500 Kilogramm schwer

Dorf in Kenia von Weltraumschrott getroffen – Suche nach Eigentümer geht weiter

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Um die Erde kreist unzähliger Weltraumschrott. Manchmal gelangt er wieder auf die Erde, ohne in der Atmosphäre zu verglühen. (Symbolbild)
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Die Erde wird Weltraumschrott umkreist – kürzlich ist ein Teil davon in einem Dorf in Kenia gelandet. Wer ist verantwortlich?

Update vom 7. Januar, 9.45 Uhr: Der etwa eine halbe Tonne schwere metallische Ring, der aus dem Weltall auf die Erde gestürzt und in einem kenianischen Dorf gelandet ist, sorgt weiter für Aufsehen. Die kenianische Weltraumagentur sieht sich gar gezwungen, Gerüchte zu dementieren, die in sozialen Medien kursieren: Die Untersuchung des Objekts dauere weiter an und die Herkunft des Weltraumschrotts sei noch unklar, heißt es in einer Mitteilung. Im Internet verbreiteten sich zuvor Gerüchte, dass der Ring von einem indischen Weltraumexperiment stamme und dass Kenia von Indien eine Entschädigung verlange.

„Die Kenya Space Agency hat noch keine Schlussfolgerungen gezogen oder das Weltraumobjekt einem Akteur aus dem Weltraum zugewiesen“, heißt es in der Mitteilung auf der Plattform X. Und weiter: „Die kenianische Raumfahrtagentur arbeitet mit Partnern zusammen, um das jeweilige Weltraumobjekt und/oder die Weltraumaktivität zu identifizieren, die zum Abwurf der Fragmente in einem bewohnten Gebiet geführt hat, und um die Eigentumsverhältnisse zu klären.“

Weltraumschrott stürzt in Kenia ab: Behörde vermutet Raketenteil

Erstmeldung vom 2. Januar 2025: Mukuku Village – Weltraumschrott ist ein wachsendes Problem. Immer mehr Raketen werden mit Fracht ins Weltall geschickt und sorgen für immer mehr Schrott im Weltall, der im schlimmsten Fall irgendwann zur Erde zurückstürzt, ohne zu verglühen. Diese Erfahrung hat nun ein Dorf in Kenia machen müssen. Wie die kenianische Weltraumbehörde auf ihrem X-Account mitteilte, ist bereits am Nachmittag des 30. Dezember 2024 ein großes „metallisches Objekt“ in dem Ort eingeschlagen.

Der „metallische Ring“ mit einem Durchmesser von etwa 2,5 Metern und einem Gewicht von etwa 500 Kilogramm sei „vom Himmel gefallen“ und in Mukuku Village gelandet. Vorläufige Untersuchungen deuten der Weltraumbehörde zufolge darauf hin, dass es sich um ein Stück Weltraumschrott handelt, mutmaßlich um einen Trennring, der von einer Rakete stammt. „Solche Objekte sind eigentlich so gestaltet, dass sie verbrennen, wenn sie wieder in die Erdatmosphäre eintreten oder über unbewohnten Gebieten wie Ozeanen abstürzen“, heißt es in der Mitteilung.

Weltraumschrott in Kenia „keine unmittelbare Bedrohung der Sicherheit“

Nachdem die Behörde von dem Objekt erfahren hatte, sei am 31. Dezember 2024 direkt ein Team zur Untersuchung zum Absturzort aufgebrochen. Deshalb ist man sich auch sicher: Das metallische Objekt stelle „keine unmittelbare Bedrohung der Sicherheit“ dar, es handele sich um „einen Einzelfall“.

Die Behörde will den metallischen Ring nun genauer untersuchen und herausfinden, wer der Eigentümer des Teils ist. Schäden oder gar Verletzungen durch den Weltraumschrott werden im Bericht der kenianischen Behörde nicht erwähnt. Doch sollte es zu solchen gekommen sein, ist die Haftungsfrage klar: Der Weltraumvertrag der Vereinten Nationen regelt, dass der Staat, der den Satelliten oder die Rakete ins Weltall geschickt hat, für Schäden haftet.

Weltraumbehörde in Kenia will Weltraumschrott genauer untersuchen

Im Jahr 2024 ging mehr als die Hälfte aller orbitalen Raketenstarts aufs Konto der USA, auf Platz zwei folgte mit deutlichem Abstand China. Wann der in Kenia abgestürzte Weltraumschrott den Weg ins Weltall antrat, ist aber noch unklar. (tab)

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