2024 der helle Mond die Beobachtung. Das Maximum der Sternschnuppen wird in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember erwartet – und am 15. Dezember ist Vollmond. Das bedeutet, dass das helle Licht des Monds, der die ganze Nacht am Himmel steht, die Beobachtung erheblich beeinträchtigen wird.

Name:Geminiden
Typ:Sternschnuppen-Strom
Radiant:Sternbild Zwillinge (lat. Gemini)
Aktivitätszeitraum:4.-20. Dezember 2024
Maximum der Aktiviät:Nacht vom 13. auf 14. Dezember 2024
Zahl der Sternschnuppen (ZHR):150
Besonderheit 2024:Maximum ist ein Tag vor Vollmond

„Zum Maximum der Geminiden erwarten uns aufgrund des Mondscheins leider deutlich weniger als 100 Sternschnuppen in der Stunde – bei idealen Bedingungen wären es bis zu 150 Meteore in der Stunde gewesen“, bedauert Voss. Das helle Mondlicht heißt jedoch nicht, dass man gar keine Sternschnuppen sehen wird: Die Geminiden sind hell – mit etwas Glück kann man den einen oder anderen Meteor über den Himmel flitzen sehen.

Nach den Geminiden kommen schon die nächsten Sternschnuppen

„Wer die Leuchtspuren entdecken möchte, sucht einen möglichst dunklen Ort fern der Lichter der Stadt auf und blickt zwischen 21 Uhr und 6 Uhr zum Himmel“, rät der Experte. „Morgens stehen die Chancen auf eine Sichtung am besten. Denn dann befindet sich ihr scheinbarer Ausstrahlungspunkt in den Zwillingen hoch über dem Horizont.“

Die Geminiden sind der aktivste Sternschnuppen-Strom des Jahres – mit theoretisch bis zu 150 Sternschnuppen. (Archivbild)

Falls die Geminiden aufgrund des hellen Mondes nicht sichtbar sind, gibt es bereits um Weihnachten herum eine weitere Chance auf Sternschnuppen: Vom 17. bis 26. Dezember sind einzelne Meteore der Ursiden unterwegs, ihren Höhepunkt erreichen sie am 22. Dezember, wenn nur noch ein Halbmond am Himmel steht. Rund um den Jahreswechsel beginnt außerdem bereits der Sternschnuppen-Strom der Quadrantiden mit seiner Aktivität. Im Maximum am 3. Januar verspricht er bis zu 80 Sternschnuppen pro Stunde. (tab)

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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