Astronomie

Vollmond bedeckt Mars – So können Sie heute das spektakuläre Himmelsschauspiel beobachten

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Am 8. Dezember 2022 verdeckt der Vollmond den Planeten Mars am Morgenhimmel. Das Himmelsphänomen wird in der Astronomie „Okkultation“ oder „Bedeckung“ genannt. (Archivbild)
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Der Vollmond zieht vor dem Planeten Mars vorbei und bedeckt diesen für knapp eine Stunde. Das Phänomen ist in Deutschland besonders gut zu beobachten.

Frankfurt – Der Planet Mars ist derzeit am Himmel nicht zu übersehen. Er geht mit Sonnenuntergang im Osten auf und bleibt die ganze Nacht über am Himmel sichtbar. Noch dazu ist er derzeit besonders hell – am 1. Dezember hat er die erdnächste Position seiner Umlaufbahn erreicht. Wer den „roten Planeten“ beobachten will, sollte sich den 8. Dezember 2022 vormerken. An diesem Tag erreicht der Mars die sogenannte Oppositionsstellung. Er steht am Himmel direkt gegenüber der Sonne und strahlt rund um diesen Tag besonders hell.

Doch das ist nicht alles: Am 8. Dezember ist außerdem Vollmond – und das Zusammenspiel aus Mond und Mars sorgt an diesem Tag für ein ganz besonderes Schauspiel. Am frühen Morgen des 8. Dezember wird der Vollmond vor dem Mars vorbeiziehen und ihn verdecken – in der Astronomie wird ein solches Ereignis „Bedeckung“ oder „Okkultation“ genannt.

Sternenhimmel im Dezember: Welche Planeten, Sternbilder und Himmelsphänomene zu sehen sind

Die Plejaden (M45, „Sieben Schwestern“) sind ein offener Sternhaufen und waren bereits lange vor der Erfindung des Fernglases als Sternengruppe bekannt. Der Sternhaufen besteht aus mindestens 400 Sternen und ist mehr als 400 Lichtjahre von der Erde entfernt. Trotzdem ist er mit bloßem Auge im Sternbild Stier zu erkennen.
Die Plejaden (M45, „Sieben Schwestern“) sind ein offener Sternhaufen und waren bereits lange vor der Erfindung des Fernglases als Sternengruppe bekannt. Der Sternhaufen besteht aus mindestens 400 Sternen und ist mehr als 400 Lichtjahre von der Erde entfernt. Trotzdem ist er mit bloßem Auge im Sternbild Stier zu erkennen. © imago/Shotshop
Der offene Sternhaufen Hyaden („Regengestirn) im Sternbild Stier befindet sich neben dem hellen Stern Aldebaran (im Bild erscheint er gelb) im Sternbild Stier. Die Hyaden bestehen aus etwa 350 Sternen, die etwa 150 Lichtjahre von der Erde entfernt liegen.
Der offene Sternhaufen Hyaden („Regengestirn) im Sternbild Stier befindet sich neben dem hellen Stern Aldebaran (im Bild erscheint er gelb) im Sternbild Stier. Die Hyaden bestehen aus etwa 350 Sternen, die etwa 150 Lichtjahre von der Erde entfernt liegen. © imago/VWPics
Der Orionnebel (M42) ist Teil des „Schwertes des Orion“ und ohne Hilfsmittel nur als unscharfes Fleckchen erkennbar. Bereits mit einem kleinen Fernglas kann man aber erste Details des Emissionsnebels wahrnehmen.
Der Orionnebel (M42) ist Teil des „Schwertes des Orion“ und ohne Hilfsmittel nur als unscharfes Fleckchen erkennbar. Bereits mit einem kleinen Fernglas kann man aber erste Details des Emissionsnebels wahrnehmen. © imago/imagebroker
Das Sternbild Orion ist eins der auffälligsten Wintersternbilder. In ihm befindet sich der Orionnebel (M42) als Teil des „Schwertes“. In dieser Aufnahme ist auch der bekannte Stern Beteigeuze gut zu sehen: Es ist der linke Schulterstern, der rötlich leuchtet.
Das Sternbild Orion ist eins der auffälligsten Wintersternbilder. In ihm befindet sich der Orionnebel (M42) als Teil des „Schwertes“. In dieser Aufnahme ist auch der bekannte Stern Beteigeuze gut zu sehen: Es ist der linke Schulterstern, der rötlich leuchtet. © imago/Leemage
Im Wintersternbild Stier (Taurus) – kenntlich gemacht durch die nachträglich eingezeichneten Linien – befinden sich die offenen Sternhaufen Plejaden (M45, „Sieben Schwestern“) und Hyaden („Regengestirn“).
Im Wintersternbild Stier (Taurus) befinden sich die offenen Sternhaufen Plejaden (M45, „Sieben Schwestern“) und Hyaden („Regengestirn“). © imago/StockTrek Images
Zu den prägenden Himmelsfiguren am Winterhimmel gehört das Sternbild Zwillinge mit den markanten Hauptsternen Kastor und Pollux, benannt nach zwei Figuren der griechischen Mythologie. Wer genau hinschaut, und sich die hier nachträglich eingezeichneten Linien anschaut, kann im Sternbild zwei Figuren erkennen, die sich an den Händen halten. Kastor und Pollux sind die „Köpfe“ der beiden Figuren.
Zu den prägenden Himmelsfiguren am Winterhimmel gehört das Sternbild Zwillinge mit den markanten Hauptsternen Kastor und Pollux, benannt nach zwei Figuren der griechischen Mythologie. Wer genau hinschaut, kann im Sternbild zwei Figuren erkennen, die sich an den Händen halten. Kastor und Pollux sind die „Köpfe“ der beiden Figuren. © imago/StockTrek Images
Ebenfalls auffällig ist der „Hundsstern“ Sirius, ein Doppelsternsystem im Sternbild Großer Hund. Sirius ist der hellste Stern am Nachthimmel und einer der auffälligsten: Er leuchtet in einem grellen bläulich-weißen Licht und neigt zu farbenfrohem Flackern. In diesem Bild ist er der helle Stern links unten.
Ebenfalls auffällig ist der „Hundsstern“ Sirius, ein Doppelsternsystem im Sternbild Großer Hund. Sirius ist der hellste Stern am Nachthimmel und einer der auffälligsten: Er leuchtet in einem grellen bläulich-weißen Licht und neigt zu farbenfrohem Flackern. In diesem Bild ist er der helle Stern links unten. © IMAGO/Alan Dyer
Die Planeten Jupiter (links) und Saturn (rechts) sind im Dezember 2022 bereits am frühen Abend zu sehen.
Die Planeten Jupiter (links) und Saturn (rechts) sind im Dezember 2022 bereits am frühen Abend zu sehen. © Imago/Alan Dyer
Am 8. Dezember 2022 steht der Vollmond am Himmel – der am frühen Morgen für etwa eine Stunde den Planeten Mars verdecken wird.
Am 8. Dezember 2022 steht der Vollmond am Himmel – der am frühen Morgen für etwa eine Stunde den Planeten Mars verdecken wird. © imago/Nicolas Economou
Der Planet Merkur (unten) ist nur schwer zu beobachten, da er sich immer nahe der Sonne befindet. Im Dezember 2022 könnte es an einigen Tagen gelingen. Die Venus (oben) ist dagegen leichter zu beobachten – sie ist der hellste Planet am Himmel. (Archivbild)
Der Planet Merkur (unten) ist nur schwer zu beobachten, da er sich immer nahe der Sonne befindet. Im Dezember 2022 könnte es an einigen Tagen gelingen. Die Venus (oben) ist dagegen leichter zu beobachten – sie ist der hellste Planet am Himmel. (Archivbild) © imago images/VWPics
Im Dezember ist alljährlich einer der besten Sternschnuppen-Ströme des Jahres aktiv. Die Geminiden versprechen bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde – allerdings gilt diese Zahl nur bei kaum erreichbaren, perfekten Beobachtungsbedingungen. Das Maximum der Geminiden ist am 14. Dezember. (Archivbild)
Im Dezember ist alljährlich einer der besten Sternschnuppen-Ströme des Jahres aktiv. Die Geminiden versprechen bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde – allerdings gilt diese Zahl nur bei kaum erreichbaren, perfekten Beobachtungsbedingungen. Das Maximum der Geminiden ist am 14. Dezember. (Archivbild) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Mond bedeckt Mars: Himmels-Schauspiel am frühen Morgen zu sehen

Das Ereignis ist – je nach Beobachtungsort – gegen 6 Uhr morgens zu sehen und dauert etwa eine Stunde. Gegen 6 Uhr verschwindet der hell leuchtende Mars hinter dem deutlich größeren und ebenfalls hell strahlenden Vollmond. Es dauert bis zu einer halben Minute, bis der Mond den Mars vollständig bedeckt hat. Der Mond zieht dann fast zentral über den Mars hinweg, bevor er ihn etwa eine Stunde später – gegen 7 Uhr – wieder freigibt.

StandortMars verschwindet | taucht wieder auf (in MEZ)
Berlin06:01 Uhr | 06:56 Uhr
Bremen06:00 Uhr | 06:56 Uhr
Dresden06:30 Uhr | 06:57 Uhr
Düsseldorf06:02 Uhr | 06:59 Uhr
Erfurt06:03 Uhr | 06:58 Uhr
Flensburg05:58 Uhr | 06:53 Uhr
Frankfurt am Main06:04 Uhr | 07:00 Uhr
Freiburg06:06 Uhr | 07:03 Uhr
Hamburg05:59 Uhr | 06:55 Uhr
Hannover06:01 Uhr | 06:57 Uhr
Karlsruhe06:05 Uhr | 07:02 Uhr
Mainz06:04 Uhr | 07:00 Uhr
Nürnberg06:05 Uhr | 07:00 Uhr
Stuttgart06:06 Uhr | 07:02 Uhr
Quelle: International Occultation Timing Association

Wer die Bedeckung des roten Planeten durch den Mond beobachten möchte, benötigt einen freien Blick nach Nordwesten, da sich die beiden Himmelskörper recht niedrig am Himmel treffen. Wenn der Mars gegen 7 Uhr wieder hinter dem Mond auftaucht, setzt bereits die Morgendämmerung ein. Das Schauspiel mit Mars und Vollmond ist unter anderem in der Hälfte Europas und einem großen Teil Nordamerikas zu sehen.

Sternenhimmel im Dezember

Am Sternenhimmel im Dezember kann man auch jenseits des Mars einige spannende Dinge beobachten – auch der aktivste Sternschnuppen-Strom des Jahres ist dabei. Wenn Sie regelmäßig über den Sternenhimmel sowie die neuesten Nachrichten aus Astronomie und Raumfahrt informiert werden möchten, abonnieren Sie den kostenlosen Weltraum-Newsletter.

Beobachten kann man das Himmelsschauspiel mit bloßem Auge, noch besser ist jedoch ein Fernglas oder im besten Fall ein Teleskop. Durch ein Teleskop kann man möglicherweise sogar die hellen Polkappen sowie dunkle Strukturen auf dem Mars erkennen.

Mars wird vom Vollmond bedeckt – er strahlt derzeit besonders hell

Der Mars befindet sich am 8. Dezember „nur“ etwa 80 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Seine weiteste Entfernung beträgt dagegen knapp 400 Millionen Kilometer. Den Unterschied kann man mit bloßem Auge sehen: Der rote Planet erscheint am Himmel derzeit doppelt so groß wie Anfang Oktober. Außerdem erscheint der Mars heller als Sirius, der hellste Stern am Himmel.

Die Auffälligkeit von Mars am Himmel ist jedoch bald wieder Geschichte: Nach der Oppositionsstellung wächst seine Entfernung zur Erde schnell – bereits Ende Dezember wird er wieder deutlich dunkler und kleiner erscheinen. (tab)

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