Astronomie-Serie

Sternenhimmel im Mai: Das können Sie heute am Nachthimmel sehen

+
Was ist am Sternenhimmel zu sehen? Der Monatsüberblick zeigt es.
  • schließen

Die Nächte im Mai sind kürzer – doch es gib einiges zu sehen am Sternenhimmel: Vier Planeten warten darauf, entdeckt zu werden und auch das Sommerdreieck ist sichtbar.

Frankfurt – Im Mai ist der Frühling endgültig auch am Nachthimmel angekommen. Als letztes Wintersternbild verabschieden sich die Zwillinge mit den Sternen Castor und Pollux im Westen. Stattdessen dominieren jetzt Sternbilder wie die Jungfrau mit dem hellen Stern Spica, die markante Figur des Sternbilds Löwe und der unübersehbar rötlich leuchtende Stern Arktur im Sternbild Bootes den Nachthimmel.

Im Nordosten geht im Mai das Sommerdreieck auf. Es wird aufgespannt von den drei hellen Sternen Wega (im Sternbild Leier), Deneb (im Sternbild Schwan) und Altair (Sternbild Adler). Wega ist der fünfthellste Stern am Nachthimmel. Sie ist etwa 25 Lichtjahre von der Sonne entfernt und zählt mit Arktur und Sirius zu den hellsten Sternen in der Nähe der Sonne. Deneb ist etwa 1500 Lichtjahre entfernt und ein Stern mit ausgeprägter veränderlicher Leuchtkraft. Altair im Sternbild Adler ist nur 16,7 Lichtjahre entfernt – unter den Sternen, die mit bloßem Auge zu sehen sind, zählt er zu denen, die der Sonne am nächsten liegen.

Zwei bekannte Sternbilder sind im Mai prominent zu sehen

Zwei der wohl bekanntesten, weil einfach zu erkennenden Sternbildern, haben im Mai eine prominente Position am Nachthimmel: Der Große Bär (ein Teil von ihm ist der Große Wagen) steht hoch über den Köpfen am Himmel. Ihm schließt sich das Sternbild Cassiopeia, wegen seiner Form auch „Himmels-W“ genannt, in Richtung Norden an. Die beiden zählen zu den sogenannten zirkumpolaren Sternbildern: Sie sind das ganze Jahr über am Himmel zu sehen und gehen nicht unter.

Weltraum-Newsletter

Abonnieren Sie den kostenlosen Weltraum-Newsletter und bleiben Sie immer informiert.

Beim Blick an den Sternenhimmel im Mai kommt man auch an den Planeten nicht vorbei. Besonders auffällig ist weiterhin die Venus. „Im Mai erreicht sie ihre beste Sichtbarkeit am Abendhimmel“, erklärt Sven Melchert von der Vereinigung der Sternfreunde gegenüber fr.de von IPPEN.MEDIA. „Sobald es dunkel wird, leuchtet unser innerer Nachbarplanet hell strahlend über dem westlichen Horizont.“ Mit ihrer Helligkeit beherrscht die Venus die erste Hälfte der Mai-Nächte. Mitte des Monats geht sie erst kurz vor Mitternacht unter – am 18. Mai kommt es um 23.54 Uhr zum spätesten Venus-Untergang seit mehr als 50 Jahren. Etwas später im Monat wird der Anblick noch besser, weiß Melchert: „Am 23. Mai besucht der Mond als schmale Sichel den Abendstern“.

Planeten im Mai: Venus wird heller, Mars verliert an Helligkeit

Während die Venus weiter an Helligkeit zunimmt, kann der Planet Merkur das nicht von sich behaupten. Wer seine Abendsichtbarkeit Anfang April verpasst hat, muss sich nun gedulden: Im Mai ist der Planet nicht am Himmel zu sehen. Dafür ist der Mars weiter in der ersten Nachthälfte zu beobachten. Im Mai wandert er durch das Sternbild Zwillinge, ab dem 17. Mai befindet er sich im Krebs. Am 23. Mai gegen 23 Uhr sind im Westen die schmale Mondsichel, Venus und der Mars gemeinsam am Himmel zu sehen. Die Helligkeit des Mars nimmt im Mai weiter ab, er geht außerdem immer früher unter. Ende des Monats erreicht der Mars den sonnenfernsten Punkt seiner Umlaufbahn, das sogenannte Aphel. Er ist dann 249,2 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.

Der Mond – Ein Himmelskörper, viele Facetten

Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern.
Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern. © Imago/MiS
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht.
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht. © Imago/Alan Dyer
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt.
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt. © Imago/Gottfried Czepluch
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist.
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist. © Imago/Riccardo Fabi
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller.
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller. © Imago/Pixsell
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot.
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot. © Imago/ANE Edition
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird.
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird. © imago/Silas Stein
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet.
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet. © Imago/Jon G. Fuller
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt.
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt. © Imago/imagebroker
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche.
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche. © imago/Deutzmann
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste.
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste. © imago/Nasa
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren.
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren. © Imago/UIG
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond.
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond. © imago
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa.
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa. © Imago/Cover-Images

Der Gasriese Jupiter ist im April vom Abendhimmel verschwunden und bleibt die meiste Zeit des Monats Mai unter dem Horizont. Erst im letzten Mai-Drittel taucht er am Morgenhimmel auf. Er ist tief im Osten zu sehen und verblasst zu Beginn noch schnell in der Morgendämmerung. Bis Monatsende geht Jupiter immer früher auf, sodass er bald eine ganze Stunde am Morgen zu sehen ist, bevor es zu hell wird.

Planeten Saturn und Jupiter tauchen am Morgenhimmel auf

Der Ringplanet Saturn ist bereits seit April wieder am Morgenhimmel zu sehen und geht im Mai immer früher auf. Am 15. Mai geht Saturn bereits um 3.12 Uhr auf, Ende Mai ist er ab 2.11 Uhr im Osten zu sehen. Die Planeten Uranus und Neptun, die ohne Hilfsmittel gar nicht am Himmel gesehen werden können, sind im Mai unterhalb des Horizonts und können nicht beobachtet werden. Uranus ist derzeit etwa 3091 Millionen Kilometer von der Erde entfernt und wandert mit der Sonne über den Taghimmel.

Genau wie im April gibt es auch im Mai einen periodischen Sternschnuppen-Strom, die Eta-Aquariiden. Die Sternschnuppen sind bis etwa 28. Mai zu sehen, das Maximum fällt auf den 6. Mai. Da jedoch am 5. Mai Vollmond ist, sind die Nächte rund um das Maximum sehr hell, viele Sternschnuppen werden im Licht des Mondes „ertrinken“.

In den vergangenen Jahren konnten im Maximum etwa 60 bis 70 Sternschnuppen pro Stunde beobachtet werden, doch für Beobachtende in Mitteleuropa sind die Bedingungen eher ungünstig, da der Punkt, aus dem die Sternschnuppen auszuströmen scheinen, erst kurz vor der Morgendämmerung aufgeht. Wer sich weiter südlich befindet – etwa im Mittelmeerraum – hat deutlich bessere Beobachtungsbedingungen. Wer den Vollmond am 5. Mai genau beobachtet, kann außerdem eine unspektakuläre Halbschatten-Mondfinsternis sehen. (tab)

Kommentare