Gesundheit

Studie zeigt: Einnahme von Vitamin D „kann als sicher angesehen werden“

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Arteriosklerose und Nierensteine treten unter der Einnahme von Vitamin D nicht häufiger auf, findet ein Team des Krebsforschungszentrums heraus.

Frankfurt – Die Einnahme von Vitamin D soll gut für Knochen und Muskeln sein und das Immunsystem unterstützen. Ein Team des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) stellte 2023 zudem bei einer großen Studie fest, dass die tägliche Einnahme die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben, um zwölf Prozent reduzieren könnte – auch wenn sich die Erkrankung selbst dadurch vermutlich nicht verhindern lässt.

Doch es gibt auch Fachleute, die eine tägliche Zufuhr von Vitamin D kritisch sehen – wegen möglicher Nebenwirkungen durch eine Steigerung der Aufnahme von Kalzium aus dem Darm und den so erhöhten Kalziumwerten im Blut. Diese wiederum könnten Arterienverkalkung und Nierensteine begünstigen.

Daten aus Großbritannien zur Einnahme von Vitamin D

Eine weitere Studie von drei Wissenschaftlern des DKFZ zeigt nun aber, dass die Einnahme von Vitamin D- oder Multivitamin-Präparaten zwar zu erhöhten Kalziumspiegeln führen kann, diese Menschen aber nicht häufiger an Arteriosklerose oder Nierensteinen erkrankten.

Die Arbeit von Sha Sha, Ben Schöttker und Hermann Brenner basiert auf Gesundheitsdaten von rund einer halben Million Menschen im Alter zwischen 40 und 69 Jahren aus der UK-Biobank. Schöttker spricht von der „weltweit bislang größten Studie, in der Dosis-Wirkungs-Beziehungen zwischen Vitamin-D-Konzentrationen im Blut, Vitamin D-Supplementierung und Sicherheitsaspekten des Kalziumstoffwechsels untersucht wurden“.

Die Einnahme von Vitamin-Präparaten kann in der britischen Bevölkerung „als sicher angesehen werden“ und ist auf Deutschland übertragbar, sagt ein Forscherin.

Einnahme von Vitamin D kann „als sicher angesehen werden“

Die Ergebnisse zeigten, dass die Einnahme von Vitamin-Präparaten in der britischen Bevölkerung „als sicher angesehen werden kann“ und seien auf Deutschland übertragbar, erklärt Sha Sha. „Das ist für uns nicht überraschend, zu einer Überdosierung von Vitamin D kommt es erst bei Einnahme von extrem hohen Dosen über eine längere Zeit“. Die übliche Dosierung liegt in der EU zwischen 400 und 4000 Internationalen Einheiten (I.E.) pro Tag. Unerwünschte Wirkungen einer Überdosierung seien in Großbritannien erst ab einer Tagesdosis von 10.000 I.E. beobachtet worden.

Hermann Brenner bezeichnet die Ergebnisse als „hoch relevant“, denn eine dem Bedarf angepasste Vitamin D-Supplementierung könnte einen „wichtigen und sehr kostengünstigen Beitrag zur Prävention von Krebstodesfällen und verschiedenen Erkrankungen leisten“. Voraussetzung für die positive Wirkung ist laut DKFZ, dass Vitamin D täglich in niedriger Dosierung eingenommen wird. (pam)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Pond5 Images

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