Unwohlsein in der Nacht: Schläft man bei Vollmond tatsächlich schlechter?
VonAnne Hund
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Viele beklagen rund um die Vollmond-Nächte eine schlechtere Schlafqualität. Was verbirgt sich hinter dem Eindruck, „mondfühlig“ zu sein?
Frankfurt – Das Gefühl, dass man bei Vollmond nicht so recht in den Schlaf findet oder während dieser Phase des Mondes nachts nicht durchschlafen kann, kennen viele Menschen. Bei einer früheren Umfrage gaben 40 Prozent der Deutschen an, „mondfühlig“ zu sein. Einbildung oder Fakt – was verbirgt sich hinter dem Phänomen?
Kann Vollmond die Qualität des Schlafes beeinflussen?
Beim Thema Schlaflosigkeit bei Vollmond gibt es in der Wissenschaft keine eindeutige Meinung. Ein Großteil der Studien konnte, wie der SWR zum aktuellen Stand der Forschung berichtete, keinen Zusammenhang zwischen dem Vollmond und schlechtem Schlaf feststellen. Zu anderen Ergebnissen kam unterdessen eine im Jahr 2021 im Fachjournal Science Advancesveröffentlichte Studie, wonach Mondphasen tatsächlich einen Einfluss auf Schlafmuster haben könnten.
Schläft man bei Vollmond schlechter?
„Auch wenn verschiedene Studien Hinweise auf den Einfluss von Vollmond auf den Schlaf geben, gibt es darüber keine wissenschaftliche Sicherheit“, schilderte die Schlafmedizinerin und Professorin Kneginja Richter in einem Online-Bericht der Apotheken Umschau. Sie leitet die Schlafambulanz an der Nürnberger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Denkbar sei, dass allein schon die Erwartung, in einer Nacht mit Vollmond schlecht zu schlafen, zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden kann, so die Expertin.
Schlafmedizinerin: Helligkeit des Mondes kann den Schlaf beeinflussen
„Wenn Sie davon ausgehen, bei Vollmond hellwach im Bett zu liegen, werden Sie das vermutlich auch tun. Das ist wie Selbsthypnose“, erklärte sie weiter in dem Bericht. „Außerdem verbreitet der Vollmond helles Licht – wir brauchen jedoch Dunkelheit, um gut zu schlafen. Ich nehme daher an, dass unsere Vorfahren, als sie noch nicht in Häusern mit Jalousien und Vorhängen lebten, in Vollmondnächten tatsächlich schlechter schliefen. Aber aufgrund der Helligkeit und nicht, weil der Mond irgendwelche mystischen Kräfte hätte.“
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Vollmond und seine Auswirkungen auf den Schlaf – unterschiedliche Studienlage
Bei der Frage, ob und inwiefern der Mond Einfluss auf das Schlafverhalten hat, wird bis heute oft eine Schweizer Studie von 2013 zitiert. Der Baseler Chronobiologe Christian Cajochen veröffentlichte damals die besagte Studie, der zufolge Vollmondphasen Auswirkungen auf den Schlaf haben können. Aber nur wenige Teilnehmer hatten an der Studie teilgenommen. Sie habe erhebliche Schwächen, räumte, wie BR 24 berichtete, auch Cajochen ein.
Unter anderem Forscher vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München hätten das Ergebnis der Schweizer Studie nicht bestätigen können, heißt es zudem in dem BR-Beitrag. Die Wissenschaftler hatten den Berichten zufolge rückblickend Schlafdaten von mehr als 1200 Teilnehmern aus mehr als 2000 Nächten ausgewertet und keinen Zusammenhang zwischen der Qualität des Schlafes und den Phasen des Mondes gefunden.